Wenn man sich fragt, was im Jahr 2007 denn „so los war“ oder gar, was es „gebracht“ hat, bleibt die Antwort dünn. Sobald man aber Monat für Monat ins Auge fasst und dieselbe Frage erneut stellt, tauchen die Ereignisse auf, wie Luftblasen aus dunklen Gewässern.
In der Gänze betrachtet war 2007 für mich eine Wiederbegegnung mit dem Sport bzw. der Sportwissenschaft. Auf der Tagung in Ruit habe ich erstmals wieder Kontakt zu mehr oder weniger bekannten Menschen aus dem Umfeld des Sports aufgenommen. Besonders in Erinnerung ist mir der Vortrag von Bernhard Peters von TSG Hoffenheim dessen Botschaft war: das „moderne“ Training kommt ohne Reflexion und emotionale Kompetenz nicht mehr aus. Na toll! Dann bin ich hier richtig, sagte ich mir. Zudem habe ich auf dieser Tagung erstmals Christoph Igel kennen gelernt, mit dem ich mich seither ebenso gern wie fruchtbar austausche. Zwei offizielle Vorträge zum Thema Videoblog beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Frankfurt und bei der diesjährigen dvs Tagung in Hamburg boten mir erste Anker für die Formulierung einer „neuen“ Trainingsdidaktik, die ich gerne in Richtung „Sportdidaktik & Bildungstechnologie“ ausbauen möchte. In 2008 zeigen sich zumindest Möglichkeiten einer Weiterführung, einmal in Dillingen im Rahmen einer Lehrerfortbildung, evtl. bei der Tagung der Sportinformatik in Augsburg und bei der Tagung des Deutschen Sportlehrerverbandes in Köln. Mal sehen was „kütt“…
2007 war natürlich der Start für Tech Pi & Mali Bu! Ich habe ja im blog mehrmals über unsere beiden Freunde berichtet. Ja, ich erinnere mich, es war in einem Hotel in Bonn im Anschluss an eine Tagung „Web 2.0“ an der Gabi teilgenommen hat. Da haben wir zum ersten Mal Herrn Richard Heinen getroffen und ihm von Tech Pi & Mali Bu erzählt, ach was sage ich, wir haben Bilder gezeigt. Wir waren uns rel. schnell einig, dass wir daraus ein Projekt machen müssen. Workshops mit Grundschullehrern, Brainstroming, Konzepte, Verträge und der ganze Summs folgten. Herausgekommen ist die Umgebung auf der gleichnamigen Seite. Das Team das in den Monaten Mai bis Oktober zusammengearbeitet hat, war echt spitze! Selten macht arbeiten soviel Spaß. Im Oktober konnte ich das Konzept „Story Anchroed Curruiculum“ dann auch noch auf der Jahrestagung „Naturwissenschaft entdecken“ vorstellen. In 2008 wollen wir die Umgebung in Richtung „web 2.0“ aufbohren, auch darauf bin ich gespannt, vor allem deshalb, weil ich neugierig darauf bin, wie die Grundschüler mit dem aktiven Part zurechtkommen und ob es ihnen den Lehrern etwas taugt.
Natürlich denke ich auch an die vielen „kleineren“ Projekte (klingt niedlich, nicht?) – den Aufbau des Portals zum Persönlichen Wissensmanagement u.a. in Kooperation mit Gabi und Martin Eppler, die Entwicklung des Paedimed Portals (noch längst nicht fertig) und der damit zusammenhängenden Diskussion um eine rechte Gesundheitsdidaktik im Kontext von Hautkrankheiten und Sexualität bei Schülern etc. Narrationen spielen dabei eine große Rolle, sie sind im Grunde „querliegende Säulen“ bei all unseren Arbeiten. In diesem Zusammenhang sind auch wieder erste Überlegungen aktiviert worden, wie man das Thema Analogien neu aufbereiten kann, vielleicht unter einer web 2.0 Perspektive und speziell für die Zielgruppe Lehrer … aber hier fehlen uns noch die Sponsoren. Alles kann man nicht aus eigener Tasche machen.
Und was war mit Ökonomie und Bildung? Oh ja, … wir haben ja alle auf die Hamburger Tagung „beim Schulmeister“ hin gefiebert. Die Podiumsdiskussion wurde hoch angekündigt; das schmeichelt, sorgt aber gleichzeitig für eine nervöse Erwartungshaltung. Der Prozess zum fertigen Panel war wie immer etwas aufwändig (Konzept, Teilnehmern, Videos, Technik etc.), aber wenn das ganze mal steht und im Kasten ist, dann ist man froh. Das die Stimmen dieses Jahr durchwachsen waren ist schade, aber das liegt in der Natur der Sache. Ich hatte ja geschrieben, dass es 2008 „andere“ machen können … ja das gilt für die GMW Tagung in Krems. Ökonomie und Bildung wird sich 2008 zusammen mit der Hans Seidel Stiftung für eine Tagungsreihe „Ist die Ökonomisierung der Bildung ökonomisch?“ engagieren. Die Workshopreihe ist für die Monate Juni, Juli August in Umrissen geplant und betrifft die Bereiche Kindergarten, Schule und Universität. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Mandl (LMU München) und Prof. Höfling (HSS) und in Zusammenarbeit mit Sandra Hofues (Ö+B, imb, Planungen) und Ulrich Fahrner und Tom Sporer (Ö+B, imb, Video) werden wir schon etwas auf die Beine stellen. Interessant dabei scheint mir die neue Perspektive: Ist Ökonomisierung ökonomisch?“ Also entweder ist das ein Widerspruch oder man redet von zwei verschiedenen Dingen oder man hat zwei unterschieidliche Bewertungsmaßstäbe. Jedenfalls soll 2008 der Dauerspagat von Ökonomie und Bildung (Spagat?) unter einer (aufgeklärten) ökonomischen Perspektive betrachtet werden.
