Grundschule

Fußballfieber!

Seit gestern ist er online, der neue Trailer zum geplanten Modul "Fußballfieber" (Trailer hier). Wir stimmen uns damit mit Blick auf Südafrika in das Fußballjahr 2010 ein. Es wird im neuen Modul um "soziale" (mit der Lektüre von Latour ist dies ein schwieriger Begriff ;-) Themen im Fußballsport gehen, also nur vordergründig um Tore und Dribblings. Wie im letzten Blogbeitrag schon angedeutet (und die mich kennen wissen das), bietet der Sport durch seine Facetten viel Bildungspotenzial, aber er ist aufgrund seiner Komplexität und Medialität auch Ort vieler Probleme. Tech Pi & Mali Bu werden sich mit wenigen Teilen dieses Fragekomplexes (Ausgrenzung, Fair-Play etc.) beschäftigen, in der Hoffnung, dass dies Anker für Diskussionen in Schule und Verein bieten kann (vgl. auch das Projekt Join the game). Im Zentrum stehen nicht die Vermittlung von Faktenwissen, sondern bestenfalls Modelle für den kreativen Umgang mit Problemen (wie uns das beim Inforadar - meine ich - ganz gut gelungen ist). Was wir jetzt nur noch brauchen, ist einen Modul-Sponsor und den werden wir jetzt suchen! Für Verlinkungen zum Trailer sind wir dankbar.

Workshop Bonn: Narration mit digitalen Medien in der Grundschule

Am Donnerstag war ich zusammen mit Gabi und Augsburger Kollegen in Bonn. Dort fand im Anschluss an die 3. Fachtagung Naturwissenschaft entdecken! die Veranstaltung „Digitale Medien und Geschichten im Grundschulunterricht“ statt. Der als Workshop angelegte Tag mit Vertretern aus Medienpädagogik, Pädagogik, Lehrerschaft, Comiczeichner, Bildungs-Unternehmern und Vertretern von Schulen ans Netz e.V. (Naturwissenschaft entdecken!) markierte einen vorläufigen Abschluss oder besser Zwischenstopp im Tech Pi und Mali Bu-Projekt.

Nach Begrüßung von Richard Heinen und Uwe Rotter (Projektleitung von SAN) eröffnete Norbert Kober den Tag durch professionelles Erzählen. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie groß der sinnlich wahrnehmbare Unterscheid zwischen einem „analytischen“ und einem narrativen Vortrag ist. Also: einen besseren Einstieg kann man sich nicht denken, denn die Gänsehaut während des Zuhörens schafft einen anderen Wahrheitsmodus (der der Wissenschaft allzu oft abgeht). In einem zweiten Schritt habe ich das Thema Narration am Beispiel TechPi und Mali Bu konkretisiert und etwas zum zugrundeliegenden Didaktik-Konzept gesagt. Marco Rosenberg (imb) stellte in der Folge die ersten empirischen Ergebnisse vor, die in zwei Grundschulen mit der „einfachen“ Umgebung gesammelt haben. In einem dritten Workshopteil haben wir das Thema Web 2.0 fokussiert: zunächst stellte uns Martin Riemer ein Projektbericht aus der Grundschule vor – Thema Bloggen. Martin konnte anschaulich zeigen, welche PÄDAGOGISCH wertvollen Möglichkeiten sich IN DIESEM ALTER durch ein Blog-Ansatz eröffnen. Bei mir ist folgende Szene fest im Kopf hängen geblieben: Die Schüler haben heimlich mit den Fotohandy ihren Schulleiter fotografiert. Nun wollen sie das Foto natürlich in ihren Klassenblog veröffentlichen. Die Schüler fragen Herrn Riemer: „Dürfen wir das machen?“ Herr Riemer schickt die Kinder zum Schulleiter, weil sie ihn PERSÖNLICH fragen sollen. Die Schüler warten länger vor dem Lehrerzimmer. Dann das Treffen mit dem Schulleiter, der gerne einwilligt. Nach einer solchen Aktion könne man sich – so sagt Herr Riemer – abends einen Piccolo aufmachen. Ich stimme dem voll zu, ist das doch das Idealszenario der viel beschriebenen Medienbildung. Im Anschluss habe ich noch (in Vertretung für Johannes Metscher) die neue Tech Pi und Mali Bu-Umgebung vorgestellt, in der wir neben Admin-Funktionen die Möglichkeit einer (kindgerechten) zeitmarkenbasierten Kommentierung und Annotierung entwickelt/eingebaut haben (Link zur Umgebung in Kürze). Im letzten Teil das Workshops haben wir in Kleingruppen noch Möglichkeiten der Weiterentwicklung erarbeitet: Implementation, Aufgabendesign und Technologie standen dabei im Zentrum.Wir bereiten uns in den nächsten Monaten auf neue Themenmodule vor, die wir in die Umgebung integrieren. Je mehr Themenmodule wir haben, desto größer sind natürlich auch die Optionen, die sich durch Web 2.0 Features ergeben.

