Neulich gabs auf ARTE einen Beitrag mit dem Titel: „Der gefährlichste Schulweg der Welt“. Gezeigt wurden drei Kinder in Kirgisistan, die 1 ½ Stunden zur Schule gehen müssen (und wieder zurück), über vereiste und einbruchgefährdete Flüsse, vorbei an wilden Tieren, bei bis zu 20 Grad Minus, wenn‘s gut läuft. Die Schule geht dann bis 14 Uhr, einmal im Monat fällt die Heizung aus, ab diesem Jahr gibt’s kein Mittagessen, weil der Staat sparen muss. Zurück über Stock und Stein, nach dem Abendessen wartet noch etwas Arbeit im Stall und die Hausaufgaben wollen auch gemacht sein. Um 22 Uhr ist Ruh, man sieht liebevoll umsorgte Kinder mit großen Träumen, sie wollen alle auf die Universität, wollen Richterin, Unternehmer oder Ärztin werden. Ich dachte nur, wie krass: hier im Norden von Deutschland schließt man vorsorglich alle Schulen, wenn es mal intensiver schneit, sorgt sich in den NDR-Nachrichten ernsthaft um „Leib und Leben“, wenn Regen auf den gefrorenen Boden fällt. Einfachste Selbstsorge z.B. durch Schuhkrallen sind einfach zu viel. Solche Beiträge wie oben erinnern mich daran: Riskieren muss man lernen, Fallen muss man lernen, Vertrauen muss man lernen. Nicht nur im Schnee und nochmal neu in einer KI-geformten Welt, in der ‚erlebte Erfahrung‘ zur Achillesferse wird.