Seit gestern ist er online, der neue Trailer zum geplanten Modul "Fußballfieber" (Trailer hier). Wir stimmen uns damit mit Blick auf Südafrika in das Fußballjahr 2010 ein. Es wird im neuen Modul um "soziale" (mit der Lektüre von Latour ist dies ein schwieriger Begriff ;-) Themen im Fußballsport gehen, also nur vordergründig um Tore und Dribblings. Wie im letzten Blogbeitrag schon angedeutet (und die mich kennen wissen das), bietet der Sport durch seine Facetten viel Bildungspotenzial, aber er ist aufgrund seiner Komplexität und Medialität auch Ort vieler Probleme. Tech Pi & Mali Bu werden sich mit
wenigen Teilen dieses Fragekomplexes (Ausgrenzung, Fair-Play etc.) beschäftigen, in der Hoffnung, dass dies Anker für Diskussionen in Schule und Verein bieten kann (vgl. auch das Projekt Join the game). Im Zentrum stehen nicht die Vermittlung von Faktenwissen, sondern bestenfalls Modelle für den kreativen Umgang mit Problemen (wie uns das beim Inforadar - meine ich - ganz gut gelungen ist). Was wir jetzt nur noch brauchen, ist einen Modul-Sponsor und den werden wir jetzt suchen! Für Verlinkungen zum Trailer sind wir dankbar.
Tech Pi
Am Freitag waren Johannes Metscher und ich in Bonn beim Verein Schule ans Netz. Dort haben wir zusammen mit dem Leitungs- und Qualitätsteam (Hr. Heinen, Rotter, Fr. Datz u.a.) einen Workshop zum Projekt Tech Pi und Mali Bu durchgeführt. Es ging im Workshop darum, die vergangenen 5 Projektmonate zu besprechen (Lesson Learned) und vor allem Perspektiven in Richtung „Web 2.0“ zu diskutieren. Dabei haben wir uns für die Möglichkeit begeistert, dass Kinder wie Lehrer in die Geschichte Kommentare einbringen und vor allem die Geschichte mit geeigneten Features weitererzählen können.
Mir gefällt das ganze Projekt deshalb so gut, weil (a) die Zusammenarbeit mit den Kollegen von Schule ans Netz konstruktiv verläuft, wir dabei immer wieder aufgefordert sind, uns in die Perspektive der Lehrer zu versetzen, (b) dass das Stichwort „Web 2.0“ aus der Perspektive der Grundschule beleuchtet werden muss (Was ist wirklich sinnvoll?) und (c) das Thema Wissensvermittlung gleichgewichtig neben Motivation und Begeisterung steht, was wir ja durch die Narration einlösen wollen. Ach ja, gerade der letzte Punkt scheint aufzugehen: die Kollegen aus der Schule berichten uns von ersten Einsätzen, dass die Kinder die beiden Figuren und die Geschichte intensiv aufgreifen und sehr bei der Sache sind. Und genau hier kommen viele Fragen auf: Nutzen die Kinder ihre Begeisterung dafür, sich intensiver mit dem Sachgegenstand (Klima, Regenwurm) auseinanderzusetzen? Stellen sie vermehrt und qualitativ andere Fragen? Können sie die wichtigen Merkmale zu den jeweiligen Themen auch längerfristig merken? Erzeugt die Geschichte einen mentalen Zusammenhalt in bisher fragmentierten Unterrichtseinheiten? Aber, bei aller Nutzererwartung … wenn die Kinder voller Neugier fragen, wann denn endlich die neue Reihe von Tech Pi und Mali Bu kommt, dann ist das schon toll. Begeisterung ist aller Anfang.
Unsere (allerersten) Erfahrungen stimmen uns also hoffnungsvoll. Mit einer Weiterentwicklung des Projekts könnten wir (a) das Thema „Partizipation“ im Kontext der Grundschule deutlicher profilieren, wobei dabei interessant ist, wie man das „altersangemessen“ macht und b) den oben genannten Fragen im Feld systematisch und wissenschaftlich in Zusammenarbeit mit dem imb nachgehen. Mal sehen ob sich Wege finden …. hier finden sich jedenfalls die URL zu Tech Pi & Mali Bu und ein kleiner Artikel für das Portal von Lehrer online.
Gestern habe ich im Rahmen der Tagung „Naturwissenschaft entdecken“ an der TU München unser Konzept „Story Anchored Curriculum“ vorgestellt und das ganze dann auch mit der fast fertigen Lernumgebung „Tech Pi und Mali Bu“ konkretisiert. Ha! Die Umgebung wurde noch vor der Tagung fertig, viel Arbeit und viele Hände haben daran mitgewirkt, allen voran Frank Cmuchal, Johannes Metscher, Tim Reischmann und Sascha Gabelmann in der Produktion. Zur Lernumgebung und den Mitwirkenden zu einem anderen Zeitpunkt aber mehr.
Im Grunde war ich ganz zufrieden, obwohl ich mir (wie immer) mehr Diskussion - gerade produktiv-kritische Anmerkungen - gewünscht hätte. Die Idee, mit narrativen Mitteln Unterrichtsinhalte (hier Naturwissenschaftliche für die Grundschule, z.B. Regenwurm und Klimawandel) zu „verpacken“ ist nicht neu. Neu war die systematische Einbindung von eher nüchternen Naturwissenschaftsthemen wie Atmung, natürliche Feinde, Zwitterwesen etc. in eine animierte Flashcomic-Geschichte, ohne das dabei der Storycharakter verloren geht. Zudem haben wir diese Idee mit Web 2.0 Elementen verbunden, was zu neuen didaktischen Szenarien für die Grundschule führt. Mitgenommen habe ich eine Botschaft: es muss „einfach“ sein, von der Bedienung, über die Technik, bis zur Geschichte. Gut ... „einfach“, das kenne ich mittlerweile, aber man erwischt sich doch immer wieder dabei, mehr zu machen, ganz nach dem Motto: mehr ist besser. Aber das Gegenteil ist der Fall, denn man wird im Grundschulkontext an allen Ecken gezwungen, es einfach zu halten. Wahrscheinlich sollte man sich diese Maxime auch für das Erwachsenenlernen auf die Fahne schreiben.
Mein Name ist Frank Vohle (Impressum s.u.). In meinem Blog halte ich einige Gedanken fest, die sich um die Themen Didaktik, Lernen, Bildung & digitale Medien drehen. Derzeit bin ich in folgenden Organisationen aktiv: