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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 1 Stunde 45 Minuten

Amazon’s Alexa: Your Next Teacher

August 24, 2017 - 14:37

Vielleicht muss ich die Beiträge zum Thema zukünftig etwas dosieren. Es werden einfach zu viele. In diesem Fall geht es um eine Partnerschaft zwischen Canvas by Instructure, einem Lernplattform-Anbieter, der vor allem in den USA sehr präsent ist, aber auch als MOOC-Plattform mitmischt, und Amazon’s Alexa, dem digitalen Assistenten, der in unsere Wohnzimmer drängt. Die Partnerschaft kann bequem unter Stichworten wie „Teaching Bots“, „Learning Analytics“ oder „Learning Experience“ abgelegt werden. Steht die Verbindung zwischen Canvas und Amazon, können Studierende Fragen stellen und auf Antworten hoffen. Vielleicht geht sogar noch mehr („machine learning“), aber das hängt von der Offenheit der Schnittstellen, der Qualität der Algorithmen und den Bedenken bezüglich Privatsphäre und Datenschutz ab.

„To date, Canvas, like most learning management systems, can be accessed via a computer, mobile phone or tablet. With the Alexa addition, Canvas can now be accessed by voice and not simply via a keyboard. This means that students will be able to ask Alexa key questions (e.g., What were the main points made in today’s class?), and Alexa will be able to offer a summary. Students will also be able to ask Alexa to quiz them on key concepts in preparation for an upcoming quiz or test. Of course, students will also be able to ask other pressing questions, including “What is the homework for tomorrow? Do I have any readings? Where are the readings…are they posted on the website?” If an instructor has posted any videos online, students will now also have the option of watching them on their television rather than on their computer, smart mobile phone, or tablet.“

Cait Etherington, ElearningInside News, 29. Juli 2017

OnTour: #Zukunftswerkstatt

August 24, 2017 - 08:31

Keine Universität, keine Schule, sondern eine Zukunftswerkstatt. Die hat Google vor einem Monat in München eröffnet. Aus den vielen Kurzmeldungen zum Termin vor Ort, habe ich mir das Protokoll von André Spang herausgesucht, der in Wort und Bild einige Eindrücke zusammengefasst hat. Es wird natürlich um die Vermittlung digitaler Kompetenzen gehen, es soll Kurse, auch online, und Zertifikate geben. André Spang erinnert das Ganze an eine Art Makerspace. Mit der Initiative „Zukunftswerkstatt“ steht Google nicht allein. Und man kann das eine (Weiterbildung) nicht ohne das andere (Vermarktung) sehen. André Spang:

„„Spannend“ auch, wie die großen Technologiefirmen auf den Bildungsmarkt drängen, denn Apple und Microsoft bieten mit ihren Angeboten Apple Teacher und Microsoft Innovative Educator Expert schon lange Angebote speziell für Lehrende an (ähnlich wie Google mit seinem Google Certified Innovator) und ich denke, weitere Angebote werden folgen. Im Ansatz kann man das begrüßen, realistisch muss man aber sehen, dass diese Unternehmen klar auch wirtschaftliche Interessen verfolgen (müssen) …“

André Spang, @tastenspieler, 17. Juli 2017

openSAP: SAP-Know-how auf Eigeninitiative

August 23, 2017 - 11:07

Die MOOC-Plattformen hierzulande lassen sich an einer Hand abzählen. Aus dem universitären Diskurs sind sie fast verschwunden. Doch openHPI und openSAP waren schon früh dabei und machen keine Anstalten, ihr Engagement zurückzufahren.

„Knapp viereinhalb Jahre nach dem Launch der openSAP-Plattform haben sich die kostenlosen Online-Kurse, Massive Open Online Courses genannt, als Weiterbildungsformat für SAP-Themen längst etabliert. 125 „MOOCs“ gibt es bereits, mehr als 500.000 Mal wurden bereits Abschlusszertifikate vergeben.“

Der Artikel liefert noch weitere Zahlen über Kurse und Teilnehmer (siehe unten), stellt kurz den Aufbau der openSAP-MOOCs und zentrale Features vor und verweist darauf, dass fast jeder vierte Teilnehmer auch bis zum Ende durchhält. Die Veranstalter wiederum schätzen das schnelle, unmittelbare Feedback, wenn etwas gut oder schlecht läuft. MOOCs, zusammengefasst, haben sich als Form der Weiterbildung für Berufstätige etabliert. Offen bleibt, ob und wie sich das Lernen aus Sicht der Teilnehmer verändert hat und was es für sie bedeutet, eine/r von 10.000 Lernern zu sein.
Andreas Schmitz, SAP News Center, 26. Juli 2017

