Zum 60ten Geburtstag von Gabi Reinmann – sie leitet das Hamburger Zentrum für universitäres Lehren und Lernen Hashtag#HUL – ist eine Festschrift entstanden (freier Zugang). Die Herausgeberinnen Univ.-Prof.’in Dr.’in Sandra Hofhues, Eileen Luebcke und Mandy Schiefner-Rohs bringen unter der Trias ‚Medien, Didaktik, Hochschule‘ Beiträge von Weggefährten zusammen, u.a. zur Hashtag#Entwurfsforschung, Hashtag#Wissenschaftsdidaktik und Hashtag#KI. Das ist schön, vor allem für Gabi! Schön ist auch, dass ich zusammen mit Dominikus Herzberg einen Artikel beisteuern konnte („Wir habenda ein ungutes Gefühl – Anmerkungen zur generativen Ki im Bildungskontext“). Dominikus und ich haben dazu fast ein Jahr gesprochen, immer wieder neue Perspektiven erwogen und verworfen, haben uns verrannt und gegenseitig überrascht. Am Ende mussten wir uns sputen. Mit dem Ergebnis sind wir ‚zufrieden‘, immer noch. ‚Glücklich‘ gemacht hat aber der Prozess, der ‚Dialog mit Dominikus‘, nicht mit Claude & Co. Wir haben viel gelacht, gedacht und geschwiegen.
Jahr: 2026
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Erlebte Erfahrung
Neulich gabs auf ARTE einen Beitrag mit dem Titel: „Der gefährlichste Schulweg der Welt“. Gezeigt wurden drei Kinder in Kirgisistan, die 1 ½ Stunden zur Schule gehen müssen (und wieder zurück), über vereiste und einbruchgefährdete Flüsse, vorbei an wilden Tieren, bei bis zu 20 Grad Minus, wenn‘s gut läuft. Die Schule geht dann bis 14 Uhr, einmal im Monat fällt die Heizung aus, ab diesem Jahr gibt’s kein Mittagessen, weil der Staat sparen muss. Zurück über Stock und Stein, nach dem Abendessen wartet noch etwas Arbeit im Stall und die Hausaufgaben wollen auch gemacht sein. Um 22 Uhr ist Ruh, man sieht liebevoll umsorgte Kinder mit großen Träumen, sie wollen alle auf die Universität, wollen Richterin, Unternehmer oder Ärztin werden. Ich dachte nur, wie krass: hier im Norden von Deutschland schließt man vorsorglich alle Schulen, wenn es mal intensiver schneit, sorgt sich in den NDR-Nachrichten ernsthaft um „Leib und Leben“, wenn Regen auf den gefrorenen Boden fällt. Einfachste Selbstsorge z.B. durch Schuhkrallen sind einfach zu viel. Solche Beiträge wie oben erinnern mich daran: Riskieren muss man lernen, Fallen muss man lernen, Vertrauen muss man lernen. Nicht nur im Schnee und nochmal neu in einer KI-geformten Welt, in der ‚erlebte Erfahrung‘ zur Achillesferse wird.
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2026 – Jahr des Musizierens
Zwischen den Jahren wird die Zeit ein wenig anders. Die Raserei hat ein Ende und der neue Anfang ist noch einen Steinwurf entfernt.
2025 war eines dieser Aufräum- und Abschlussjahre. Ich war im Außen weniger präsent, also das, wonach man im Small Talk so fragt, aber im Innen – im Möglichkeitsraum – habe ich einiges beweglich(er) gemacht. Im Vergleich zu 2024 gaben sich vor allem das Abschließende und Aufkeimende die Hand.
Wenn ich in meinen Blog schaue, dann spielt für das Beweglichmachen unter anderem Klaus Eidenschink eine zentrale Rolle; hier ein paar Spuren: Neben dem Lesen seiner Bücher waren es der Besuch im Züricher Museum mit der Frau an der Wand, das Videoreferat über Ohnmacht, ganz besonders natürlich die dreitägige Weiterbildung in der Schweiz über die Metatheorie der Veränderung (MdV) und schließlich die sonntäglichen „Einseiter“ hier auf LinkedIn, die mich in Bewegung gebracht haben.
Eidenschink ist nix für Angsthasen: Seine Worte verstören, fördern das Ungleichgewicht und führen manchmal zu Schnappatmung, in einem Wort: Er entweiht respektvoll das, was einem heilig ist. Aber er sagt es ja selbst, „alles Leichte ist schwer, bevor es leicht wird“. Am Ende ist es wie in der Musik, wie bei einem Musikinstrument: Wir sind findige Musiker, empfindsame Klangkörper und klingendes Orchester, alles in einem, wir müssen (uns) üben, nur vergessen wir das immerzu.
Ob ich Vorsätze habe für 2026? Neugier ohne Gier, Disziplin ohne Zwang und viel musizieren, genau, viel musizieren!