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TwentyFeet: “Egotracking” für die Social-Web-Gemeinde
Neu gegründete Startups aus dem deutschsprachigen Raum stehen meist vor der schwierigen Frage, auf welchen Markt sie sich konzentrieren sollen. Die Zielgruppe der Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist zumeist groß genug, um über viele Jahre hinweg kräftig wachsen zu können.
Stößt ein Dienst aber doch irgendwann an die Grenzen dieses Marktes, fehlen häufig die Mittel, um den mit schweren Investitionen verbundenen internationalen Launch erfolgreich stemmen zu können. Oder ein ausländischer Wettbewerber ist einem zuvor gekommen.
Eine Alternative ist, von vorn herein eine internationale Nutzerschaft anzusprechen. Dann konkurriert man als Startup zwar direkt mit dem Silicon Valley und erhält zu Beginn mitunter weniger Zuspruch als bei einem mit einer nationalen Werbekampagne flankierten “Deutschland-Launch”, eröffnet sich aber mittel- bis langfristig deutlich bessere Wachstumschancen – sofern man nicht vorher aufgeben muss.
Der zuerst beschriebene Ansatz dominiert – und ist ein Grund für die geringe Zahl international erfolgreicher Startups aus Deutschland (Schweizer und Österreicher Gründer scheinen empfänglicher dafür zu sein, sich sofort an User zu richten, die nicht des Deutschen mächtig sind, so mein nicht statistisch belegter Eindruck). Es geschieht nicht oft, dass wir Mails von jungen deutschen Onlinediensten erhalten, die eine ernstzunehmende globale Fokussierung aufweisen.
Insofern ist TwentyFeet die Ausnahme von der Regel (genau wie Loved.by). Der neue Service aus Wiesbaden hat sich einem Prozess verschrieben, den er “Egotracking” nennt. Gewiefte Social-Web-User ahnen vielleicht schon, worum es geht: TwentyFeet liefert Statistiken rund um Kennzahlen persönlicher Social-Web-Konten im Zeitverlauf.
TwentyFeet richtet sich nicht nur an professionelle Marketer und Agenturen, sondern auch an Privatpersonen, die den Überblick über die Zahl ihrer Followers, Retweets, Zitierungen, Likes etc. behalten möchten. Das Preismodell trägt dem Rechnung: Das Monitoring eines Facebook- und eines Twitter-Kontos ist kostenlos, jeder weitere Account wird mit 2,49 Dollar jährlich veranschlagt. Auch YouTube- und bit.ly lassen sich gegen Entgelt analysieren.
Sämtliche Statistiken kann man nach Zeitraum (Vortag, Woche, Monat, Quartal) filtern. Alle Ergebnisse werden in Form leicht verständlicher Graphen dargestellt.
TwentyFeet ist ein nettes, intuitives Tool für die eitle Zielgruppe der Multiplikatoren, Influencer und Social-Media-Enthusiasten. Und da es diese in den meisten Teilen dieser Welt gibt, scheint der globale Ansatz des Dienstes klug gewählt zu sein. Bisher existiert TweentyFeet auf Englisch und Deutsch, weitere Sprachen sind geplant.
Dass sich die Wiesbadener auf dem richtigen Weg befinden, verdeutlicht auch ein Tweet von US-Netzikone Robert Scoble, der offensichtlich Gefallen an TwentyFeet gefunden hat. Martin Seibert, neben Paul Herwarth einer der zwei Gründer, hatte Scoble per Mail auf das Projekt hingewiesen.
Ich würde mich wundern, wenn es TwentyFeet nicht auf die großen US-Tech-Blogs schafft. Geschieht dies, wäre das die beste Ausgangslage für einen internationalen Erfolg.
Link: TwentyFeet
Hier ein Video, das TwentyFeet vorstellt:
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Kostenfrei vs. kostenpflichtig: Der Makel des “Free”
Als ich in der vergangenen Woche über die in meinen Augen unkluge Wahl das Preismodells der Task-Management-App Remember The Milk berichtete und dem Dienst angesichts aufstrebender Konkurrenz empfahl, statt einer stark beschnittenen Free-Variante lieber so viel wie möglich kostenfrei anzubieten, kam es in den Kommentaren erwartungsgemäß zu einer Diskussion. Wie häufiger in letzter Zeit wurde dem kostenlose Anbieten von Diensten/Inhalten bzw. dem Sympathisieren mit diesem Konzept schnell ein Makel angeheftet.