 

Welche „Digitalen“ Kompetenzen benötigen wir in Zukunft? Ein Fallbeispiel mit generischem Wert

August 23, 2017 - 06:58

Das Fallbeispiel stammt aus der Schweizerischen Post. Joël Krapf ist Mitarbeiter, schreibt gerade an seiner Dissertation zum Thema und lässt uns über die Schulter auf das „laufende Verfahren“ schauen. Der Reihe nach: Über die Bedeutung digitaler Kompetenzen war man sich auch bei der Schweizerischen Post schnell einig. Um dann bei der Frage zu landen, was eigentlich unter „digitalen Kompetenzen“ zu verstehen ist.

Also hat man sich im ersten Schritt die vielen vorhandenen Modelle angeschaut und ist zu einer Unterscheidung gekommen: zwischen allgemeinen Kompetenzen, um in einer digitalen Welt erfolgreich bestehen zu können, und spezifischen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Tools. Im zweiten Schritt hat man 3.000 Kolleg*innen der Post gefragt, ob es sich auch aus ihrer Sicht um die „richtigen“ und „wichtigen“ Kompetenzen handelt. Die Richtung, so das Feedback der Befragten, stimmte. Also sind die Projektleiter im nächsten Schritt hingegangen und haben das Modell inhaltlich und grafisch angepasst (siehe unten).

Daepp, U. (2017): SkillChange Digitale Transformation. Welche (neuen) Kompetenzen benötigen die Mitarbeitenden der Schweizerischen Post im Zuge der Digitalen Transformation. unveröffentlichte Bachelorarbeit: Universität St.Gallen.

Wer jetzt vielleicht neugierig fragt, welche Kompetenzen denn wie und wann entwickelt werden, muss noch etwas Geduld mitbringen (und den Blog abonnieren). Gerade für die Entwicklung der Schlüsselkompetenzen ist das sicher eine spannende Frage (via Sabine Seufert).
Joël Krapf, Blog, 24. Juni 2017

KOA031 Wissensmanagement Future Backwards

August 22, 2017 - 06:35

Simon Dückert und Ulrich Schmidt haben die 31. (!) Folge ihrer Podcast-Reihe „Knowledge on Air“ zum Anlass genommen, um über Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit des Wissensmanagements nachzudenken. Dabei haben sie sich an den Leitfragen der Methode „Future Backwards“ (Dave Snowden) orientiert:

  1. Was ist der aktuelle Zustand des Wissensmanagements in Organisationen?
  2. Welche Schlüsselereignisse der Vergangenheit haben zu diesem Zustand geführt?
  3. Was ist unsere Vision für die Zukunft des Wissensmanagements („Heaven“)?
  4. Was ist unsere Anti-Vision? Wie soll das Wissensmanagement auf keinen Fall aussehen („Hell“)?
  5. Welche konkreten Schritte bringen uns zur Vision?

Die Bestandsaufnahme, so viel sei verraten, fällt ernüchternd aus („Wissensmanagement auf der Intensivstation“!). Auch die Shownotes mit vielen Stichworten und Links sind wieder einen Blick wert. Und alle Hörer sind eingeladen, sich an der Beantwortung der fünften Frage zu beteiligen.
Simon Dückert, Knowledge on Air, 11. August 2017

Bildquelle: Knowledge on Air

Corporate Learning 2025 MOOCathon – Woche 10 Abschluss Session am 21.07.2017

August 22, 2017 - 05:23

Als ich schon mit einem Bein im Urlaub war, haben meine Mitstreiter am Corporate Learning 2025 MOOCathon noch einige Daten zum MOOC und erste Rückmeldungen der Teilnehmenden präsentiert. Interessant ist zum Beispiel die Übersicht über Anzahl und Verteilung der Besucher und Kommentare: Während die Zahl der Besucher der Webseite erwartungsgemäß in der ersten Woche am größten war, gab es die meisten Kommentare in der siebten Woche (Viessmann). Knapp 60 Prozent der 88 Teilnehmenden, die den abschließenden Fragebogen ausgefüllt haben, kamen aus Großunternehmen. Joachim Niemeier hat dann noch die Rückmeldungen zu einzelnen Handlungsfeldern – von „Strategische Voraussetzungen für neues Lernen schaffen“ bis „Die Chancen von neuen Formaten und Methoden nutzen“ – vorgestellt. Aber hier findet ja im Rahmen unseres geplanten Hackathons am 7./ 8. September in Frankfurt ohnehin noch eine „Vertiefung“ statt, so dass sich die Themen, Aufgaben und Empfehlungen wahrscheinlich noch einmal neu sortieren werden.
Corporate Learning Community, YouTube, 21. Juli 2017

