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Europa muss durch den Bauch gehen

Am Donnerstag war ich mit Tamara Specht (Uni Augsburg) auf der BIBB-NA-Jahrestagung vom Programm Leonardo da Vinci in Bonn, Bad Godesberg, um dort unser neues EU-Projekt „Fahrschulausbildung“ zu vertreten (Ghostthinker). Es ging um Grundsätzliches wie Pflichten aller Partner und Finanzen. Fazit: Neben ein paar noch zu meisternden Vertragsmodalitäten gilt die Devise: sparsam, wirtschaftlich, transparent … und erfolgreich soll es sein.

Das Abendprogramm verlief zunächst etwas zäh: in einem Einstiegsreferat wollte uns Herr x die Glücksformel näher bringen, Dopamin hieß das Zauberwort, die Drüse für den Neurotransmitter liegt irgendwo in der Mitte des Kopfes und ist dann aktiv wenn wir neugierig sind. Na prima! Neugier-Dopamin-Glück. Das liegt nicht weit von: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch wo er spielt.“ … nur ohne Biochemie ;-). Trotz vieler interessanter Querverbindungen im Referat hat mich das nicht vom Hocker gehauen. Wahrscheinlich fehlen mir am Ende solcher Referate die politischen Konsequenzen: Was soll, muss man tun um die Bildungsinstitutionen vor dem Dopaminmangel zu retten? 

Der Abschluss des Abends war toll. Aufgefahren wurden acht kulinarische Thementische aus 8 Ländern: Deutschland, Frankreich, Bulgarien, Schweiz, Österreich etc. Also ein sehr leckeres Essen mit ländertypischen Desserts. Man kam schnell ins Gespräch mit dem Nachbarn, über Ländersitten und Kochkünste. Ich dachte mir: Vielleicht müssen wir mehr in Richtung „sinnlich wahrnehmbares“ Europa tun, um die pädagogische Aufgabe "Vielfalt in der Einheit" zu meistern. Mit sinnlich meine ich aber nun gerade nicht einen Ausbau in Richtung „Schweinshachse & Smörrebröd“, sondern die Projekte müssen eine Stimme bekommen. Ich weiß noch nicht genau wohin das führen soll, was ich mit „Stimme“ oder projektverankerter „Sinnlichkeit“ meine: z.B. fand ich es sehr gut, dass am Abend Schüler und Auszubildende aus dem Programm „Mobilität“ zur Wort kamen, also darüber sprachen was sie im Ausland gemacht haben, welche Schwierigkeiten und positiven Erlebnisse es gab. Diese „Stimmen“ von Betroffenen dürfen nicht in glattgeschliffenen Berichten verschwinden, sondern brauchen vermehrt Bühnen: auf ebensolchen Tagungen, in eigenen Portalen, in Schulen etc. Ein solches „Stimmenkonzert“ hilft uns vielleicht dabei, Europäer (jenseits des Wirtschafts- und Finanzraums) zu gewinnen und Europa als p ä d a g o g i s c h e Aufgabe (noch) genauer in den Blick zu nehmen.

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