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8. November 2020
von Frank Vohle
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Was ist Präsenz?

Im Zuge von Covid-19 und der damit verbundenen „Zwangsdigitalisierung“ sehnt man sich fast überall in Schule, Hochschule, Wirtschaft, Sport & Kultur zurück nach DER Präsenz. Zwar gibt es auch viele Stimmen, die nach einer „neuen Präsenz“ in „neuer Kombination“ mit einer „neuen Digitalisierung“ Ausschau halten (vgl. Digitalität), aber all diese neuen Überlegungen hängen an der alten Präsenz, in der wir uns ohne Maske, d.h. unvermittelt, spontan und frei begegnen konnten.

Die seit März 2020 flächendeckende Lernerfahrung im digitalen Raum, meist in gekachelten Videokonferenzen, provoziert aber auch die Frage nach dem unverwechselbaren Kern, dem einmaligen Mehrwert der Präsenz, dem USP oder der DNA sozusagen. Die bisher beste Antwort darauf kommt für mich nicht aus der Wissenschaft, sondern von einem aus der Mitte des Kultbetriebs: Herbert Grönemeyer. In der aktuellen ZEIT-Ausgabe sagt er in typischem Grönemeyer-Ton zwar nichts zur Präsenz direkt, aber dafür etwas zur Kultur. Vieles von dem, was er sagt – so denke ich –, passt genau und tiefgründig zu dem, was wir mit dem Begriff der „Präsenz“ zum Ausdruck bringen wollen.

„Kultur stützt die Menschen in ihrer Verzweiflung, Trauer, in der Lust, Freude, ihrem Lachen, ihrem Mut und ihrer Zuversicht. Sie lässt ihre Gehirne wachsen, nährt ihre Sicht, ihren Aufbruch, klärt und hinterfragt. Aber genau das liegt gerade brach. Bühnen und Clubs veröden, Musiker, Sänger, DJs, Schausteller, Kabarettisten, Comedians, Schauspieler, freie Theater und -schaffende sind zur Ruhe verdammt, können nicht brennen und anfeuern. Sie verdursten. Die Liebesbeziehung zwischen ihnen und ihrem Publikum liegt auf Eis, und ihr gegenseitiges Aufputschen verdorrt. Wir alle kleben unter dieser wabernden Viralwolke fest, wagen immer wieder den inneren Aufbruch, um dann zu merken, unserer Melancholie fehlt ihr Zuhause, ihre Heimat, ihr Ladegerät. Das ist die öffentliche Kunst und Unterhaltung, das sind die harten Beats, die Wucht der Sprache, die Anmut der Bewegung, der Tanz, das Aufreizende des Gesangs, die Gemeinsamkeit mit anderen, das Aneinander, das einende Singen, Zuhören, Weinen und Jauchzen. Gleichzeitig auch die Stille im Kino oder Theater, die Räume zum Sichverlieren, Sinnieren, zum Entfliehen und zum Wiederzurückkommen, gestärkt, bekräftigt, belebt und bestätigt, seiner versichert.  […]

Es ginge mit dem Zitat noch weiter, aber hier mal ein Halt. Was können wir daraus für die Präsenz, z.B. im Zusammenhang von Lehren & Lernen, gar Bildung, lernen? Hm, ich ahne es nur: Vielleicht ist der Sinn der Präsenz eine „Verzauberung auf Zeit“? Verzauberung auf Zeit … man merkt, wie weit eine solche Sichtweise von dem weg ist, was wir Learning Professionals bisher unter Präsenz verstehen.

30. Oktober 2020
von Frank Vohle
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Corona und das Corporate Learning: Ein Besuch beim CLC20

Zu den kleineren Veränderungen von Corona gehört, dass Veranstaltungen wie das CLC20 DA rein online stattfinden. Doch solche „Verschiebungen von der Präsenz ins Netz“ erzeugen auch neue, ggf. radikale, Vorstellungen von dem, was wir bisher für „normal“ und „richtig“ gehalten haben; da bahnen sich große Verschiebungen an!

Gestern habe ich gefühlt nach zehn Jahren Abstinenz mal wieder an einem Barcamp der CLC-Community teilgenommen. Die ca. 3000 TeilnehmerInnen starke Gruppe hat im deutschsprachigen Raum (DACH) eine Vorreiterrolle beim Thema Corporate Learning (mit digitalen Medien) eingenommen, was u.a. Karlheinz Pape zu verdanken ist (Erstkontakt hier); ich weiß, ich weiß, er hat viele Mitstreiter wie z.B. die Cogneon Akademie mit Simon Dückert und viele viele andere. Aber für mich, als einen, der von außen drauf schaut, ist Karlheinz der Spiritus Rector 😊.