 

Trends and Patterns in Massive Open Online Courses: Review and Content Analysis of Research on MOOCs (2008-2015)

August 21, 2017 - 07:36

2008 gab es den ersten MOOC. Als 2011 Stanford die Bühne betrat, nahm eine breitere Öffentlichkeit Notiz. Grund genug, sich einmal die Forschungsarbeiten anzuschauen, die sich in den letzten Jahren mit dem Thema auseinandergesetzt haben und nach ihren Schwerpunkten zu fragen. 362 Artikel haben die Autor*innen unter die Lupe genommen. Was haben sie festgestellt? Hier einige Ergebnisse:

„The three most studied research areas (theories and models at the macro level; learner characteristics and instructional design at the micro level) constitute 53.7% of the overall corpus, …“

„Findings of this research revealed that the least explored research areas are learner support services; management and organization; access, equity, and ethics.“

„… the nature of the discourse across all the articles is 27.1% positive, 1.1% negative, 56.4% neutral, and 15.5% critical.“

„As stated in previous research, year 2012/2013 is the beginning of critical discourse that can be linked to high dropout rate that was diagnosed with the second generation xMOOCs which followed the first generation cMOOCs.“

„In terms of the types of MOOC that appear in the research, most of the selected articles deal with xMOOCs (32.1%), cMOOCs (7.5%), hybrid/dual-layer MOOCs (1.7%) or c/xMOOCs (14.7). However, many of the articles (44%) did not explain or clarify the type of MOOC that they were investigating.“

Die Autor*innen weisen auch die fünf MOOC-Artikel aus, die in der Literatur am häufigsten zitiert werden. Und sie schließen mit einer Reihe von Empfehlungen, die sich nicht zuletzt an den bis heute vernachlässigten Forschungsbereichen orientieren. Die aktuelle Ausgabe der International Review of Research in Open and Distributed Learning (IRRODL), das nur am Rande, enthält übrigens weitere interessante Artikel zu den Stichworten OER und E-Learning.
Aras Bozkurt, Ela Akgün-Özbek und Olaf Zawacki-Richter, International Review of Research in Open and Distributed Learning (IRRODL), Volume 18, Number 5, August 2017

Mein Wochenausklang: Lifehacks für die Bildung!

August 18, 2017 - 21:50

Lifehacks, das sind kurze Tipps, die uns den Alltag erleichtern sollen. Im Moment begegnen sie mir fast täglich. Auf YouTube gibt es sie natürlich schon lange, die Kanäle und Videos zum Stichwort. Was wir hier finden, ist fast alles, von „15 Tipps gegen Müdigkeit“ und „Kartoffel schälen like a Boss“ bis zu „Aus einer Weinflasche ein Trinkgefäß“. Es gibt unzählige Webseiten, Newsletter und Bücher zum Thema. Auf Wikipedia können wir lesen: „Lifehacks [laifhæks] (englisch für Lebens-Kniffe) sind Hacks, die sich auf Unwägbarkeiten, Strategien oder Tätigkeiten des Lebens beziehen. Sie dienen dazu, ein Problem zu lösen, das Ziel auf eine ungewöhnliche Weise zu erreichen oder die Effektivität – mitunter sogar die Effizienz – zu erhöhen.“

Hier finden wir auch den Hinweis auf einen populären Lifehack, nämlich die Vielzweckklemmen, die, richtig genutzt, mit dem Kabelsalat auf dem Schreibtisch Schluss machen. Hier können wir auch lesen, dass der Begriff „Lifehack“ 2004 auf einer Konferenz in Kalifornien zum ersten Mal gehört wurde. Stephan List (ToolBlog) hat kürzlich angemerkt, dass es Lifehacks natürlich schon viel länger gibt und auf eine Sammlung von wunderschönen Sammelkärtchen hingewiesen, die ein Zigarettenhersteller zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Schachteln beilegte.

