Wer sich mit ‚Beziehungs- und Ausbildungsarbeit‘ beschäftigt, wird aufhorchen, wenn Klaus Eidenschink zum Einstieg in seine neue Linkedin-Serie schreibt:
„Gute Reflexionsfragen stellen? Kann KI. Skalierungsfragen einbringen? Kann KI. Lücken in der Selbstauskunft identifizieren? Kann KI. Zielerreichungsvorschläge und Handlungskonzepte vorlegen? Kann KI. Ungünstige Muster von Reaktionswahrscheinlichkeiten benennen? Kann KI. Vorschläge zum Aufbau neuer Fertigkeiten oder Umsetzen getroffener Vorsätze machen? Kann KI. Persönlichkeitsmuster identifizieren? Kann KI.“
Da gibt’s also keine Hoffnung mehr? Ganz im Gegenteil, denn was KI nicht kann:
„Alles wofür es Kreativität, Resonanz, Präsenz, Einzelfallbearbeitung, Weisheit, Berührung, Rührung, Herz, Nerven, Anteilnahme, Unabhängigkeit, Begegnung, Konfrontation, Wahrnehmung, Körperlichkeit, Einzigartigkeit, Verletzlichkeit, Tränen, Lachen, Erschrecken, Mitschwingen, Umarmungen, Unerbitterlichkeit, Entscheidung und Liebe“ braucht […].
Ich beschäftige mich jetzt schon fast 20 Jahre mit der Ausbildung von TrainerInnen und AusbilderInnen im Sport. Wir wissen viel über Kompetenzen (vgl. DOSB-Kompetenzmodell) und auch einiges über eine didaktische begründetet Digitalisierung, die in der Breite wirkt, Instrumente und Praktiken der Selbstbeobachtung und des sozialen Austausches.
Aber wissen wir auch etwas über Emotionen oder Gefühle, was über die Hausapotheke hinaus geht? Scham, Ekstase oder Ohnmacht, schon mal gehört? Wissen wir, wie man ‚in Präsenz kommt‘, wie man ‚unabhängig‘ bleibt, wie wir ‚wahrnehmen‘, wie wir ‚erschrecken‘ (Liste oben)? Wer bei diesen Themen eine innere Resonanz spürt, den oder die verweise ich auf Eidenschinks alte und neue LinkedIn-Serie. Die Ausbildung von Trainern und Trainerinnen könnte davon ungemein profitieren, zumal in einer Zeit, in der man sich wegen KI ernsthaft fragen muss: Was soll ein Trainer, eine Trainerin im Sport wirklich, wirklich können?