War “Free” als Preisstrategie im Netz noch vor einem Jahr nicht zuletzt durch Chris Andersons gleichnamiges Buch ein heißer Trend und eine akzeptierte Alternative zu kostenpflichtigen Diensten, scheint es, als habe sich die öffentliche Meinung im Web in letzter Zeit gewandelt.
Ich weiß zwar nicht, ob man bereits von einem Anstieg der Zahlungsbereitschaft im Internet sprechen kann, aber zumindest entsteht der Eindruck, als wenn es einigen ausgewählten Services gelungen ist, eine loyale, zahlende Nutzerschaft aufzubauen, die überzeugt davon ist, das Richtige zu tun, indem sie zahlt.
Grundsätzlich ist das natürlich sehr gut, denn es zeigt neuen Startups und Anbietern, dass Optionen abseits der Monetarisierung durch Werbung existieren, und dass die Voraussetzung dafür “lediglich” ist, einen richtig überzeugenden Dienst zu entwickeln.
Problematisch wird es jedoch, wenn die Stimmung so stark kippt, dass Gratisangebote stigmatisiert werden und dass mit dem Finger auf Nutzer gezeigt wird, die aus verschiedenen Gründen für ein spezifisches Angebot kein Geld zahlen möchten.
Hier gilt es zuerst einmal darauf hinzuweisen, dass kein kostenfreies Angebot auch kostenlos ist. Wer Facebook, Twitter oder andere Services einsetzt, bezahlt nicht mit Geld sondern mit persönlichen Daten, die das jeweilige Unternehmen für die effektivere Vermarktung einsetzt. Monetarisiert wird hier also indirekt durch die Aufmerksamkeit der Nutzer.
Bei Angeboten, die sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Variante anbieten, kommt zudem die Funktion als Botschafter hinzu: Wer einen Gratisdienst über einen längeren Zeitraum einsetzt und nicht zur Premium-Version wechselt, scheint zufrieden zu sein und wird den Dienst mit großer Wahrscheinlichkeit anderen empfehlen – Dropbox ist ein Meister auf diesem Gebiet.
Einen Internetservice kostenfrei zu nutzen, lässt sich nicht damit vergleichen, ins Restaurant zu gehen und eine Gratis-Mahlzeit zu fordern. Denn während die Ressourcen im Restaurant begrenzt und die Kosten für die Zubereitung einer Mahlzeit nennenswert sind (Zutaten, Arbeitszeit), gelten bei Onlineservices andere Regeln. Die Grenzkosten der Bereitstellung einer weiteren Einheit eines Produktes (z.B. ein weiteres Free-Konto) tendieren häufig gegen null, weshalb es für manche Anbieter überhaupt kein Problem ist, Teile ihrer Leistungen kostenfrei abzugeben.
Aber kostenfrei heißt eben nicht kostenlos. Auf irgendeine Art wird immer gezahlt – sei es durch persönliche Daten, durch Aufmerksamkeit (angesichts der schieren Masse an Webangeboten bekommt diese zwangsläufig eine große Bedeutung und einen echten, mit einer finanziellen Transaktion vergleichbaren Wert) oder durch die Rolle als Markenbotschafter.
Selbstverständlich gibt es User, die aus reiner Ignoranz und der fehlenden Kenntnis über die wirtschaftlichen Zusammenhänge alles kostenlos haben möchten – auch deshalb, weil sie über viele Jahre hinweg daran gewöhnt wurden. Aber nicht jede Nachfrage nach einem Gratisprodukt rührt daher. Es kann genauso gut sein, dass User die zugrunde liegenden Dynamiken der Webwirtschaft verinnerlicht haben, oder dass sie einen Service erst ausprobieren möchten, oder dass sie in einem spezifischen Fall lieber mit ihren Daten “zahlen” als mit barem Geld.