Wenn ich das Ganze jetzt auf Bildung und Lernen übertrage: Vielleicht sind Lifehacks ja das ideale Format, um den Learning Nuggets von gestern neues Leben einzuhauchen? Vielleicht geht es auch nur darum, bestehende Lifehacks zu kuratieren, wie es so schön heißt, und zu verlinken? Oder Mitarbeitende zu bitten, ihre Lifehacks in der täglichen Arbeit einmal festzuhalten …

Bildquelle: Kelly Jean (Unsplash)

Digital Literacy in Higher Education, Part II

August 18, 2017 - 06:14

2016 hat das New Media Consortium (NMC), das auch den jährlichen Horizon Report herausbringt, mit der Unterstützung von Adobe erste Grundlagen zum Thema „Digital Literacy“ aufgelegt. Zum Beispiel mit der Beschreibung von „three models of digital literacy“: „universal literacy“, „creative literacy“, „literacy across disciplines“. Der vorliegende Part II setzt die angefangene Arbeit fort.

So werden 11 verschiedene Digital Literacy-Modelle vorgestellt (und auch grafisch sehr schön zusammengefasst!). Die unterschiedlichen Schwerpunkte einzelner Konzepte werden beleuchtet. Dann blicken die Autoren in einzelne Bereiche wie „Humanities“, „Business“ und „Computer Science“, verlinken Materialien aus diesen Bereichen und stellen einzelne Digital Learning-Initiativen vor. Statements verschiedener Experten runden die Studie ab.

Abschließend: Die Autoren haben einen klaren Ausgangspunkt, „… the idea that digital literacy is about learners as creative producers“ (S.11) Sie weisen aber abschließend darauf hin, dass die Diskussion um Digital Literacy nie abgeschlossen sein wird. Denn wer weiß heute, ob nicht Augmented und Virtual Reality, Blockchain und Artificial Intelligence, aber auch die politischen Diskussionen um „fake news“, ganz neue Fragen und Antworten aufwerfen.
Alexander, B., Adams Becker, S., Cummins, M., and Hall Giesinger, C., Part II: An NMC Horizon Project Strategic Brief. Volume 3.4, August 2017 (pdf)

Workforce of the future: The competing forces shaping 2030

August 17, 2017 - 10:54

Auch die PwC-Berater haben sich Gedanken gemacht, wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern. Ihre aktuelle Studie liefert jedoch keine neuen Zahlen oder Einsichten darüber, welche Jobs und Aufgaben in Zukunft verschwinden werden. Die Autoren wählen vielmehr einen szenario-basierten Ansatz und stellen uns, kurz und prägnant, „Four Worlds of Work in 2030“ vor.

Dabei gehen sie von fünf Megatrends aus: „Technological breakthroughs“, „Demographic shifts“, „Rapid urbanisation“, „Shifts in global economic power“ und „Resource scarcity and climate change“. Jetzt gibt es, so die Annahmen der Autoren, vier Optionen, wie sich diese Megatrends auf unser Zusammenleben auswirken können: „Collectivism vs. individualism“ und „integration vs. fragmentation“.

 

Diese Szenarien werden kurz beschrieben und auf ihre Konsequenzen für Unternehmen und HR abgeklopft. Der Blick in die Glaskugel führt dabei auch zu interessanten Anmerkungen wie „cognitive-enhancing drugs“ (Blue World) und Ideen wie „Guild Universitys“ (Yellow World). Fantasielose Geister könnten allerdings daherkommen und Green & Yellow nur als Ausprägungen von Red & Blue lesen.
PwC, 25. Juli 2017 (pdf)

 

Chatbots as Teaching Assistants: Introducing a Model for Learning Facilitation by AI Bots

August 17, 2017 - 06:34

Natürlich werden wir Chatbots zukünftig auch in Lehr- und Lernprozessen begegnen. Vor allem, wenn eine neue Generation von AI-gestützten Assistenten nicht nur mit vorgegebenen Antworten zur Seite steht, sondern selbständig neue Antworten generiert. Vor diesem Hintergrund haben die Bildungsexperten von SAP unter der Überschrift „Levels of Learning Facilitation by AI“ das folgende interessante Stufenmodell entwickelt:

„Level 1: Welcome learners
The AI teaching assistant welcomes new learners with personalized messages.

Level 2: Recommend content and peers
The AI teaching assistant recommends learning content, next steps, peers, and experts for collaborative learning

Level 3: Answer questions
The AI teaching assistant answers typical questions posted by learners

Level 4: Set goals and monitor learning progress
The AI teaching assistant sets learning goals for learners, communicates them, and monitors the learning progress

Level 5: Provide feedback
The AI teaching assistant provides personalized feedback

Level 6: Individual learner coaching
The AI teaching assistant proactively coaches learners by analyzing individual learning needs, making individual recommendations and providing individualized feedback.“

Ihre Einschätzung: Im Moment spielt sich vieles noch auf den Ebenen 1-3 ab. Spannend („real learning assistance“) wird es ab Ebene 4. Aber dafür braucht es noch mehr AI und noch mehr Daten (via Christoph Meier).
Lars Satow, SAP Blogs, 12. Juli 2017

