Sehen lernen!

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Es gibt wenige Dinge, die uns so geläufig und fraglos sind, wie das eigene Sehen. Man schaut halt. Das erste Mal, wo mir diese Fraglosigkeit wirklich bewusst abhanden kam, war bei der Betrachtung von Kippbildern: Frauengesicht oder Kelch? Man kann beides sehen, je nach Aufmerksamkeitsfokus. Und wenn der Damm einmal gebrochen ist, dann ist kein Halten mehr, Perspektivität überall, egal ob ich eine Straßenkreuzung durch die Augen eines Autofahrers oder Kindes betrachte, einer Schiedsrichterin beim Pfeifen über die Schulter schaue oder mich in der Vielperspektivität des Themas Nachhaltigkeit einlese. Man fragt sich am Ende: Was ist das eigentlich, Realität oder Objektivität? Und wie erkenne ich sie?

Man sieht an diesem Beispiel: Das Sehen eignet sich an sich ganz gut, um daran methodische oder sogar erkenntnistheoretische Facetten zu erkennen oder auch zu erleben, was insbesondere für die Hochschule (aber nicht nur) und die Studienanfänger:innen von Interesse ist. Vor diesem Hintergrund haben Gabi und ich unsere Überlegungen zum Forschenden Sehen aus dem SCoRe-Projekt (vgl. letzter Beitrag) weitergedacht und in einem neuen Impact Free-Artikel Nr. 41 niedergeschrieben. Das Ganze ist ein work in progress und ich bin mir sicher, dass wir noch lange nicht am Ende sind, sondern eher umgekehrt die Tür in ein neues Forschungs- und Praxisfeld mit Videotechnologien gerade erst aufgestoßen haben. Sehen lernen ist etwas, was man ein zweites Mal lernen muss.  

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