Kopfkamera und Kunst

Vor einiger Zeit hatte ich Mailkontakt mit Johannes Vockeroth. Er experimentiert schon seit Jahren mit einer Art Kopfkamera. Das Thema find ich gerade aus Lernpersektive sehr spannend, weil die Perspektivität "erlebbar" und "reflektierbar" wird z.B. Einsatz in der Lehrerfortbildung (was sehen die Referendare denn wirklich, was sehen sie gerade nicht, bemerken sie das was sie sehen, wie unterscheiden sich die "objektiven" und erlebten Sichten von Referendaren und Dozenten)? Einsatzszenarien für Sport, Unternehmenskultur, interkulturelle Erziehung sind denkbar. Wer die Kamera mal sehen will und zwar im Kontext Kunst, der sei auf den folgenden Aufruf hingewiesen:

"Am heutigen Donnerstag Abend (28.02.2008) findet in der Pasinger Fabrik um 20:00 die Veranstaltung "KinoM BestOf KinoKabarett 2007" statt. Dort zeigen wir eine Auswahl der schönsten Kurzfilme, die letztes Jahr beim KinoKabarett in der Pasinger Fabrik entstanden sind. Unter Anderen "Cyborg Re-Calibration" mit der blickgesteuerten Kopfkamera sowie einigen Robotern der TU-München. KinoM ist eine der Jüngsten von weltweit knapp 50 Gruppen, die sich regelmäßig beim sog. KinoKabarett treffen, um gemeinsam meist innerhalb von 48h Kurzfilme zu produzieren. Wir freuen uns über jeden Besuch heute Abend. Mehr Infos zu Kino, KinoM, dem nächsten Kabarett im August, sowie die meisten Kurzfilme gibts unter http://www.KinoM.de"

didacta 2008

Gestern war ich zusammen mit Johannes Metscher und Marco Rosenberg auf der didacta in Stuttgart. Ich muss sagen, es hat mir sehr gefallen! Das war mal eine BILDUNGSmesse, zum Anfassen und zum Nachfragen, zum Ausprobieren aller möglichen Lernmaterialien von Musik (Trommeln, E-Schlagzeug), Sport (super cooles street surfing board), 1000 smartboards und was man damit machen kann, Holzspielzeug, Sitzgelegenheiten, Roboter und allerlei Elektrophysik, Mikroskope, Bücher etc. Da geht es zu! Morgens hatten wir einen Termin am BMBF Stand mit Herrn Heinen, um die aktuellen Entwicklungen im Tech Pi Projekt zu besprechen, danach noch ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen vom Biber Projekt (Kindergarten), zwischen durch immer wieder jahrmarktartiges „Getöse“ von Kindern oder Gesangsgruppen. Überhaupt: viele Kinder, Jugendliche, Schüler …. und viele Lehrer. Also, in der Summe mal eine Erholung vom „e-Fokus“ in Richtung Lernen generell. Das macht den Blick frei … lernen geht auch ohne „e“. Obwohl … der Kindergarten tut es uns an, Bewegung + Sprache + Technologie? … ;-)

Wozu braucht man einen Multimedia Pool?

Mit Holger Krakowski verband mich die Oberstufe, das gemeinsame Sportstudium in Köln und einige Pendelfahrten ins Sauerland, wo wir beiden wohnten.  Auf der Suche nach Holger bin ich auf seine Projektrückschau gestoßen, die mich zum Schmunzeln gebracht hat: wer kommt auf die Idee, einen Whirlpool aus sportphysiologischer Perspektive zu untersuchen und darüber seine Dr.-Arbeit zu schreiben? Wer findet einen Pool-Hersteller, der das Ganze finanziert und an weiterführenden, vor allem nutzerzentrierten Innovationen interessiert ist? Ich sehe Holger's Augenzwinkern ... Hier geht es zum Projektbericht ...

Pathologie der Reflexion

Ich erinnere mich an schöne Sommertage, an denen ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Wenn die Luft im Stehen flimmert, dann macht der kühle Wind während der Fahrt besonders Freude. Manchmal, aber nur manchmal, erwische ich mich bei der reinen Unvernunft, dann wenn ich die Augen schließe, den Kopf in den Nacken fallen lasse, die Hände vom Lenkrad nehme und sie in die Horizontale strecke, wenn ich die angenehme Kühle auf der Haut und den Wind in den Haaren spüre. Dann verschmelze ich für einen kurzen Augenblick mit der Situation, meine sonst so rege arbeitende Ich-Instanz macht die Augen zu, Beobachter und zu Beobachtendes fällt in Eins. Ich „erfahre“ mich. Erst im Nachgang stelle ich fest, wie dumm es war, einfach die Augen zu schließen, es hätte was passieren können, ein Hund , ein Auto, ein Stein. Doch dann werfe ich meiner Kontrollinstanz einen frechen Blick zu und sage: … es war schön und ich tue es wieder.