Working Out Loud als mentales Onboarding für die Digitale Transformation

August 16, 2017 - 11:20

„Richtig angewendet“, schreibt Sebastian Hollmann (Continental), „wird WOL daher zum netzwerkbasierten Lern- und Arbeitsansatz für die Digitale Transformation.“ Working Out Loud (WOL), das ja derzeit in aller Munde ist, kann aus seiner Sicht auf zwei Wegen „gelebt“ werden: Man kann, mit dem richtigen „Mindset“ im Rucksack, damit beginnen, seine Erfahrungen mit anderen auszutauschen und zu teilen. Twitter, Facebook, Podcasts, der eigene Blog sowie die Treffen vor Ort sind zum Beispiel die Kanäle, die Sebastian Hollmann nutzt. Oder man folgt dem strukturierten Ansatz, den John Stepper ausführlich beschrieben hat: ein Ziel definieren, sich 12 Wochen lang mit Gleichgesinnten in WOL-Circles treffen, usw. Beide Wege und wichtige Leitplanken werden hier ausführlich vorgestellt und mit persönlichen Erfahrungen und Begegnungen verbunden. Und wer gerne etwas O-Ton hören möchte, kann den Autor übrigens auf der Zukunft Personal („Meet the Blogger“) treffen. Da habe ich übrigens auch unterschrieben …
Sebastian Hollmann, Zukunft Personal | HRM Expo BLOG, 14. August 2017

10 books every L&D leader needs to read

August 15, 2017 - 11:34

Eine Zusammenstellung unter diesem Titel ist natürlich kaum zu kommentieren oder zu bewerten, deshalb will ich sie hier gerne durchreichen. Sie findet sich, inklusive kurzer Erläuterungen, auf den Seiten von Towards Maturity, einem britischen Weiterbildungs-ThinkTank und will die Vorlage des vergangenen #BookLoversDay aufnehmen.

  1. Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth and Happiness (Cass R. Sunstein, Richard H. Thaler)
  2. Freakonomics: A Rogue Economist Explores the Hidden Side of Everything (Steven D. Levitt & Stephen J. Dubner)
  3. Learning Technologies in the Workplace: How to Successfully Implement Learning Technologies in Organizations (Donald H. Taylor)
  4. The Learning Challenge: Dealing with Technology, Innovation and Change in Learning and Development (Nigel Paine)
  5. First, Break All the Rules: What the World’s Greatest Managers Do Differently (Marcus Buckingham, Curt Coffman)
  6. Electronic Performance Support Systems (Gloria J. Gery)
  7. Revolutionize Learning & Development: Performance and Innovation Strategy for the Information Age (Clark Quinn)
  8. Black Box Thinking: The Surprising Truth About Success (Matthew Syed)
  9. Drive: The Surprising Truth About What Motivates Us (Dan Pink)
  10. Steve Jobs: The Exclusive Biography (Walter Isaacson)

Levi Phillips, Towards Maturity, 15. August 2017

Bildquelle: Annie Spratt (unsplash)

Bildung und Umgebung (I). Wege aus der pädagogischen Provinz

August 14, 2017 - 14:26

Der Autor arbeitet sich am Stand der Bildung ab, und wie bei vielen „schönen“ Texten kann man sich auch hier nie ganz sicher zu sein, alle Botschaften verstanden zu haben. Bildung, das nehme ich mit, hatte mit dem Lesen von Büchern zu tun und war in nationalen Traditionen (Provinz!) verwurzelt. Dann kam Bologna und bescherte zwar eine „Europa-Beamten-Bürokratie“, aber nicht die erhoffte, grenzüberschreitende Mobilität der Studierenden. Nicht bestellt, aber einflussreicher sind dagegen die sozialen Netzwerke, die von Silicon Valley aus den europäischen Kommunikations- und Bildungsraum prägen. In diesem ersten Teil drückt Heiko Christians vor allem sein Unbehagen an einigen aktuellen Veränderungen aus. Die Stichworte „Medienkometenz“ und „Bildungsroman“ fallen. Aber die Auflösung erfolgt wahrscheinlich erst in der Fortsetzung dieses Artikels. Mal sehen, ob sie der Verlag wieder offen ins Netz stellt…