Ich hatte für meine Session eine Geschichte im Gepäck, die ich aufgrund der Besonderheit einfach mal erzählen wollte: Social Video in einer Blended Conference mit über 100 Teilnehmenden an einer Schweizer Hochschule (EHSM), wie hier beschrieben. Ziel meiner Session war, Interessierten die Methode „Social Video“ im Inverted-Format näher zu bringen und dieses Beispiels (also an einem konkreten Fall) mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Dies gelang nur bedingt; offenbar war das Konzept eingängig, es kamen nach meinem Input fast keine Fragen, hmm. Frank … alles OK, bitte setzen.

Aus dieser fraglosen Ruhe heraus entstand dann aber eine sehr interessante Diskussion, nämlich über die Rolle der (analogen) Präsenz, woran auch der Anwesende Karlheinz nicht ganz unschuldig war. Er hatte in seiner Session im Slot vorher nach der neuen Rolle der Präsenz gefragt, von einem neuen Lernen gesprochen und auch dies sollte hier in meiner Session Thema sein. Die Diskussion hatte aber ein anderes Zentrum: Im Kern diskutierten wir über eine neue Zielkategorie, nämlich über die „Nähe“! (vgl. hierzu Impact Free von Gabi Reinmann)

Das ist ja eher eine Metapher, die Raum lässt für geistige Nähe, trotz körperlicher Ferne, was uns zu zwei Fragen führte: a) Wie lässt sich „geistige Nähe“ im digitalen Raum erzeugen? b) Für welche Themen und Zielstellungen brauchen wir eine „körperliche Kopräsenz“ (im analogen) wirklich zwingend, auch jenseits der VR-Immersion?

Die Diskussion nahm also zweifelsfrei philosophische Züge an. Aber wo, wenn nicht auf einem Barcamp darf man grundsätzlich und frei, also jenseits des täglichen Klein-Kleins, so sprechen?!

Wir sind auf keine „Lösung“ gekommen, das ist klar, zu groß und übermächtig ist die Frage nach dem neuen Lernen und seinen Räumen, nach den Modi, Steuerungen und Technologien. Aber wir sind – glaube ich – einer wichtigen Frage auf die Spur gekommen: Jenseits aller Detailfragen (die kontrovers und teils auch mit ideologischen Ballast diskutiert werden) ist die Metapher der Nähe ein gutes, gedankliches Spielfeld, um alte, oft dualistische Überzeugungen loszulassen und neue Kombinationen und Mischungen oder gar neue Qualitäten des Lernens zu erproben.

P.S. Auf einem Barcamp sind sog. Sketchnotes (visuelle Zusammenfassungen) populär. Ich habe mich in der Anlage mit Stift, Schere und Kleber erstmals versucht.
P.P.S. Bei Interesse am Werkzeug mal vorbeischauen https://interactive-video-suite.de/de/startseite

25. August 2020
von Frank Vohle
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Den Schweizern so nah

In den letzten 14 Tagen war ich in die Klausurtagung 2020 an der Eidgenössischen Hochschule des Sports in Magglingen (EHSM) eingebunden. Im engen Austausch mit Rektor Urs Maeder und der Leiterin der Rektoratsdienste, Christine Hasler, haben wir eine „Blended Conference“ geplant und durchgeführt. Bei mir löst der Begriff „Sporthochschule“ immer noch eine besondere Faszination aus: zum einen, weil es mich an mein eigenes Sportstudium in Köln erinnert und zum anderen, weil in einem solchen Hochschultyp versucht wird, Körperliches mit Geistigem zu verbinden, was besondere Herausforderungen an eine „Hochschulsportdidaktik“ (Gibt’s noch nicht, oder?) stellt.

Und was war nun so besonders an dieser Blended Conference (~ Asynchron-Synchron-Hyflex-Ansatz)?