Warum schreibe ich sowas? Vor zwei Tagen hatte ich ein gutes Gespräch mit Alex Florian und Tobias Jenert über „den Hintergrund des Seienden“, also ein Gespräch quer Beet und gar nicht so schwer wie es klingt. U.a. haben wir über die Grenzen von Reflexionen im Hochschulkontext gesprochen. Gegenwärtig hat man ja den Eindruck, als ob die technologiegestützte Reflexion via Blog, Portfolio etc. die Erfindung des neuen Jahrtausends ist, mit dessen Hilfe „alles besser wird“. Mit Tobias war ich mir dann auch schnell einig, dass die permanente Anstiftung zur Reflexion bei Studierenden auch! kontraproduktiv sein kann, weil zu viele und andauernde Reflexionen lähmend wirken – in diesem Zusammenhang fiel das sicherlich nicht ganz passende Stichwort „Pathologie“, also für unsere Belange ein krankhaftes Bewusstsein, das gar nicht mehr in der Lage ist, „bei der Sache zu sein“ und sich „ganz auf die Sache“ einzulassen. Was heißt das? Es kommt vor, dass Studenten/Innen – gerade in den beschleunigten und verdichteten BA/MA Studiengängen berichten, dass sie allerlei Dinge machen, aber wenig erfahren haben. Trotz guter oder bester Noten, trotz einem Berg von Hausarbeiten und Referaten und universitären Projekten will sich eine tiefe Befriedigung, ein Gefühl von „gemachter Erfahrung“ und damit auch Gelassenheit nicht einstellen, warum nur? Ich weiß darauf auch keine schnelle Antwort, aber es hat, glaube ich, etwas mit dem zu tun, von dem ich eingangs berichtete: Haare im Wind und verschmelzen mit der Situation.

Mir schießt bei diesem Thema F. Nietzsche durch den Kopf, seine „Zukunft der Bildungsanstalten“ sind immer noch zeitgemäß, meine ich. Nietzsche beschreibt hier seine „Studentenzeit“: (…) Wir versetzen uns in mitten in den Zustand eines jungen Studenten hinein, das heißt in einen Zustand, der, in der rastlosen und heftigen Bewegung der Gegenwart, geradezu etwas Unglaubwürdiges ist, und den man erlebt haben muß, um ein solches unbekümmertes Sich-Wiegen, ein solches dem Augenblick abgerungenes gleichsam zeitloses Behagen überhaupt für möglich zu halten. In diesem Zustand verlebe ich, zugleich mit einem gleichaltrigen Freund, ein Jahr in der Universitätsstadt Bonn am Rhein: ein Jahr, welches durch die Abwesenheit aller Pläne und Zwecke, losgelöst von allen Zukunftsabsichten, für meine jetzige Empfindung fast etwas Traumartiges an sich trägt, während dasselbe zu beiden Seiten, vorher und nachher, durch Zeiträume des Wachseins eingerahmt ist. (…) [F. Nietzsche, dtv, 1988, 652f.] „Sich-Wiegen“, „zeitloses Behagen“, „Abwesenheit aller Pläne und Zwecke“ … das liest sich in der Tat wie aus einer anderen Zeit, vielleicht auch wie aus einer anderen Welt.