Neben diesen Themenmodulen planen wir eine Buch-Veröffentlichung, welche die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema „Narration mit digitalen Medien am Beispiel von Tech Pi und Mali Bu“ für Lehrer anschaulich auf den Punkt bringt. Also: nach Tech Pi und Mali Bu 2.0 kommt jetzt so etwas wie „3,0“ – nicht als erweiterte Erweiterung der Technologie, sondern als methodisch-didaktische Unterstützung für Grundschullehrer, wie man Narrationen (mit digitalen Medien) im Unterricht inszeniert und was der pädagogisch-psychologische Mehrwert für Schüler, aber für die Lehrer dabei ist.

Geschichten erfinden

Gestern war ich zusammen mit Marco bei Hedi (Reinmann) und zwar in der Wolfratshauser Bücherei. Sie veranstaltet dort regelmäßig eine sog. Kindergeschichtenschmiede, in der Kinder „Geschichten erfinden“, diese dann aufmalen und ggf. Dritten erzählen. Das ist schon spannend genug. Gestern sind wir dort hingefahren, um "unsere" Geschichte vom Außerirdischen TechPi abzuspielen und die Kinder damit zu begeistern. Im Anschluss daran wurde nun nicht irgendeine, meist märchenhafte Geschichte von den Kindern erfunden, sondern ein neues Abendteuer von TechPi und MaliBu. Dieses mal ging es in den Wald, es ging um Zelten, um Feuermachen, um einen Kompass bauen, weil sich die beiden natürlich verlaufen haben und es ging um Fliegenpilze, die der neugierige TechPi sich in den Mund stopfen wollte. Die Geschichte geht gut aus, keine Frage, dafür sorgen die Kinder schon. Es hat alles (dank Hedi) erstaunlich gut geklappt – anders zwar als das freie Märchen, aber dafür recht nah an der Wirklichkeit und an den Themen der 3. Grundschulklasse (Sachkunde) hier in Bayern. Auf jeden Fall haben wir viel erfahren können wie das Zusammenspiel von Mediengeschichte und eigener (konstruierter) Geschichte im Klassenraum organisiert werden muss. In jedem Fall können wir die Erfahrungen gut in unser aktuelles Projekt Tech Pi 2.0 einbringen.

Tech Pi und Mali Bu: Erste Projektphase beendet

Am Freitag waren Johannes Metscher und ich in Bonn beim Verein Schule ans Netz. Dort haben wir zusammen mit dem Leitungs- und Qualitätsteam (Hr. Heinen, Rotter, Fr. Datz u.a.) einen Workshop zum Projekt Tech Pi und Mali Bu durchgeführt. Es ging im Workshop darum, die vergangenen 5 Projektmonate zu besprechen (Lesson Learned) und vor allem Perspektiven in Richtung „Web 2.0“ zu diskutieren. Dabei haben wir uns für die Möglichkeit begeistert, dass Kinder wie Lehrer in die Geschichte Kommentare einbringen und vor allem die Geschichte mit geeigneten Features weitererzählen können.

Mir gefällt das ganze Projekt deshalb so gut, weil (a) die Zusammenarbeit mit den Kollegen von Schule ans Netz konstruktiv verläuft, wir dabei immer wieder aufgefordert sind, uns in die Perspektive der Lehrer zu versetzen, (b) dass das Stichwort „Web 2.0“ aus der Perspektive der Grundschule beleuchtet werden muss (Was ist wirklich sinnvoll?) und (c) das Thema Wissensvermittlung gleichgewichtig neben Motivation und Begeisterung steht, was wir ja durch die Narration einlösen wollen. Ach ja, gerade der letzte Punkt scheint aufzugehen: die Kollegen aus der Schule berichten uns von ersten Einsätzen, dass die Kinder die beiden Figuren und die Geschichte intensiv aufgreifen und sehr bei der Sache sind. Und genau hier kommen viele Fragen auf: Nutzen die Kinder ihre Begeisterung dafür, sich intensiver mit dem Sachgegenstand (Klima, Regenwurm) auseinanderzusetzen? Stellen sie vermehrt und qualitativ andere Fragen? Können sie die wichtigen Merkmale zu den jeweiligen Themen auch längerfristig merken? Erzeugt die Geschichte einen mentalen Zusammenhalt in bisher fragmentierten Unterrichtseinheiten? Aber, bei aller Nutzererwartung … wenn die Kinder voller Neugier fragen, wann denn endlich die neue Reihe von Tech Pi und Mali Bu kommt, dann ist das schon toll. Begeisterung ist aller Anfang.

