Seit einer Woche zurück aus Luxemburg, dem Ort, wo sich das EU-Projektteam (prepare) getroffen hat, um über die Gestaltung des letzten Drittels nachzudenken. Das Vorort-Treffen hat sich gelohnt, nich nur wegen der intensiven Gespräche und der kurzweiligen Abendgestaltung (hier im Bild Reinhard Bauer von der PH Wien).
Im Zentrum unseres Projekts steht die „Reflexive Praxis“ in der Lehrerbildung und genau dieses Ziel wollen wir mit einer Methodenkombination aus (a) Social Video Learning, (b) e-Portfolioarbeit und (c) learning analythics (als Reflexionshilfe) angehen. Dieses Ziel korrespondiert mit einer zu entwickelnden technischen Infrastruktur, dem prepareCampus, eine Kombination aus edubreak und mahara.
Es läuft selbstverständlich noch nicht alles so, wie wir uns das vorstellen. Da gibt es noch Lücken beim Aufgabendesign und beim technischen Workflow. Aber immerhin: Die praktischen Arbeiten mit den Lehrerinnen wurden aufgenommen und die ersten Kurse rund um die „Primärreflexion“ in Österreich, Deutschland, Italien und Luxemburg mit Social Vide Learning laufen!
Ganz wesentlich haben wir uns über das Thema Aufgabendesign unterhalten. Das dies wichtig ist, sieht man daran, dass Nachlässigkeiten beim Aufgabendesign beim Punkt Sinn und Klarheit unmittelbar bestraft werden (eine gute Feedbackmethode für Dozierende). Um hier weiter zu kommen, haben wir uns im Sinne eines kollegialen Coachings eigene Aufgaben gezeigt, bisher gemachte Erfahrungen geteilt und Tipps zur Aufgabengestaltung festgehalten. In diesem Zusammenhang bin ich wieder über Eric Jeisy gestolpert; er hatte vor einiger Zeit eine wirklich tolle Dissertation mit DBR Schwerpunkt fertiggestellt und nun – 2014 – auch einen Beitrag zur Aufgabenkultur geschrieben, den ich in den nächsten Tagen unbedingt lesen muss.
Interessant war zudem der Vortrag on JP Dr. Zaki. Sie kommt von der PH Freiburg und beschäftigt sich mit e-Portfolioarbeit in der Fremdsprachenausbildung. Fremde Kontexte erzeugen in der Regel auch neue Lösungskonzepte. Neu war für mich, dass im Studiengang mit e-Tandems gearbeitet wird, einer im Heimatland und einer im Fremdland. Mit der e-Portfolioarbeit bereiten sich die Tandems auf den Besuch vor, was ich für einen guten Grund halte. Ja, guter Grund, in nicht wenigen Portfolioprojekten hat man diesen meines Erachtens nicht, denn „Reflexion“ ist kein ausreichender Grund, eher ein Mittel, ja für was?
Noch ein kleiner Schmunzler zum Schluss: Mein Flieger ging letzten Mittwoch um 06.30 Uhr. Früh aufstehen war also angesagt. Nach Ankunft am Flughafen sagte mir der Taxifahrer den Preis von 32 €. Ich gab 50 €, sagte „bitte auf 35 € zurück“. Drei Sekunden später sagte ich: „Ich habe es auch klein,“ und gab weitere 35 €. Der Taxifahrer bedanke sich und sagte nach Ausstellung der Quittung: Auf Wiedersehen! „Was ist mit meinen 50 €?“ sagte ich. Er: „Welche 50 €?“ … Junge!
Seit dem 
Letzte Woche hatte mich die IMC nach Saarbrücken eingeladen, um im Rahmen der Learning Journey über Social Video Learning zu sprechen. Anwesend waren ca. 50 Personen aus dem Umfeld von Corporate Learning, also viele Kunden der IMC und einige Wissenschaftler. Mir hat der Tag aus mehreren Gründen gut gefallen:
Während in Deutschland die ersten Herbststürme um die Häuser fegen, war es im italienischen Bozen in den letzten drei Tagen herrlich warm. Genau das richtige Klima, um mit dem ganzen Projektteam von Prepare an unserem zweiten EU-Treffen zu arbeiten (längerer Bericht von Klaus Himpsl-Gutermann & Reinhard Bauer
Der immer noch aktuelle Claim von Ghostthinker lautet: „reframe learning“. Bei der Entwicklung des Claims hatten wir im Sinn, dass vor allem die didaktischen Vorerfahrungen, (epistemischen) Überzeugungen und Wahrnehmungsmuster (kurz: das Mindset) darüber bestimmen, was wir als didaktisch wertvoll oder weniger wertvoll einstufen, und dass eben dieses Mindset als Ausgangspunkt jeglicher Beratung (und Veränderungen) gelten muss. Entsprechend dreht sich ein wesentlicher Teil meiner Beratertätigkeit darum, mit Bildungsverantwortlichen aus Sportverbänden, aber auch außerhalb des Sports, darüber zu sprechen, welche verdeckten Vorstellungen von „guter Lehre“ existieren und wie man sie ggf. kritisch hinterfragen und verändern kann.