Nur, was hat das alles mit „Reflexion (2.0) an Hochschulen“ zu tun? Mit der Frage, ob wir heute technologiegetrieben zu viel und über wenig Ertragreiches reflektieren oder genauer, einen zu eingeschränkten Reflexionsbegriff haben, der die unterschiedlichen Qualitäten der Erfahrungen, die wir als Menschen! potentiell machen können, nicht berücksichtigt. Ich weiß auf diese Frage auch keine schnelle Antwort, mich interessiert erst einmal das Phänomen auch wenn es nur Einzelbeobachtungen sind. Was aber auffällt ist, dass junge Studenten/Innen heute mit überschwänglicher Euphorie mit der Idee der Selbststeuerung konfrontiert werden, alles unter dem gut begründeten Dach des Lebenslangen Lernens. Selbststeuerung greift im Kern auf die oben angesprochene Reflexion zurück, die wiederum (in der aktuellen Lesart) auf metakognitive Steuerungsprozesse fußt: Ziele setzen können, Lernprozesse alleine oder in der Gruppe beobachten und steuern, Lernziele bewerten und Schlussfolgerungen für das weitere Lernen ziehen können. Man merkt schnell: Die aktuelle Reflexionsdebatte mit dem metakognitiven Steuerungskonzept im Schlepptau läuft Gefahr einen Erfahrung-Begriff zu favorisieren, der wenig Raum für Vorsprachliches und Ästhetisches hat.

Vorsprachliches und Ästhetisches? Ja, sicher! Worin liegt dann aber der Wert, gar der „Bildungs“-Wert einer solchen Erfahrung, die nicht immer in Gänze der Reflexion zugänglich ist? Folgt man den phänomenologischen Analysen (z.B. Schmidt-Millard, 1995), so sind solche Erfahrungen nämlich „die eigentlichen Fundamente im Weltbezug und konstituieren ‚das leibliche Selbst‘.“

„Leibliches Selbst“: Ich bin noch nicht soweit, dass ich den Zusammenhang von Erfahrung, Reflexion und eben das genannte leibliche Selbst genau vor mir habe, aber ich bin zuversichtlich, dass die eingangs geschilderten „Sinneserfahrungen“ und die im Nachgang reflexiv-rekonstruierten ästhetischen Zuschreibungen etwas damit zu tun haben. Hier aber noch mal die Frage: was ist der Bildungswert? Der liegt wohl darin, dass ich sagen kann, ICH habe das ERLEBT, ich BIN das ERLEBTE, ich habe ES sozusagen „im Blut“. Damit wird eines klar(er): Wer das sagen kann, der hat ein Stück Gelassenheit gewonnen, einen STANDPUNKT. Ich meine, wer „feste Persönlichkeiten“ für ein einigermaßen hartes Arbeitsleben nach dem Studium heranbilden möchte, der kommt an diesen Standpunktfragen mit einem weiten Erfahrungsbegriff und entsprechenden Möglichkeiten in der Hochschule nicht vorbei. Dahinter steckt eine entsprechende Reflexionskultur, die bewusst auch außerreflexive Erfahrung zulässt und fördert, beispielsweise im Spiel oder der schöpferischen Arbeit. Dass das alles nicht so schwer ist wie es klingt, sollte weiter oben deutlich geworden sein: … „es war schön und ich tue es wieder“, darüber kann man ja mal ordentlich „reflektieren“.

Leartec 2008 - ich sehe "Bewegung"

Ich bin gerade auf der Learntec 08 und habe meinen Marsch durch die Shops hinter mir. Ich geben zu, ich bin übermäßig und vielleicht auch ungerechtfertigt skeptisch, wahrscheinlich wegen des Verkaufsmodus, der in der Luft liegt. Aber nun gut. Gegenüber 2007 ist mir noch kein Ausreißer aufgefallen, viele Plattformanbieter, rapid-learning, Simulationsangebote von der BW, Videoanwendungen jetzt auch auf dem Mobile, eine gut besuchte health care Ecke. Also, alles beim Alten? Nein!!! Es gibt was Neues, Nintendo ist da und ich habe zum ersten mal Wiisports gespielt. Das war klasse und ich war in der Tat verschwitzt. Verschwitzt??? Gar Muskelkater durch Medieneinsatz? Ja, die Bewegung ist eine neue Dimension hier in Karlsruhe, aber eben nur bei Nintendo. Ich habe die Betreuerdame am Ende gefragt, was ich nun denn gelernt habe. Sie hat den Scherz (l e a r n tec) gar nicht recht verstanden und versicherte mir: die Spielregeln. Also, bis jetzt war der Wii Bus (alleine das Format fällt auf, weg von den Ständen) der Höhepunkt.

Lehrertagung: Workshop in Dillingen

Am Fr/Sa waren wir in Dillingen auf der Lehrertagung „Netzwerkbildung und Wissensteilung – Schule als Learning Community“. Es waren aus meiner Sicht tolle und gut organisierte Tage, in denen eine Stimmung auf „mehr Community bitte“ aufkam. Für mich als Analogiefan war der Vortrag von Herrn Professor Doebli aus der Schweiz sicher das herausragende Ereignis – selten kommen Leichtigkeit, Witz und ordnende Botschaften so gut zum Ausdruck.