So, das waren mal die offiziellen und nach außen gut darstellbaren Dinge. In 2007 sind natürlich auch Sachen passiert, die weniger schön waren, z.B. das mein Partner Christian Zange aus Ghostthinker ausgestiegen ist. Also er ist ja noch da, im Moment, aber er wird 2008 sein Glück in Afrika bei der Entwicklungshilfe suchen …und finden! Die Zusammenarbeit mit ihm war in den letzten 4-5 Jahren sehr interessant. Er hat das Profil von GT geprägt und durch viele Diskussionen rund „um den Globus der Ideen“ haben wir sicherlich mehr gefunden als neue Kontinente. Ich werde ihn vermissen.
Mit seinem Weggang haben wir uns bei GT nochmal auf die (vermeidlichen) Stärken konzentriert: herausgekommen ist ein stärkerer Fokus auf die Entwicklung von „neuartigen“ und „großartigen“ didaktischen Konzepten inklusive der technischen Entwicklung. Nicht als Ersatz für Christian, sondern sicherlich mit einem eigenen Anspruch wird Johannes Metscher das Team bereichern – nicht nur als Gesellschafter. Mit ihm habe ich schon seit 2005 zusammengearbeitet und als Multimediamann mit Blick für Didaktik und Kunden eignet er sich wunderbar für den gesamten Bereich Technologie, den er ab 2008 leiten wird.
Ja … dann. 2008, das olympische Jahr beginnt in ein paar Stunden. Soll der Trunk genauso gut schmecken wie der Weg dorthin.
Im Kontext der von 
Letzte Woche hat sich unsere EU Paedimed-Projektgruppe in Herrsching am Ammersee getroffen, um den Projektstand und die Fortführung zu besprechen. Meine anfängliche Skepsis gegenüber einer „interdisziplinären Zusammenarbeit“ vor einem Jahr ist einer pragmatischen Haltung gewichen. Diese kennzeichnet sich dadurch, dass man versucht, die unterschiedlichen Potentiale aus Medizin und Pädagogik so zu bündeln, dass ein Produkt entsteht, welches im Anwendungskontext einen Nutzen spendet. Genau diese Produktorientierung hatte ich – wenn ich mich recht erinnere – schon vor einem Jahr als „Weg“ beschrieben, wie Wissenschaftler mit unterschiedlichen Hintergrund fruchtbar zusammenarbeiten können, weil über das Produkt und die Anforderungen im Anwendungskontext (hier weht der Wind her) viele Grundsatzfragen im Hintergrund bleiben. Ich bin zuversichtlich: vielleicht ergibt sich mit einem Folgeantrag die Chance, noch deutlicher den sicherlich voraussetzungsreichen Kerngedanken der Salutogenese zu profilieren und durch eine technologisch-konzeptionelle Erweiterung mehr Partizipation seitens der Schüler und Gesundheitsteams zu ermöglichen.
Gestern wurde ich in die neue BMW Welt bestellt, um eine erste Führung im
Gestern habe ich im Rahmen der Tagung „
Von Mittwoch bis Freitag waren Gabi und ich in Hamburg auf der diesjährigen GMW Tagung. Startpunkt war der Mittwoch und da ist mir die „schwere“ Rede von Rolf Schulmeister in Erinnerung. Man muss verstehen: Schulmeister hat sich 40 Jahre für eine verwegene Idee mit Namen Bildung krummgelegt, mit aufrechten und stolzen Gang versteht sich. Ich kann nicht verschweigen, dass mir die Tränen in die Augen kamen, als Schulmeister am Ende seiner kurze Bildungsskizze bei Sisyphus ankam, an der tiefen Einsicht (oder Aporie?), dass Bildung keinen absoluten Maßstab kennt, kennen darf, sondern jeder dazu verdammt ist, diesen Letztgrund in sich selbst zu errichten (der Fels) – selten kommt Macht und Ohnmacht der Bildung so auf den Punkt. „Verwegen“ sind all diese Gedanken deshalb, weil die moderne Universität das Glück eines Sisyphusdaseins gar nicht mehr kennen will. Schulmeister nennt seine Thesen dann auch konsequent „Unzeitgemäße“ – Nietzsche hätte seine wahre Freude gehabt … oder hätten sie gar zusammen geweint? Nun gut, … solche Momente wie am Mittwoch Abend bleiben im Kopf … und im Herzen.