Es wäre erfreulich, wenn es tatsächlich zu einem Sinneswandel käme und wenn User insgesamt offener dafür würden, für Dienstleistungen im Netz ihr Portemonnaie zu zücken. Es ist jedoch ein Trugschluss, anzunehmen, dass der natürlichste Zustand im Web wäre, für alles mit Geld zu zahlen. Einerseits, weil – wie beschrieben – manchmal eine indirekte Monetarisierung sehr viel sinnvoller sein kann, und außerdem, weil das Anbieten mancher Services derartig kostengünstig durchgeführt werden kann, dass Anbieter, die auf eine möglichst große Zahl an Usern angewiesen sind (z.B. Social Networks) das eigene Wachstum durch eine Bezahlschranke unnötig hemmen würden.
Im Netz haben beide Ansätze ihre Berechtigung, sowohl kostenpflichtig als auch kostenfrei. Kostenlos ist dabei ohnehin nichts.
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Ein englisches Sprichwort lautet "You can't teach an old dog new tricks" - "Man kann alten Hunden keine neuen Tricks beibringen". Eine einfache Erklärung für ein komplexes Problem der digitalen Wirtschaft. (21. Juni 2010)
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Linkwertig: Twitter, Greplin, Gmail, Reddit
Twitter
Seit gestern unterstützt Twitter nur noch die Autorisierung via OAuth – nicht wenige der kleineren Drittanwendungen dürften dadurch unbrauchbar geworden sein. Für alle anderen wird Twitter aber sicherer und verlässlicher.
» Twitter Applications and OAuth
Greplin
Apropos OAuth: Mit Greplin gibt es eine neue Suchmaschine für die eigenen Daten in der Cloud. Greplin sucht u.a. in Facebook, Twitter, Dropbox, Gmail und Google Docs, also in Diensten, für die man sich autorisieren muss.
» Greplin
» The Other Half Of Search: Greplin Is A Personal Search Engine For Your Online Life
Gmail
Im Kampf gegen die Flut an E-Mails spendiert Google Gmail die Möglichkeit, die E-Mails nach Priorität zu gruppieren. Bei mir ist das Feature noch nicht live, aber die ersten Reviews sind davon begeistert.
» Hallelujah! Gmail Saves E-Mail With ‘Priority’ Message Filtering
Reddit
Reddit zieht nach der gestrigen Übernahme von Digg ein Resümee. Einerseits freuen sie sich über die Neuanmeldungen, andererseits auch darüber, dass Digg nur 14% ihres gesamten Traffics ausmachte.
» Everything went better than expected
Netzneutralität
heise online gibt einen Überblick über die Positionsfindung der deutschen IT-Branche zur Netzneutralität.
Scheer glaubt nicht, dass sich eine Abkehr vom strikten Pfad der Netzneutralität hemmend auf die Innovation im Internet auswirken könnte. Startups müssten auch in anderen Wirtschaftsbereichen damit leben, dass Konzerne etwa günstigere Kredite von Banken erhielten.
» Deutsche IT-Branche ringt um Position zur Netzneutralität
Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen Entwicklungen. Hinweise auf Texte gern an tipps.netzwertig at blogwerk.com
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Paul Graham über Yahoo, Exciting Commerce über Super Angels, Facebook der neue Hüter der Netzneutralität und mehr. (13. August 2010)Linkwertig: Twitter-Button, Xing, StudiVZ, Google Contacts
Twitter bekommt eine offizielles Zähl-Widget, Xing vermeldet gute Ergebnisse, Frischzellenkur für Google Contacts und mehr. (12. August 2010)
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Das Beste: netzwertig.com im August 2010
Heute stellen wir die besten und populärsten Beiträge aus dem vergangenen Monat zusammen. Das Beste aus dem August 2010:
Analysen- Street View in Deutschland: Google, lass es einfach sein!