  • Es war die ganze Hochschule beteiligt. Zwar ist die Hochschule in Magglingen gegenüber einer Universität klein und fein, aber es ist eine gute Sache, wenn alle mitmachen!
  • Asynchrone Phase: In der neuntägigen Online-Vorphase hatten wir drei kleine Aufgaben platziert: (a) Erstellung eines Erfahrungsberichts über die eigene Corona-Lehre (Emergency Remote Teaching) (b) Kommentierung eines kurzen Videos von Herrn Müller Werder zur Begrifflichkeit im e-Learning und (c) Kommentierung meines Vortrags „Lernen 5.0“, den ich im Sinne des Inverted Classroom bewusst VOR die Klausurtagung gelegt habe. Mit insgesamt über 400 Blogbeiträgen und Videokommentaren entwickelte sich viel Energie mit Beschreibungen, Meinungen, Einschätzungen, Forderungen schon im Vorfeld der Klausurtagung.
  • Synchrone Phase: Auf der Klausurtagung in Magglingen fanden sich ca. 100 Personen vor Ort und ca. 50 Personen im Online-Raum ein (räumliches Hybrid). Nach einem Impulsreferat von Claude Müller Werder am Vormittag, kam mir am Nachmittag die Aufgabe zu, mit allen Beteiligten (in verteilten Analogräumen und zugeschalteten Online-Räumen) einen zweistündigen Workshop umzusetzen … und das ist aus der Hamburger Ferne dann doch eine interessante Erfahrung 😉. Gestartet bin ich mit einer Zusammenfassung der aus meiner Sicht wichtigsten Punkte aus den über 200 Videokommentaren zu meinem Vortrag. Obwohl: Zusammenfassung ist nicht ganz richtig; vielmehr sollten Stichworte mit weiterführenden Gedanken die Auseinandersetzung mit den Themen vertiefen. Inwiefern mir das in gut 30 Minuten gelungen ist, weiß ich noch nicht, die Reflexionen stehen noch aus. Im Anschluss sind wir dann produktiv geworden: In Kleingruppen (2-4 Personen) bestand die Aufgabe darin, die bisherigen Impulse aus der Vorphase sowie des Vor- und Nachmittags in einer eigenen Lehrskizze zu verwerten. Gefordert war ein erstes Konzept, wie man die eigene Lehre durch digitale Medien von der Seite der Inhaltserstellung, der Aktivierung und Betreuung attraktiv machen kann. Das Ergebnis sollte in einem 5-minütigen Video festgehalten und in edubreak hochgeladen werden. Am Ende hörten wir uns exemplarisch zwei Präsentationen an und diskutierten erste Ideen.
  • Asynchrone-Phase: In der Nachphase – die aktuell noch läuft – besteht die Aufgabe darin, ein beliebiges Kleingruppenvideo mit einem „kollegialen Tipp“ zu kommentieren, um die Sichtung der Ergebnisse und den inhaltlichen Austausch anzukurbeln. Eine abschließende offen Reflexion in einem Blog – bewusst ganz ohne Befragungskategorien – soll nochmal die Mehrwerte und Schwachstellen der Blended Conference sichtbar machen.

Mein Fazit: Ich fand es ebenso herausfordernd wie interessant, durch die vielen Videokommentare in engen Kontakt mit allen Beteiligten zu kommen, ich meine damit eine „geistige Nähe“, die offenbar selbst aus dem fernen Hamburg möglich ist. Die Rückmeldung, inwiefern ich durch das Format der Blended Conference – bei der ja der Inhalt zur Methode wird – Neues und Nachhaltiges anstoßen konnte, steht aus. Nur so viel: Es lief alles ohne größere technische Probleme, was angesichts der großen Zahl der Beteiligten vor Ort in Magglingen und im Onlineraum immer wieder erstaunlich ist. Mein Dank geht an dieser Stelle an Stephan Ebisch auf Seiten der Ghostthinker und an Paul Friedli an der EHSM. Schließlich möchte ich mich bei Urs Maeder bedanken, der mir bei der ganzen Aktion großes Vorschuss-Vertrauen entgegengebracht hat, was ich hoffentlich nicht enttäuscht habe

19. Juli 2020
von Frank Vohle
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Fehlerkultur

Also bei uns ist es so: Meine Frau wäscht und ich kaufe ein. Nicht, dass ich nicht waschen könnte, aber ich nehme es mit den Farben und Stoffen nicht so genau. Aber auch, wenn man nicht selber wäscht, können schlimme Sachen passieren.

Neulich kam Gabi in mein Büro und zeigte mir meine T-Shirts, alle in einem poppigen Rot gefärbt. Ursache war eine rote Serviette, die ich in einer meiner Jeans vergessen hatte. Rote Servietten erfüllen alle Kriterien, die man bei einem Waschvorgang nicht braucht: Der Zellstoff löst sich in kleinste Teile auf und haftet bombenfest an jedem Textilstück, und die Farbe Rot dringt tief in die Faserstruktur ein, sodass alles mit einem schönen Schleier versehen ist.

Die Frage ist also: Was machen wir mit diesen Menschen, die rote Servietten in die Waschmaschine stopfen? Auspeitschen hat sich für die Prävention nicht als förderlich herausgestellt, so die Rechtsgeschichte. Geeigneter erscheint mir die Selbstbestrafung, die T-Shirts mit einem starken Klebeband von den Zellstoffpartikeln zu befreien, was erstaunlich gut ging.