Unsere (allerersten) Erfahrungen stimmen uns also hoffnungsvoll. Mit einer Weiterentwicklung des Projekts könnten wir (a) das Thema „Partizipation“ im Kontext der Grundschule deutlicher profilieren, wobei dabei interessant ist, wie man das „altersangemessen“ macht und b) den oben genannten Fragen im Feld systematisch und wissenschaftlich in Zusammenarbeit mit dem imb nachgehen. Mal sehen ob sich Wege finden …. hier finden sich jedenfalls die URL zu Tech Pi & Mali Bu und ein kleiner Artikel für das Portal von Lehrer online.

Naturwissenschaft entdecken! Ein narrativer Rahmen ...

Gestern habe ich im Rahmen der Tagung „Naturwissenschaft entdecken“ an der TU München unser Konzept „Story Anchored Curriculum“ vorgestellt und das ganze dann auch mit der fast fertigen Lernumgebung „Tech Pi und Mali Bu“ konkretisiert. Ha! Die Umgebung wurde noch vor der Tagung fertig, viel Arbeit und viele Hände haben daran mitgewirkt, allen voran Frank Cmuchal, Johannes Metscher, Tim Reischmann und Sascha Gabelmann in der Produktion. Zur Lernumgebung und den Mitwirkenden zu einem anderen Zeitpunkt aber mehr.

Im Grunde war ich ganz zufrieden, obwohl ich mir (wie immer) mehr Diskussion - gerade produktiv-kritische Anmerkungen - gewünscht hätte. Die Idee, mit narrativen Mitteln Unterrichtsinhalte (hier Naturwissenschaftliche für die Grundschule, z.B. Regenwurm und Klimawandel) zu „verpacken“ ist nicht neu. Neu war die systematische Einbindung von eher nüchternen Naturwissenschaftsthemen wie Atmung, natürliche Feinde, Zwitterwesen etc. in eine animierte Flashcomic-Geschichte, ohne das dabei der Storycharakter verloren geht. Zudem haben wir diese Idee mit Web 2.0 Elementen verbunden, was zu neuen didaktischen Szenarien für die Grundschule führt. Mitgenommen habe ich eine Botschaft: es muss „einfach“ sein, von der Bedienung, über die Technik, bis zur Geschichte. Gut ... „einfach“, das kenne ich mittlerweile, aber man erwischt sich doch immer wieder dabei, mehr zu machen, ganz nach dem Motto: mehr ist besser. Aber das Gegenteil ist der Fall, denn man wird im Grundschulkontext an allen Ecken gezwungen, es einfach zu halten. Wahrscheinlich sollte man sich diese Maxime auch für das Erwachsenenlernen auf die Fahne schreiben.

Tech Pi & Co

Zusammen mit Lehrer Online entwickln wir in den letzten Wochen ein sog. Story Anchored Curriculum. Das klingt etwas aufgeblasen (sicher wegen den wissenschaftlichen Bezügen), ist aber in der Sache recht einfach: es geht darum, das man durch gut gemachte Geschichten + Visualisierungen die unterschiedlichen Inhalte des Grundschullehrplans (hier Naturwissenschaft) besser zusammenkriegt. D.H. das die Story die Curriculuminhalte vorstrukturiert, Fragen aufwirft, motiviert etc. und das man im nachhinein sich anhand der Geschichte evtl die Inhalte besser merken bzw. rekonstruieren kann. Man kennt das vielleicht von Pumuckel, die Geschichten bleiben hängen und man kann sich MIT der Geschichte auch einigermaßen schwierige Situationen, wo es ums Klauen, Stehlen, Verzeihen geht (Goldkettechen-Story) auch nach längerer Zeit noch vergegenwärtigen. Nun darum geht es so ungefähr.

Das Projekt macht mir viel Spaß, einerseits, weil es immer eine Herausforderung ist, wenn man schwere Themen in ein leichtes Gewandt stecken möchte und mit vielen impliziten Botschaften arbeiten muss, anderseits weil die kleinen Figuren einfach nett sind (auf unserer GT Seite findet man eine erste Visualisierung). Schließlich macht mir die Zusammenarbeit mit Frank Cmuchal dem Zeichner und Jojo Metscher unserem Multimediamann, auch viel Spaß, das ist wirklich ein gutes Team. Das Projekt soll und wird :-) Anfang Oktober fertig sein. Bin insbesondere gespannt ...



Impressum

Dr. Frank Vohle, Am Loisachbogen 7a, 82515 Wolfratshausen. Erreichbarkeit: Tel. 08171481212 oder vohle@web.de.


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