Erinnerungen also, soso …

Letzte Woche war ich mal wieder beim Deutschen Fußball Bund e.V. zu Gast, um vor ca. 50 VerbandssportlehrerInnen und Bildungsverantwortlichen einen Beitrag zum Thema „Wirksames Blended Learning“ zu leisten. Bevor jetzt die meisten gähnen, alter Hut und so … es geht darum, wie man die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern (a) kompetenzorientiert aufbaut, wie man (b) dazu Digitalisierung didaktisch passend einbringt und (c) das Ganze fach- und fußballspezifisch umsetzt. Und ehe ich‘s vergesse: Es sind nicht 50 oder 500 Personen, die das da machen, sondern 50.000, ein Tankerprojekt, verstreut auf viele autonome und selbstbewusste Landesverbände. Da ich viele ZuhörerInnen schon lange kenne, hatte ich meinen Impuls „Erinnerungen“ genannt, von der Erzählung her alles Akademische vermieden und stattdessen von ‚Liebestötern‘, ‚Fahrradflicken‘ und ‚Lebertran‘ gesprochen – Bildersprache also, um produktiv aufzuwühlen. Beim Sprechen hatte ich selbst eine Erkenntnis (die ich vorher nicht hatte): TrainerInnen bitten um Veränderung, deshalb Trainerentwicklung.

Um zu verändern, muss man als AusbilderIn zu seinen Trainern sagen können: „Du bist ok so wie du jetzt bist.“

Veränderung (in Richtung Hochleistung) setzt voraus, dass ich mich (als TrainerIn) in gewisser Weise vollkommen (angenommen) fühle – Dialektik pur.

Qualitätsgetrieben

Am Freitag (21.03.) habe ich wieder einmal einen Vortragsimpuls beim Referent*innen-Team des Deutschen Fußball-Bundes (#DFB) am schönen Campus in Frankfurt gegeben. Es ging darum, wie man Phasen von Lehrprojekten (z. B. Planung, Durchführung, Reflexion eines Lehrgangs) begleitet und wie man das mit wissenschaftlicher Brille begründen kann. Entsprechend spielten #Situierung und #Didaktik eine große Rolle (so wie es im Übrigen auch in der Schweizer Berufsbildung #EHB geschieht). In der anschließenden Diskussion in der Runde der Ausbilder*innen wurde deutlich, dass Qualitäts- und Ressourcenfragen immer unter Spannung stehen. Man muss hier also offen darüber sprechen, was unter ehrenamtlichen (!) Bedingungen möglich, wünschenswert und machbar ist.

Dennoch: Es ist für mich immer wieder erstaunlich, was das DFB-Referent*innen-Team da „an Qualität“ auf den Weg bringt: ein aus Kompetenzsicht anspruchsvolles und fußballspezifisches Konzept (#DOSB-Kompetenzmodell, DFB 4-Klang), ein Blended-Learning-Format, in dem synchrone und asynchrone Aktivitäten via DFB-Online-Campus (edubreak) gut zusammenspielen, mit selbstgesteuerten Phasen und kriterienbasiertem Feedback von Coaches, bei dem Social Video Learning selbstredend nicht fehlen darf.

Ich sage mal so: Kein anderer (mir bekannter) Verband ist so „qualitätsgetrieben“, zumindest in der Ausbildung von Ausbilder*innen. Ich war erstmals unter meiner neuen Flagge „DIDAKTIKBÜRO Hamburg“ dort, aber ich habe das Gefühl, dass es den Menschen wurscht ist, wie ich mich beflagge. Sie sagen: „Frank, wir sind froh, dass du da bist.“ Damit kann man mit leben, oder?