Man könnte jetzt meinen, dass mir das eine Lehre war, also Gabis Mahnung, meine Einsicht, die Selbstbestrafung. Klar, rote Servietten in der Wäsche sind böse, dass weiß doch jedes Kind. Zwei Tage später kam Gabi wieder in mein Büro. In der Hand hielt sie ein Schokoladenbonbon. Gott sei Dank hatte die Plastikfolie gehalten, sonst wäre die ganze Wäsche schoko-braun oder klebrig gewesen, wer weiß das schon.

Vielleicht sollte ich doch mal den Wasch-Posten übernehmen, dann habe ich die Chance, alles nochmal zu kontrollieren. Aber das wird Gabi nicht mitmachen. Rote Servietten und Schokobonbons in zwei Tagen sind einfach zu viel des Guten. Ok, dann schleppe ich lieber die schweren, schweren Einkaufstaschen, da kann man nix falsch machen … obwohl … neulich …. 🙂

22. Juni 2020
von Frank Vohle
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Barcamp, Fishbowl und ein Überraschungsgast

Erstmals fand 2020 die „Digitale Jahrestagung Bildung“ des Deutschen Fußball Bundes e.V. unter Leitung von Wolfgang Möbius im reinen Online-Format statt. Und das, was sich das Organisationsteam (u.a. Sebastian Fink, Felix Mack, Steffen Bartel) im Vorfeld überlegten, hatte es in sich: Die Konferenz startete am Freitag um 16.30 Uhr mit Wolfgang und Sebastian, die ca. 90 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet begrüßten. Es folgte eine kurzweilige Rede von Günter Distelrath (Vizepräsident des DFB), der u.a. an die erfolgreiche Einführung des digitalen Lernens (Blended Learning, SVL etc.) seit 2016 erinnerte.

Nach einer Pause trugen zwei Barcamps mit jeweils ca. 15 Sessions dazu bei, dass eine große Vielfalt an Themen auf den Tisch kam. Es ist immer wieder erstaunlich, wenn da 90 Teilnehmende „per Klick“ in Breakout-Rooms „verschwinden“ und fast nahtlos eine intensive Diskussion beginnt, mit Themen, die sie selbst vorgeschlagen haben. Vor allem hier denkt man sich: Vorteil digital! Ich selbst hatte eine Session mit dem Thema „Multikriterien Videokommentierung“ (edubreak@spider) beigesteuert, die zwar von Wenigen, dafür intensiv diskutiert wurde. Danke Tammo!

Nach einer erneuten Pause schaffte es Professor Jenewein von der Uni St. Gallen in einer Motivationsrede Covid19 mit den Begriffen Demut und Interesse zu verbinden. Das, so sein Credo, seien die richtigen kognitiv-emotionalen Modi, um für sich, in der Familie und im Job positiv Wege im Umgang mit den Folgen von Covid19 zu (er)finden. Recht hat er! Hermann Grams, der die nachfolgende Diskussion visualisierte, stellte vor allem den Wortteil Mut in DeMUT als wichtige Zukunftseigenschaft heraus.

Nach einer erneuten Pause startete dann ein Fishbowl, also eine Diskussionsrunde, an der sich die Teilnehmenden per Chat und bei großer Relevanz auch mit Wortmeldung beteiligten. Es würde hier zu weit führen, alle Aspekte dieser Diskussionsrunde u.a. mit dem Leiter der DFB Akademie Dr. Haupt, dem Leiter der DFB-Kommission Qualifizierung Gundolf Walaschewski sowie Markus Danz (SFV) zusammenzufassen. Aber: Es ging um das Leitthema Digitalisierung und damit verbunden, um Fragen der praktischen Umsetzung in der Ausbildung sowie um ein dem digitalen Zeitalter angemessenes Führungsverständnis. Hier spielten Begriffe wie Wärme, Empathie und Wissensteilung eine große Rolle. Vor allem viel auf, wie virtuos Wolfgang Möbius die gesamte Online-Diskussion stimulierte und lenkte, also eine seltene Digitalkompetenz, die auf jahrelanger analoger Erfahrung beruht.

Und wäre das bisher nicht alles genug:  Die TeilnehmerInnen wurden am Ende noch mit einer Zuschaltung von Oliver Bierhoff überrascht. Das war großes Tennis! Auch hier wird sichtbar, welche Vorteile im Digitalen liegen. Bierhoff nutzte die Zeit, um ein paar persönliche Perspektiven mit den Teilnehmern zu teilen, z.B. wie er in Coronazeiten Kontakt mit den Nationalspielern hält. Das war ebenfalls kurzweilig, genau wie die gesamte Tagung.

Der DFB hat damit einen Konferenz-Standard im deutschen Sport gesetzt, der mir in dieser Form noch nicht untergekommen ist. Das ist genau der Mut von Bildungsmachern, von dem weiter oben die Rede war. Echt klasse und Glückwunsch ans Team!