Da sich zu meinem Workshop (Schulsport 2.0) im Vorfeld wenig Begeisterung auftat ;-), wurde ich kurzerhand zu Herrn Rau eingeteilt. Man kennt Herr Rau von seinem Lehrerblog, mir spukt er mittlerweile als Marke im Kopf herum, ähnlich wie Puma oder Persil und nicht als normale Anrede für eine männliche Person, irre, alles „wegem! dem Internet“. Ich war angenehm überrascht, als ich ihn getroffen habe. Den Workshop selber (Wikis und Blogs) fand ich interessant, gerade wegen der Offenheit der Veranstaltung. So kamen wir auf recht viele Themen zu sprechen, angefangen von der Angstecke (Rechte, Gefahren etc.), über Unterrichtspotentiale und konkrete Umsetzungen bis zur Motivationsfrage, warum führe ich ein Blog. Mit meinem Minivortrag kam ich (für mich überraschend) gut „weg“. Der Zusammenhang von Sport/Bewegung und Reflexion bzw. auch Sprache liegt nicht auf der Hand. Recht wahrscheinlich werden wir nun auch im Kontext Schule einen Piloten anlaufen lassen können.

Fazit zur Veranstaltung: Mir ist vor allem wieder bewußt geworden, dass der ganze Web 2.0 Summs (damit meine ich im Kern technologiebasierte Veränderung der organsiationalen Lernarchitektur und des Lernprozesses) eines braucht: Zeit. Und genau diese finde ich in den gegenwärtigen Bildungsinstitutionen immer weniger. G8, Bologna sind nur Stichworte. Und an dieser Stelle empfand ich einen Vorschlag oder besser Erfahrungsbericht eines Lehrers sehr bemerkenswert. Er hat sich das Lehrplansoll in eine Projektstruktur umgeschrieben (8 Pakete) und hat in diese Projektstruktur die Bildungstechnologien eingebunden. Innerhalb dieser neuen Struktur konnten dann Prozesse wie "Schülerbegeisterung", "geringe Kontrollkosten", "Eigenmotivation", "Lehrer als Coach", "Produktorientierung", "lief alles wie von selbst" beobachtet werden. Ja, das "lief wie von selbst" hört sich gut an, was? Stimmt aber nur zum Teil, weil die Entwicklunsgkosten für die Konzepte groß sind, aber die Betriebskosten, eben die sind "fast gleich null". Deshalb: a) Mehr systematische Projektstrukturen im Unterricht (d.h. auch weniger Pflichtinhalte sondern Primat des Prozesses), b) Mehr Austausch von Unterrichtskonzepten auf genau dieser Projektbasis!, in diesem Sinne eine Wiederverwertbarkeit von Lern-Lernkonzepten. Ich meine, wenn man die Energiebillanz der Lehrer nicht im Blick hat - zentral im Blick hat - dann werden sich die neuen Technologien nie flächendeckend durchsetzen. Und wenn wir über den Einsatz der Technologien im Unterricht reden, dann könnte man das doch mal vor dem Hintergrund einer persönlichen "Energiebillanz" des Lehrers tun, d.h. Ressourceneinsatz (Zeit, Material, emotionale Energie etc.) und persönliche Gewinne (Zeit, Qualität, Selbst- und Fremd-Anerkennung, innere Gelassenheit) auseinanderhalten. Nur wer noch "Energiepunkte" frei hat und/oder sich auf baldige "Gewinne" freuen darf, wird sich auf die neuen Technologien nachhaltig einlassen.

Sport ohne Doping

Gestern war ich mit Johannes Metscher in Frankfurt am Main bei der Deutschen Sportjugend. Wir haben im kleinen Kreis über Möglichkeiten zur Anwendung von Web 2.0 Ansätzen für den Bereich Dopingprävention gesprochen. Das Thema Doping ist z.Z ja in aller Munde, nicht ohne Grund. Ich selber finde die Dopingproblematik höchst interessant, weil darin - wie soll ich sagen - die "Funktions"-Grenzen des Leistungssport im heutigen Sinne sichtbar werden. Das Thema umfasst mehrere in sich verschränkte Facetten und geht weit über den Sport i.e.S. hinaus. Mit etwas Sinn für Analogien ist es ja ein Problem unserer Leistungsgesellschaft schlecht hin, in der eine Ökonomie der Aufmerksamkeit ebenso regulierend ist wie bei Sportevents. Ich meine also, dass man beim Thema Doping im Sport sehr viel über Gesellschaftsmodelle, Menschenbilder und "Steuerungsmechanismen" von Organsiationen und Menschen lernen kann - im wahrsten Sinne ein klassischer Lerngegenstand. Ich werde in den nächsten Wochen darüber berichten, wie die Sache mit dem Doping weitergeht.