„Dass sich gleichzeitig – nach Bologna, Pisa oder Lissabon (also nach dem »Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region« vom 11. April 1997) – weder die internationale Mobilität der Studierenden verbessert hat, die wahrscheinlich sogar im Mittelalter höher war als heute, noch die sogenannte Regelstudienzeit durchschnittlich besser eingehalten wird, ist als deprimierende Zwischenbilanz der Reform schon akzeptiert. Obwohl sie mit genau diesen Verheißungen eingeleitet worden war, zeigt sich jetzt, dass es womöglich doch weniger um studienorganisatorische als vielmehr um (macht)- politische Ziele gegangen sein dürfte.“

Heiko Christians, Merkur, Jahrgang 71, Heft 819, August 2017

Bildquelle: Goldmund100 (Luca Volpi, Wikimedia)

 

Sammelrezension zum Thema informelles Lernen

August 14, 2017 - 05:43

2016 sind zwei Handbücher zum „Informellen Lernen“ erschienen – mit insgesamt über 1.500 Seiten. Herausgeber sind zum einen Marius Harring, Matthias D. Witte und Timo Burger, zum anderen Matthias Rohs. Man kann darüber spekulieren, was der doppelte Versuch einer systematischen Darstellung des Themas über den Stand der Diskussion sagt. Vicki Täubig hat sich jedenfalls durch beide Werke gearbeitet, hält sich aber in ihrer Rezension mit eigenen Einschätzungen zur Sache zurück. Sie entdeckt viele Parallelen, Unterschiede (hier mehr Jugend-, da mehr Erwachsenenzentrierung) und Schwerpunkte (digitale Medien im Handbuch von Matthias Rohs, internationale Perspektiven bei Marius Harring, Matthias D. Witte und Timo Burger). Am Ende wirbt sie wirklich für ein „mäanderndes Lesen“, das sich jeweils aus beiden Handbüchern bedient. Eine charmante Idee, aber vielleicht doch eine Zeitfrage …
Vicki Täubig, in: Erziehungswissenschaftliche Revue (EWR),16 (2017), Nr. 4, 2. August 2017

Wissensmanagement kompakt

August 11, 2017 - 21:11

Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) in Düsseldorf hat die Broschüre „Wissensmanagement kompakt“ herausgegeben. Es ist eine praxisorientierte Handreichung für Unternehmen, die das Wissen erfahrener Mitarbeiter*innen sichern und den Wissenstransfer in ihrer Organisation unterstützen wollen. Den roten Faden bilden die Bausteine des Wissensmanagements nach Probst/ Raub/ Romhardt. Dabei widmet sich die Broschüre vor allem der Wissensidentifikation und dem Wissenstransfer, die mit zahlreichen Methoden und Einsatzbeispielen unterlegt werden. Die Rede ist unter anderem von der Qualifikationsmatrix, Wissenslandkarten, Kompetenzprofilen (Wissensidentifikation), von altersgemischten Teams, Mentoring und Wissensstaffeln (Wissenstransfer). In diesen konkreten Beispielen (mit Ansprechpartnern!) liegen Charme und Nutzen der Broschüre. Allerdings fehlen Projekte, in denen versucht wird, diese Wissensprozesse – auch mit Hilfe neuer Netztechnologien – im Arbeitsalltag und der informellen Kultur des Unternehmens zu verankern. Aber dafür hätte man wahrscheinlich den Blick von Industrie und Produktion weg auf andere Branchen werfen müssen.
Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa), 31. Juli 2017 (pdf)

Why Adopt Microlearning – 15 Questions Answered

August 11, 2017 - 15:50

Eine nützliche Übersicht über das Konzept „Microlearning“. Aus meiner Sicht wird dem Stichwort schon fast etwas zuviel zugemutet, aber dafür werden alle denkbaren Perspektiven aufgenommen und beleuchtet: Was Microlearning ist („an action-oriented approach of offering bite-sized learning that gets learners to learn, act, and practice“), die Vorteile von Microlearning, die verschiedenen Einsatzfelder und Designs und sogar einige Anmerkungen zum ROI. Als Auszug anbei die im Artikel aufgeführten Formate:

„Interactive parallax based scrolling, mobile apps, short videos, interactive videos, whiteboard animations, kinetic text based animations, complex branching scenario based simulations, infographics, eBooks and flipbooks, iPDFs (interactive PDFs)“

Asha Pandey, EI Design, 10. August 2017

Meinungsbeiträge: New Educonomy

August 10, 2017 - 15:43

Zum Stichwort „New Educonomy“ hat die Redaktion der Bundeszentrale für politische Bildung jetzt noch zwei Positionen ergänzt: Martina Schmerr (GEW) und Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen) nehmen jeweils Stellung zum Verhältnis von Bildungsbereich und Digitalisierung, ohne sich aber richtig ins Gehege zu kommen. Während Martina Schmerr für Grenzen und Transparenz plädiert, unterstreicht Tobias Kollmann die Bedeutung digitaler Kompetenzen und den Nachholbedarf in Deutschland. Beides kann man gut nacheinander lesen.
Bundeszentrale für politische Bildung/ werkstatt.bpb.de, 27. Juli 2017