3. Mai 2020
von Frank Vohle
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Die Resiliente Gesellschaft

Gerhard Polt – ein bayerischer Kabarettist – hatte mal in einem seiner Stücke gesagt: Sein „Bangladeschi“ (gemeint war ein aus Bangladesch stammender Arbeiter, der in seinem Restaurant als Spülhilfe arbeitete) sei in Krisenzeiten finanziell „flexibel“, flexibel wie ein Bambus, der sich bei Sturm biege!

Polt sei seine diskriminierende Bemerkung verziehen: In der Kunst fallen Humor und Kritik (hier bei Polt an der Globalisierung) in eins. Biegsam wie ein Bambus: Schaut man in die einschlägige Literatur zur Resilienz, dann trifft man immer wieder auf dieses Bild der „Biegsamkeit“, der „Wiederrückstellung“, so ähnlich wie bei den Borg von Star Wars, bei denen jeder Schiffstreffer der Föderation sogleich durch Nanotechnologie repariert wird. Wie praktisch!

Der Bezug zur Gegenwart ist schnell gezogen: Seit Corona ist nichts mehr, wie es war; alle Menschen auf dieser einen Erde stehen vor der Herausforderung, ihr eigenes Leben zu schützen, anderes Leben zu schützen, zwar nicht ganz wie im Krieg, aber doch mit einer keine Widerrede duldenden Entschlossenheit, die uns bisher fremd war. Doch dieses Ziel hat seinen Preis: Zunehmend geraten die Freiheitsrechte, der soziale Frieden und die wirtschaftliche Kraft eines Landes bzw. ganzer Nationen in Bedrängnis. Auf wissenschaftlich letztlich unsicherer oder zumindest kontrovers diskutierbarer Informationsbasis ist von einem Tsunami die Rede, von dem man nicht weiß, wann er kommt und wie hoch er ist. Wir sind also gespannt und gelähmt zugleich, irgendetwas Ungesundes jedenfalls und der nationale Wille wächst von Woche zu Woche, etwas Grundsätzliches dagegen zu tun.

In den 70er des letzten Jahrhunderts sprach man bereits in der Umweltbewegung von Widerstandskraft, spätestens aber mit dem Beitrag von Benedikter & Fadthi (2010) ist der Begriff in der Welt: „Resiliente Gesellschaft“. In ihrem Aufsatz skizzieren sie vier Dimensionen einer Zukunftssicherung in Krisenzeiten: Sicherheit durch Schutz, Sicherheit durch Risikomanagement, Sicherheit durch Sozialkapital und Sicherheit durch Technologie, so könnte man das knapp umschreiben. All diesen Ansätzen ist gemein, dass sie die Krise immer als etwas von außen Kommendes begreifen, das über den Menschen hereinbricht, was man auf eine bestimmte Art managen kann. Und ohne Zweifel gilt: In der Krise sind all die o.g. Faktoren wichtig.

Was aber mit Corona auch sichtbar wird, ist eine „Krise von Innen“, d.h. eine Krise unseres Denkens selbst! Es ist die Art und Weise, wie wir Probleme lösen, gemeinhin nach der Maxime der Effizienz. Man sieht das an den Denkfolgen: Just-in-Time-Management ohne Zwischenlager, Projekt- und Personalmanagement ohne Puffer, Ressourcenplanung ohne Redundanz, kurz: alles „auf Kante“.

Dass Systemkatastrophen wie aktuell Corona auf lebenswichtige Strukturen durchschlagen, ist naheliegend: Ein angespanntes Gesundheitssystem, überforderte Schulen und Hochschulen, eine ohnmächtige (Analog)Wirtschaft. An all diesen Orten ist die Not groß, weil Alternativen zur bisher fest eingespurten Praxis vor allem aus „ökonomischen Gründen“ nicht vorhanden sind.

Nun denken wir gezwungenermaßen über eine „neue, ökonomische Vernunft“ nach, alles wird resilient und viele Beraterhäuser fangen an, ihr bisheriges Effizienzmantra gegen das der Resilienz auszutauschen. Geschickt, oder?

Dabei dürfte klar sein: Auch die neuen Widerstandsressourcen, Zeitpuffer und Alternativstrukturen werden sich rechnen müssen, da es nicht darum gehen kann, die Puffer ins Unendliche auszuweiten. Vielleicht ist ein analoger Blick in die Natur lohnend: dort, wo Verbundenheit und Autonomie keinen Widerspruch erzeugen, dort, wo Sparsamkeit und Überfluss eine Einheit bilden, dort, wo die Dinge „schön“ sind.