Pilgerreise und Neoreligion?

Gerade bin ich auf das Blog eines interessanten Menschen gestoßen – ein tüftelnder MedienPhilosophie- Theoriepraktiker :-), er heisst Felix Hardmood Beck. Er beschäftigt sich in seiner Diplomarbeit damit, eine "Pilgerreise in ein Digitales-Objekt zu übersetzen" und zudem die Rolle des Jakobsweges als Kommunikationsmedium zu Netzwerken wie dem Internet herauszuarbeiten. In der Summe also eine Arbeit mit historischen, philosophischen, medientechnischen Bezügen. Ins Auge fällt zunächst sein Teilprojekt GeoCane:

„Über eine Dockingstation können Zielkkoordinaten auf den GeoCane übertragen werden. Der Neopilger läuft los. Während des Weges zeichnet ein integrierter Microchip jede gegangene Wegstrecke auf, sodass man niemals über gleiche (also demnach bereits bekannte) Wege geleitet wird. Eine in Griffhöhe eingelassene Technik verweist durch leichte Vibration, als haptischer Display, auf eine zu gehende Richtung. Der Zielort bleibt dabei unbekannt und von weniger großer Bedeutung als der Weg an sich.“

Wenngleich dieses elektronische Werkzeug zu viele Anwendungen im Bereich Bewegung+Lernen inspiriert: den Theorieteil der Diplomarbeit finde ich auch sehr spannend. Ich werde es mir mal ausdrucken und lesen.

Stiftung für Entrepreneurship

In den Jahren 1998/1999 habe ich bei Hermann Rüppell in Köln – Professor für Pädagogische Psychologie – eine Arbeit über „Das (analoge) Denken von High-Tech-Gründern“ schreiben wollen. Leider oder Gott sei Dank ist daraus nichts geworden ;-). Jedenfalls habe ich mich damals auch mit dem Thema entrepreneurship education auseinandergesetzt und einige der in Deutschland stattfindenden Tagungen besucht. U.a. konnte ich Prof. Faltin von der FU Berlin hören, der mit großer Begeisterung – aber mit ganz wenigen Analogien :-( – seine Teekampagne vorgestellte. Mir hat an diesem Thema gleich gefallen, dass dabei eine wirtschaftliche Komponente mit einer genuin pädagogisch-psychologischen verknüpft wird und sich Faltin durch einen spezifischen Entrepreneurbegriff auszeichnete, der mehr an einem „Künstler“ erinnerte, als an einen zigarrerauchenden oder aalglatten Unternehmer. Mit diesem Unternehmertyp konnte ich etwas anfangen, weil das „Schöpferische“ bei ihm im Zentrum stand und Faltin ihn durch eine bestimmte Lebenshaltung eingrenzte. Auch wenn das für die „harte BWL“ alles Wischi-Waschi war und ist – für mich hatte der Berliner Ansatz Reiz und ich bin mir auch einigermaßen sicher, dass da etwas wahres dran ist. Nur kriegt man den Künstler weniger gut zu fassen als eine 1 Mill. Dollar Bilanz.

Angestoßen durch ein Skype-Telefonat mit Veronika Mansmann bin ich dann heute wieder auf die Internetseiten von Prof. Faltin gekommen und damit auf die Seiten der einigermaßen frisch gegründeten Stiftung für Entrepreneuership. Ich finde die Beiträge sehr interessant, viele junge Leute und auch verwegene bis lustige Ideen sind dabei. Wer will kann mal auf dem Stiftungsblog vorbeischauen, zumal sich hier auch einige Portalkollegen auslassen. Man hat den Eindruck, dass es in der Tat um künstlerische „Lebenshaltungen“ (siehe Vortrag entrepreneurial society) geht :-) … aber eben nicht bei allen Beiträgen.

Seiten