- Netzneutralität: Warum das Google-Verizon-Abkommen Innovation behindert
- Die Zukunft des Buches: Schallplatten knistern, Papierbücher rascheln
- Debatte um Google Street View: Herr Westerwelle, Sie sind ein schlechtes Vorbild
- Flattr: Alles ist möglich
- Zunahme der Textkommunikation: Der Tod des Telefonats
- Digitalisierung: Die deutsche Angst
- Digitalisierung: Wenn Deutschland das Internet entwickelt hätte…
- Digitale Musik: restorm.com will das bessere MySpace werden
- fflick: Twitter-Aggregator für Filmkritiken
- Hookidoo: Mit Webcam & Flatrate zur eigenen Alarmanlage
- PostRank, Google Reader und Chrome: Ein überzeugendes Trio
- Kostenloses Betriebssystem für Netbooks: Jolicloud bringt die Cloud auf den Desktop
- Task-Management-Tools: Produktiv mit Producteev
- FriendCaller: Das deutsche Skype
- Aupeo: Personalisiertes Radio ohne Firlefanz
- pluddel, Brixels, vielTee
- yourcent, LiquidFeedback, unref
- Scopevisio, Novus Ordo, Ich kann es nicht mehr hören
- askalo, SprecherSprecher, Fidor
- Digitalisierung: Ein fiktiver Medienkompetenzlehrplan
- Facebook Places: Das Wichtigste zu Facebooks Location-Dienst (startet heute in den USA)
- Twitter-Meme: Die Dimensionen von #blumenkübel
- Social Web: Wenn individuelle Schicksalsschläge öffentlich werden
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Das Beste aus dem Juli 2010
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Heute stellen wir die besten und populärsten Beiträge aus dem vergangenen Monat zusammen. Das Beste aus dem Mai 2010: (30. Mai 2010)
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HackFwd-Startup #2: Loved.by monetarisiert Produktempfehlungen im Social Web
Als Xing-Gründer Lars Hinrichs Anfang Juni den Launch seines Startup-Inkubators HackFwd bekannt gab, gelang es ihm nicht nur, das Hamburger Unternehmen mit einem einzigen Tweet und einer Mail auf einen Schlag in der globalen Internet- und Investorenszene bekannt zu machen, sondern auch, durch ein sehr sympathisches Versprechen unsere Aufmerksamkeit zu erlangen: HackFwd will ausschließlich Gründer mit neuartigen Ideen unterstützen, Copycats sollen keine Chance erhalten.
Nach dem intelligenten Task-Manager TheDeadline erblickt heute das zweite durch HackFwd angeschobene Startup das Licht der Welt: Loved.by. Der Dienst aus Hamburg will eine Lösung gefunden haben, um Produktempfehlungen von Usern im Social Web zu monetarisieren.
Die Funktionsweise von Loved.by ist simpel: Statt einfach nur einen Tweet oder ein Facebook-Update mit positivem Feedback über das zuletzt angeschaffte Gadget zu veröffentlichen, animiert Loved.by User dazu, Produktempfehlungen über das Formular auf www.loved.by, das Loved.by-Bookmarklet oder die dazugehörige Facebook-App zu veröffentlichen.
Nachdem die URL zu der Bestellseite des entsprechenden Produktes eingegeben und eine fakultative Begründung hinzugefügt wurde, warum man Gefallen an ihm gefunden hat, publiziert Loved.by die Empfehlung in den persönlichen Twitter- und Facebook-Stream und verfolgt anschließend über einen eindeutigen Link eventuelle Verkäufe des empfohlenen oder anderer Artikel bei dem jeweiligen Shop.
75 Prozent der so generierten Affiliate-Umsätze gehen an den empfehlenden Nutzer, 25 Prozent verbleiben bei Loved.by.
Eine einfache wie überzeugende Idee, wenn sie auch dazu führen könnte, dass Empfehlungen von Produkten bei Twitter und Facebook an Glaubwürdigkeit einbüßen. Denn anders als bei einem simplen Ausruf der Begeisterung ohne Link zum Shop wird man sich bei Tweets und Status-Updates via Loved.by immer die Frage stellen müssen, ob es dem Absender nur um die Provision geht, oder ob er/sie tatsächlich von dem jeweiligen Artikel beeindruckt ist.