Vielleicht ist am Ende der Begriff der Resilienz auch nur eine Zwischenstation, ein Stützrad auf Zeit. Vielleicht sprechen wir in ein paar Jahren oder Jahrzehnten oder Jahrhunderten von einer „Ästhetischen Gesellschaft“, in der sich eine stabile Funktion mit einer humanen Norm „spielerisch“ verbindet. Das klingt weit weg, aber etwas von dem, was sein wird, legen wir heute gerade fest: Durch jeden neuen Gedanken, durch jede offene Kritik.

26. April 2020
von Frank Vohle
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Zeit für Erfinder

Ende der 1990er wohnte ich etwa drei Jahre lang mit meinem Bruder Peter zusammen: freie Kölner Jahre jenseits aller bürgerlichen Verpflichtungen. Die einzige Pflicht, die wir uns selbst auferlegten, war das Lesen von Büchern und das Entwickeln von Erfindungen aller Art (z.B. einen Monitor-Rahmen). Mit großem Ernst bündelten wir damals diese Ideen und Prinzipien in der „Sonnenblumen AG“ – einer fiktiven Gesellschaft für Social Entrepreneurship, die nur auf dem Papier bestand.

2020 steht die Welt auf dem Kopf. Corona, ein kleiner Virus, erzeugt in wenigen Monaten ein gesellschaftliches Erdbeben, bei dem die körperliche und psychosoziale Gesundheit jedes Einzelnen und die Gesundheit unserer Gesellschaft auf dem Spiel stehen. Die Maßnahmen, die sich die Verantwortlichen bisher ausgedacht haben, lassen sich durch ein „Verbot der Nähe“ kennzeichnen. Genau dieses Verbot greift tief in das ein, was wir bisher Gesellschaft nennen. Nicht erlaubt sind alle Formen der Geselligkeit: in der Freizeit ebenso wenig wie in Arbeit und Bildung.

Eine große gesellschaftliche Verwerfung, egal wie schlimm sie ist, ist auch die Zeit für Erfinder. Sie bricht gerade an und erste Lösungen für eine neue, vielleicht widerstandsfähige, resiliente Gesellschaft entstehen. Die Erfindungen lassen sich hinsichtlich ihrer Komplexität und Motivation unterscheiden:

  • Bedruckungsmaschinen für Masken mit lustigen Bildern, weil Masken Teil der neuen Gesellschaft sein werden.
  • Systeme für Online-Kommunikation, weil Fern-Kommunikation noch intensiver als bisher und hoffentlich auch qualitätvoller Teil der neuen Gesellschaft sein werden.
  • Müllentsorgungsmaschinen, weil Masken, Schutzkleidung, aber auch Einwegbesteck und andere virenfreie „Einmalartikel“ millionenfach Teil der neuen Gesellschaft sein werden
  • Individuelle Fortbewegungsmittel, weil der nach dem Massenprinzip aufgebaute ÖNV zumindest in der Form, wie wir ihn kennen, gegebenenfalls nicht (mehr) Teil der neuen Gesellschaft sein kann.
  • Geselligkeitsformate für Freizeit mit neuen Ideen von „Nähe“, weil eine neue Gesellschaft ohne Nähe nicht überleben kann.
  • Bildungsformate für Kindergarten, Schule, Hochschule und Weiterbildung, welche das Körperliche und Sinnliche neben aller nun aufbrechenden Bildschirmdidaktik auf eine eigene (neue) Weise zurückerobern, weil eine neue Gesellschaft ohne Körper nicht funktioniert.

Diese nur kleine Auswahl zeigt: Es gibt viel zu tun und die Zeit ist gut dafür, sich als Erfinder oder Erfinderin zu engagieren. Was mir ein besonderes Anliegen ist: Wir denken aktuell sehr viel über die Toten und die Kranken nach, was menschlich und nachvollziehbar ist. Wir denken (noch) wenig (offiziell) über unsere Kinder nach. Der Schrecken, den wir ihnen heute einjagen, wird sich Jahre, Jahrzehnte später zeigen, in subtilen Formen der Angst. Hier sollten wir mit unseren Erfindungen anfangen.

29. März 2020
von Frank Vohle
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Online versus Anders

Im März 2020 waren eine Reihe von Tagungen im Kontext Bildung, Lehren, Lernen, Medien geplant. Viele von ihnen sind ersatzlos gestrichen worden, einige experimentierten mit unterschiedlichen Online-Formaten. So hat z.B. das CLC20 schön gezeigt, wie man ein BarCamp im synchronen Format online umsetzt. Klasse zu sehen, wie das mit der Koordination via kollaborativem Google-doc und Videokonferenz (wie ZOOM) funktioniert!