Seven Reasons to Use a WordPress eLearning Platform

August 10, 2017 - 08:53

Wer in L&D eines Großunternehmens arbeitet, sollte vielleicht diesen Artikel überspringen oder erst nach Feierabend lesen. Natürlich kann WordPress kein LMS ersetzen. Aber: WordPress ist wahrscheinlich das weltweit am häufigsten genutzte Content Management System und damit längst seinem Ursprung als Blogging-Plattform entwachsen. Man kann WordPress selbst hosten oder externe Dienste in Anspruch nehmen. Es ist fast beliebig anpassbar. Fast jede denkbar Funktion kann ergänzt werden, um Kurse, Inhalte und Medien interaktiv zu gestalten. Und fast jede Verknüpfung mit sozialen Netzwerken und Tools ist möglich. Denn hinter WordPress steht eine weltweite Community, die auf (fast) jede Frage eine Antwort hat.

Zur Erinnerung: Auch unser Corporate Learning 2025 MOOCathon läuft auf einer WordPress-Installation.
Pamela Hogle, Learning Solutions Magazine, 9. August 2017

Bildquelle: Dave Clements (Wikimedia)

Lernen und Bildung Erwachsener

August 9, 2017 - 09:56

Neben „schöner Literatur“ habe ich mir im Urlaub auch ein Fachbuch gegönnt und „Lernen und Bildung Erwachsener“ von Horst Siebert eingepackt. Horst Siebert, das vorneweg, ist eine feste Größe in der Erwachsenenbildung, hat das Fach mitentwickelt, in Hannover gelehrt und ist inzwischen emeritiert. Das Buch ist 2011 zum ersten Mal erschienen und wurde für die 3. Auflage (2017) von Matthias Rohs um ein Kapitel „Erwachsenenbildung in der digitalisierten Gesellschaft“ erweitert. Auch ein Kaufgrund für mich.

Das Buch richtet sich vor allem an Studierende der Erwachsenenbildung und will ihnen Überblick und Orientierung geben. Es enthält fünf Kapitel, die keiner strengen Logik folgen, sondern eher verschiedene Perspektiven auf den Gegenstand „Erwachsenenbildung“ werfen. Ihre Überschriften lauten: 1. Lernforschung im Überblick, 2. Biografisches Lernen, 3. Lehr-Lernsituation, 4. Bildung in der Gesellschaft der Postmoderne, 5. Theorien der Erwachsenenbildung. Hinzu kommt das abschließende Kapitel von Matthias Rohs.

Da meine Lektüre größtenteils bei tropischen Temperaturen in Südfrankreich erfolgte und sich in den familiengesteuerten Tagesablauf einbetten musste, will ich an dieser Stelle in lockerer Reihung aufzählen, was ich „mitgenommen“ habe.

  • Horst Siebert ist ein Vertreter einer konstruktivistischen Erkenntnis- und Lerntheorie. Das ist heute zwar kaum noch eine Nachricht wert, aber man erfährt als Leser dieses Grundlagenwerks sehr schön, was der Konstruktivismus als Dach alles zusammenführt: Das beginnt (natürlich) mit einer klaren Vorstellung vom Lernen und von Lernprozessen: Sie sind „situiert“, „biografisch eingebettet“, „selbstgesteuert“, „lebensweltbezogen“. Wie ein roter Faden wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das Lernen Erwachsener geprägt von persönlichen Erfahrungen ist, verankert in unterschiedlichen soziokulturellen Milieus, geprägt von beruflichen Anforderungen und familiären Situationen.
  • Aus den weiteren Bezügen, die sich aus der konstruktivistischen Erkenntnis- und Lerntheorie ergeben, will ich nur zwei Punkte herausgreifen: zum einen die Verbindung zu den Erkenntnissen der Neurowissenschaften bzw. Gehirnforschung, auf die Horst Siebert natürlich ausführlich hinweist. Er führt an, dass unser Gehirn (als „wichtigstes Lernorgan“, S.74) autopoietisch, operational geschlossen, strukturdeterminiert und selbstorganisiert funktioniert und dass es als geschlossenes System vorwiegend mit sich selbst kommuniziert, Lernen also überwiegend als „innerer Monolog“ stattfindet. Aber Horst Siebert stellt auch fest, dass, so faszinierend die Erkenntnisse der Gehirnforschung auch scheinen, ihre didaktisch-methodischen Konsequenzen „begrenzt“ sind (S. 68).
  • Zum anderen spannt Horst Siebert eine Verbindung zwischen postmoderner Gesellschafts- und konstruktivistischer Erkenntnistheorie, wenn er Pluralität (als „Vielfalt der Wirklichkeiten, der Wahrheiten, der ‚Vernünfte‘“) als Schlüsselbegriff hervorhebt. „Lernen in der Postmoderne ist eine unabgeschlossene Suchbewegung.“ (S. 145)
  • Der letzte Punkt weist auch darauf hin, dass „Lernen und Bildung Erwachsener“ mehr Disziplingeschichte als ein (systematisches) Handbuch zur Didaktik und Methodik des Erwachsenenlernens ist. Aber natürlich fällt das Stichwort „Ermöglichungsdidaktik“, und natürlich ergeben sich aus den Ausführungen von Horst Siebert unmittelbare Konsequenzen für die praktische Gestaltung und Umsetzung von Lehr-/ Lernsituationen. Zwei Zitate, die das unterstreichen:

