Ich war gestern nicht Weihnachtsgeschenke kaufen (wie geplant), sondern habe das neue Buch von Peter Bieri gelesen, heimlich, … ich habe es Gabi aus der Tasche stibitzt, die es von ihrem Mitarbeiter/innen zu Weihnachten geschenkt bekommen hat.
Das Buch trägt den schlichten und unzeitgemäßen Titel: Wie wollen wir leben? Darin enthalten sind drei Vorlesungen, in denen danach gefragt wird, WAS ein selbstbestimmtes Leben sein kann, WARUM Selbsterkenntnis wichtig ist und WIE kulturelle Identität entsteht. Das sind große Fragen, die man aus der Philosophie kennt, Bieri ist Philosoph. Aber die Art und Weise, WIE Bieri die Fragen entfaltet, sie "frag/würdig" werden lässt, wie er tastend (nicht belehrend) Antworten anbietet, zeigt, dass es ihm um eines geht: Bildung … und Bildung bei Bieri heißt: aufwachen, zu sich kommen, seine eigene „Stimme" finden. Stimme, eine schöne Metapher, weil das was mit Selbstausdruck zu tun hat, mit Resonanz, die entsteht, wenn ich mich zur Welt in ein BESTIMMTES Verhältnis bringe.
Das Buch liest sich mit Gewinn, wenn man die (intimen) Fragen für sich zulässt, die Bieri dem Leser stellt. Im Zentrum der ersten Vorlesung steht beispielsweise das Selbstbild. Warum ist einem z.B. Anerkennung so wichtig, warum beantworte ich einen Brief (eines Freundes) nicht, warum schäme ich mich für etwas. Bieri fragt an dieser Stelle eindringlich und hartnäckig, weil die Klärung dieser Fragen dazu führt, dass ich die Facetten meines Denkens, Fühlens und Wollens besser verstehe, dafür Gründe finde! Überhaupt scheint mir, dass es Bieri darum geht, Gründe zu finden, um aus der Ohnmacht (von innerer und äußerer Tyrannei) in den Zustand der Selbstständigkeit und zunehmender Selbstbestimmung zu gelangen.
All das, was Bieri schreibt, ist nicht neu! Man kennt es aus dem Pool der Bildungsliteratur: Selbstbildung und auch die Rolle der Sprache bei Humboldt, Selbstbestimmung und Aufklärung bei Kant und vielen anderen. Aber die Frage, wie wir unser Leben leben wollen, ist und bleibt (überlebens)wichtig und wie so oft muss es erst persönlich oder global „knallen", ehe wir wieder auf schlichte Fragen hören.
Vielleicht erwischt man sich hin und wieder bei dem Gedanken (gerade um Weihnachten), etwas mehr tun zu müssen gegen die großen Ungerechtig-keiten dieser Welt: Wasserarmut, Umweltverschmutzung, etc. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da etwas grundlegend falsch läuft; gut Informierte können sogar Gründe nennen und Zusammenhänge erklären. Nur, reicht das?
Nach meinem Sportstudium in den 90ern habe ich mich ca. drei Jahre damit beschäftigt, den Nachlass von
Am Mittwoch war ich auf der Dresdener
"Eine neue Studie gibt Einblicke in die Innovationskultur von 200 Unternehmen mit einem erschreckendem Fazit. Wenn es darum geht, Innovation voranzutreiben, treten deutsche Unternehmen auf die Bremse. 70 Prozent aller Unternehmen kündigen Innovation zwar in ihren Hochglanzbroschüren an – konsequent umsetzen tun sie es aber nicht: Ideen werden totdiskutiert anstatt gefördert. Kreatives Denken ist unerwünscht, die Einhaltung von Regeln wird belohnt. Und statt Visionen mutig voranzutreiben, dominiert das Vollkasko-Denken: Fehler vermeiden um jeden Preis." (
Für einen Sportwissenschaftler ist die Beschäftigung mit dem Körper etwas völlig normales, klar, man kann keinen Doppelpass ohne ihn ausführen, er ist grundlegend für medizinische Untersuchungen und für Sport-pädagogen ist Körperbildung ein wichtiger Begriff. Warum beschäftigen sich aber Soziologen mit dem Körper?
Seit ca. fünf Jahren beschäftigen wir uns bei Ghostthinker und an der Universität mit den technischen wie didaktischen Potenzialen der Videoannotation, also der webgestützten, zeitmarkengenauen Anreicherung von Videomaterial mit Informationen. Eine zentrale Säule dieses Ansatzes sind unsere Arbeiten im Bildungsbereich: Sporttrainerausbildung, Fahrlehrerausbildung, aktuell auch Musikausbildung und allgemeine Berufsbildung. Nun haben wir den Bereich Wissens- und Innovationsmanagement "in Angriff" genommen (auch da geht es ums Lernen) und uns auf ein spezielles Ziel konzentriert: die Kollaboration in Projektteams. Ausgehend von einer aktuellen BMBF-Ausschreibung haben wir uns von der Begrifflichkeit der „Systemischen Produktinovation“ anregen lassen und eine Forschungsnotiz verfasst (
2005 haben wir unseren kleinen
Wie jedes Jahr finden im September immer eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Tagungen zum E-Learnings statt: man muss sich also entscheiden. Dieses Jahr war ich auf dem Fernausbildungskongress der Bundeswehr in Hamburg vertreten. PD Dr. Schlattmann vom Sanitätsamt der Bundeswehr hatte zu einem 2h-Workshop zum Thema „Evaluation und Qualitätsmanagement in der technologiegestützten Ausbildung" eingeladen. Vor ca. 40 Teilnehmer, die meisten aus dem Kontext der Bundeswehr kamen, konnte ich unser Uniprojekt „Evaluation von Selbstlernmedien" (Ja sowas gibt es noch) vorstellen. Die mit Gabi erarbeitete Taxonomie und der modulare Aufbau der Kriterienlisten und Fragebögen kamen soweit "gut an". Am Donnerstag ging es dann weiter und zwar mit dem Ghostthinkerhut (nicht Uni). Zusammen mit Johannes haben wir einen wie ich finde interessanten Workshop angeboten, indem wir die Potenziale und unsere Erfahrungen zur Videoannotation aus dem Sport/Fahrschulausbildung zusammen mit den Teilnehmern auf den Kontext der Sicherheit ausdehnen wollten – WORKshop halt. Wir konnten mit wenigen Teilnehmern im kleinen Kreis ein intensives Gespräch führen ;-) u.a. waren die Kollegen von