Bei der 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschulforschung ist man dieses Jahr einen anderen Weg gegangen: Im Zentrum standen nicht synchrone-Formate, sondern alle Beiträge von Keynote über Posterpräsentation bis arrangiertem Streitgespräch wurden dezentral und asynchron als Video aufgenommen und in einem „Online Video Conference Book“ zusammengetragen. Die Gründe dafür waren zunächst gar nicht mal didaktischer Natur: Fehlende oder überlastete technische Infrastrukturen – wie an vielen deutschen Unis – machten alle Pläne zunichte, doch noch was „live“ auf die Beine zu stellen.

Nun also asynchron. Das hört sich zunächst langweilig an, weil wir doch gewohnt sind, alles, was mit Internet zu tun hat, in Echtzeit erleben zu wollen, interaktiv und kollaborativ, versteht sich. Schaltet man im Kopf um und fragt sich, was man eigentlich braucht, dann ist zumindest das neue Angebot einer umfassenden Videodokumentation mit Kommentaroption … interessant. Man erinnert sich: Ohne Stress ein Buch lesen, sich vertiefen, nachdenken, sich Notizen machen, nachdenken, in aller Ruhe einen Kommentar schreiben und hoffen, dass dieser Kommentar andere inspiriert, zum Weiterdenken und ggf. zu einem Austausch. Entschleunigung nennt man das und in einer hektischen Zeit ist das zumindest eine gute Handlungsoption, gerade an Universitäten und Hochschulen.

Für mich ein Highlight bei der o.g. Tagung war das arrangierte Streitgespräch: Arrangiert deshalb, weil Gabi sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht hat, wie man ausgewählte WissenschaftlerInnen zu einer Art Streit motivieren kann, um Facetten des Spannungsfeldes von individueller und institutioneller Verantwortung im Kontext der Hochschullehre sichtbar zu machen. Die Professoren Kreber, Bremer, Braun, Langemeier und Scharlau haben sich auf das Experiment eingelassen. Wer mag, kann sich das Streitgespräch anschauen und natürlich auch sehen, was ich nach nach ca. drei Stunden Nachdenken als Kommentar zu Papier gebracht habe 😊

P.S. Was man unbedingt auch sehen und hören muss, ist die Keynote von Prof. Biesta. Ich selbst warte damit bis Ostern. Wir haben Zeit.

28. Februar 2020
von Frank Vohle
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Forschendes Sehen, … wir starten blind!

Seit ca. drei Monaten denken wir intensiv in unserem bmbf-Projekt SCoRe über das Forschende Sehen als Spezialform des forschenden Lernens nach. Als erstes Ergebnis ist nun ein Impact Free-Artikel entstanden, worüber ich mich sehr freue [„FORSCHENDES SEHEN“ – EIN KONZEPT UND SEINE MÖGLICHKEITEN]. Darin beschreiben wir erstmals die Spezifika des Forschenden Sehens und kombinieren diesen „Erkenntnisrahmen“ mit den besonderen „Erkenntnismitteln“, nämlich Video und Social Video Learning.

Es überrascht daher, wenn wir – wie im Titel geschrieben – „blind starten“. Hintergrund für diesen verbalen Aufhänger ist der Expertenworkshop „Video“, den wir letzte Woche an der Macromedia-Hochschule Hamburg (MMH) unter Leitung von Andreas Hebbel-Seeger und Team (Marianna und André) sowie unserem externen Videoexperten von der ETH Zürich, Pascal Xavier Schmidt, durchgeführt haben. Im Workshop galt es u.a., im Rahmen eines Arbeitsauftrags zu erkunden, welche Barrieren und Hilfsmittel jemand im Gebäude der MMH vorfindet, der blind ist. Um erste empirische Einsichten zu gewinnen, hatten wir jemanden aus unserem Kreis die Augen verbunden, ihn mit einer wortkargen Begleiterin ausgestattet und dann „einfach mal den Weg zum Professor“ suchen lassen. Man macht sich keine Vorstellung davon, wie offenkundig und subtil Barrieren sein können. Genau diese Barrieren mit Video aus sehr unterschiedlichen Perspektiven zu dokumentieren, war Teil des Arbeitsauftrags und Teil der „Beobachtungsstudien“, die wir mit dem Projekt anstoßen wollen.