„Erwachsene sind lernfähig, aber unbelehrbar. Das schließt jedoch nicht aus, dass sie mit und von anderen lernen.“ (S. 95)

„Dies ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Schulpädagogik und Erwachsenenbildung: In der Schule sind die Themen von dem Fächerkanon vorgegeben. In der Erwachsenenbildung werden die Themen durch die Teilnehmer vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen und Verwendungssituationen konstruiert.“ (S. 80)

  • Horst Siebert zeichnet auch nach, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Schwerpunkte der Erwachsenenbildung verändert haben. „Qualifikation – Kompetenz – Bildung“ lautet die Überschrift eines Kapitels. Hier spricht er sogar von der „Renaissance und Reinterpretation des Bildungsbegriffs“: „Bildung ist ohne Wissen, Qualifikationen, Kompetenzen nicht denkbar. Aber Bildung enthält darüber hinaus eine ethische und politische Dimension. Bildung basiert auf einem humanistisch-demokratischen Menschenbild.“ (S. 50) Das ist vermutlich schon 2011 geschrieben, aber auch heute jederzeit anschlussfähig.
  • Zum Stichwort „Disziplingeschichte“ hier eine interessante Zusammenfassung von Horst Siebert:

„Überblickt man die Erwachsenenbildungsforschung der vergangenen 50 Jahre, lassen sich folgende Trends und Akzentverschiebungen feststellen:
– von Pädagogik zum Bildungsmanagement (Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Change Management)
– von der Lern- und Entwicklungspsychologie zur Biografieforschung
– von der Bildungssoziologie zur Milieuforschung
– von der fachspezifischen Forschung zur interdisziplinären Forschung
– von der nationalen Perspektive zur komparativen, internationalen Perspektive
– von der Institutionenforschung zur Netzwerkforschung
– von formalen Lernprozessen zur Verbindung formalen und informellen Lernensvon der Lehrforschung zur Qualitätssicherung.“ (S. 41)

  • Zum Abschluss noch zwei Beobachtungen: Wenn Horst Siebert von Erwachsenenbildung spricht, dann sind ihm die Volkshochschulen als Lernorte näher als die Arbeitsplätze in Unternehmen und Organisationen. Betriebliche Weiterbildung kommt nur am Rande vor. Das kann auf Leerstellen der Lehr-/ Lernforschung oder den persönlichen Erfahrungshintergrund des Autors hinweisen. Oder auf beides.
    Der andere Punkt: Es ist sicher nur eine Notlösung, wenn die Digitalisierung und ihr Einfluss auf das Lernen und die Bildung Erwachsener in einem separaten Kapitel nachgeschoben wird. Sie gehört in jedes Kapitel (ohne dass selbstverständlich das Stichwort in jedem Kapitel fallen muss).

Mein Fazit: Ich habe das Buch mit großen Gewinn gelesen, weil es von der ersten bis zur letzten Seite unterstreicht, dass Lernen ein selbstgesteuerter Prozess ist, lebenswelt- und situationsbezogen. Der Begriff „Biografisches Lernen“ bringt es auf den Punkt und zeigt die Grenzen der Informationsvermittlung im Sinne einer „Belehrungsdidaktik“ auf.
Horst Siebert: Lernen und Bildung Erwachsener. Bielefeld (W. Bertelsmann Verlag) 2017, 3., überarb. Auflage, 243 S.

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