Ich bin sehr froh, dass wir nach den Monaten intensiver Theorie- und Konzeptionsarbeit nun praktische Erfahrungen sammeln, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir ein Gefühl dafür bekommen müssen, was wir Studierenden zutrauen können und müssen. Was mich besonders fasziniert, ist, dass mit der Metapher des „Forschenden Sehens“ ein Rahmen abgesteckt ist, der abstrakte Aspekte der Erkenntnistheorie und der Forschung im Zusammenspiel mit Video (lat. ich sehe) in greifbare und potenziell begreifbare Kategorien überführt, z.B. Beobachterabhängigkeit, Perspektivität, Konstruktivität etc. Am Ende steht wohl auch die Aufgabe, Studierende vom „naiven Sehen“ (und Beobachten) über viele Zwischenstufen zu einem reflexiven Sehen (und Wahrnehmen) zu bringen, was ein wichtiger Aspekt einer forschenden Haltung ist. Und wie immer denke ich bei solchen Sätzen nicht nur an die Studierenden an Hochschulen, sondern auch an die Trainer und Trainerinnen von morgen, für die das Forschende Sehen ebenfalls ein attraktives Ziel sein dürfte.

17. Februar 2020
von Frank Vohle
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Thomas Beyer ist tot – Erinnerungen

Thomas war hier in Hamburg jahrzehntelang Leiter des Sportamt der Universität und damit verantwortlich für den Hochschulsport; er war Geschäftsführer in der Universiade-Bewerbungs-GmbH, federführend aktiv bei der Dekadenstrategie Sport für die Stadtentwicklung und Berater bei den TopSport-Vereinen und vieles mehr. Er war, wenn man so will, einer der grauen Eminenzen (des Sports) hier an der Elbe.

Ich kannte Thomas Beyer seit ca. 2010, wir hatten wenige Begegnungen, aber die hatten es in sich. Drei Ereignisse sind mir in Erinnerung:

  • Botanischer Garten, München: Es war ein heißer Sommertag, als Thomas und ich uns trafen, um über ein Projekt zu diskutieren, das kaum größer hätte sein können. Es ging um ein Ausbildungskonzept für die Förderung von chinesischen SportvereinsmanagerIn nach deutschem Vorbild, wir nannten das kurz „social entrepreneurship“. Hintergrund war die Annahme des chinesischen Ministeriums, dass in naher Zukunft enorme Sozialkosten entstehen würden, weil die chinesische Jugend an Übergewicht leide, im Übrigen wie in vielen westlichen Ländern. Was da hilft? Die Gründung von Sportvereinen! Um die darin tätigen VereinsmanagerInnen auszubilden, hatten wir uns ein Blended Learning-Konzept mit Social Video Learning ausgedacht, hatten Skripts geschrieben und in den Folgewochen Videos im Hamburger Sportverein mit chinesischen Darstellern gedreht. Wir waren also auf dem Sprung ins Reich der Mitte. Aber nach dem gefühlt 100sten Besuch beim Ministerium in Peking, der Universität in Shanghai und Hamburg (hier), gab es dann doch kein GO, die Sache verlief im Sand. Aber: Von der „großen Idee“ zehrten wir lange.
  • Gartenfest, Hamburg: Mich erreichte seit 2012 jährlich eine eigenwillige Einladung zum Gartenfest in Hamburg, Winterhude. Eigenwillig deshalb, weil sie wohl über die letzten 30 Jahre ausgesprochen wurde, inhaltlich immer gleich, nur die Jahreszahl änderte sich. Diese Gartenfeste versammeln eine bunte Mischung aus der Hamburger Sportwelt, kombiniert mit Kind und Kegel und Tante Erna von nebenan. Es gab mitgebrachte Salate, Kuchen – nur das Feinste – mit lecker Bier und Kaffee. Ich habe nie so recht verstanden, warum man sich das jedes Jahr „antut“, aber den Gastgebern war es heilig und so bin auch gerne gekommen. Am Gartenfest 2016 – ich war gerade mit Familie frisch von Bayern nach Hamburg gezogen – saß ich vier echten Hamburgern gegenüber, die mich neugierig fragten, wo ich denn hingezogenen sei: Eidelstedt, ein Steinwurf von der Grenze zu Schleswig-Holstein. Die vier Hamburger schwiegen, keine Regung. Themenwechsel.
  • Restaurantgespräch, Hamburg: Noch letztes Jahr haben wir uns zu einem „Was geht ab“-Gespräch getroffen, es ging darum, zu hören, an welchen Rädern der jeweils andere dreht, etwas für große Jungs oder für welche, die das ernsthaft glauben. Thomas suchte hierfür die Location aus, es gab Wild und Dinge, deren Name ich nicht verstand. Thematisch ging es wieder mal um China, jetzt nur Fußball, um eine „Akademie“ und was man alles in Hamburg tun könnte, müsste, sollte.

Thomas war nicht immer leicht. Seine Zuneigung musste man „ertragen“ können, dann wurde man reich beschenkt, mit großen, verwegenen Ideen, die in keine Hose passen. Mit Thomas verliere ich einen Menschen, der ansteckende Visionen mit Sorge für den Sport verband und der bereit war, dafür zu kämpfen, koste es, was es wolle! In diesem Geist war er ein Vorbild.