Andererseits würden sich User so sehr schnell ihre mühsam aufgebaute Reputation beschädigen, insofern ist dies womöglich ein eher theoretischer Kritikpunkt, der in der Praxis kaum zum tragen kommt.
Loved.by ist seit einer Stunde online und kann ab jetzt ausprobiert werden.
Link: Loved.by
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Mit den Möglichkeiten des Social Web wächst unser Netzwerk. Je mehr lose Verbindungen wir besitzen, desto häufiger werden wir "Zeuge" von individuellen Schicksalsschlägen. (18. August 2010)Twitter-Meme: Die Dimensionen von #blumenkübel
Ein zerstörter Blumenkübel sorgte gestern bei Twitter für eine beispiellose Welle der Aufmerksamkeit. Doch welche Dimensionen hatte das Ereignis? (6. August 2010)Prozessjournalismus: Einen Abstellknopf gibt es nicht
Im Social Web fühlen sich Falschmeldungen und Gerüchte nicht nur pudelwohl, sie werden in kollaborativer Arbeit auch widerlegt. (3. August 2010)
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Toolbox: 21 Webdienste, die das Online-Leben verbessern
Wir haben schon häufiger Listen mit Webangebote veröffentlicht, die uns produktiver und effizienter machen und die wir regelmäßig im Online-Alltag einsetzen.
Doch kaum sind einige Monate vergangen, stellen wir meist Veränderungen unserer Präferenzen fest. Entweder, weil wir neue Services entdeckt haben, die uns noch besser gefallen als zuvor verwendete Lösungen, oder weil sich ehemalige Favoriten nicht mehr als so zuverlässig präsentieren, wie wir das von ihnen gewohnt sind.
Heute möchte ich euch einen Überblick über 21 richtig gute Tools geben, die ich aktuell regelmäßig im Einsatz habe und mit denen ich mein Leben online sowie offline besser organisiere. Der Auswahl zugrunde liegt mein Bestreben, die Zahl der Dienste zu konsolidieren und nur noch solche zu verwenden, die mir einen dauerhaften Nutzen bieten. Sämtliche Empfehlungen in der Liste kommen somit von Herzen!
Air Video
Air Video (Review) streamt auf Computern gespeicherte Videoinhalte per WLAN und mit Echtzeit-Konvertierung auf iPad und iPhone. Unheimlich praktisch!
Boxcar
Boxcar ist seit der Kommentardiskussion zu diesem Artikel meine Lösung, um wichtige Nachrichtenmeldungen per Push-Verfahren auf mein iPhone zu bringen: Dafür habe ich einen neuen Twitter-Account angelegt, in dem ich ausschließlich Spiegel_EIL folge, und dieses Konto bei Boxcar hinzugefügt.
Diigo
Bei Diigo bookmarke ich sämtliche für wichtig und gut befundenen Artikel, in der Regel mit Hilfe der Erweiterung für Google Chrome.
Dropbox
Dropbox nutze ich sowohl für ein Backup wichtiger Dateien in der Cloud sowie für einen Zugriff auf selbige über beliebige Rechner oder mobile Geräte (Ref-Link mit 250 MB zusätzlichem Speicher für euch und mich)
Google Docs
Bei Google Docs schreibe ich sämtliche Blogartikel und speichere andere Dokumente, die nicht lokal auf einem einzigen Rechner isoliert sein sollen. Microsoft Office habe ich nicht mehr installiert (allerdings OpenOffice für den Fall, einmal keinen Internetzugriff zu haben). Für den mobilen Zugriff auf Google Docs siehe “Office2″ weiter unten.
Google Kalender
Den Google Kalender nutze ich für alle wichtigen Termine und synchronisiere ihn mit meinem Mobiltelefon (Anleitung) sowie mit meinem E-Mail-Programm Thunderbird (siehe unten).
Google Reader
Googles RSS-Reader Google Reader kommt bei mir mehrmals täglich zum Einsatz und ist für mich unverzichtbar. Mobil nutze ich ihn ab und an über die Touch-Variante google.com/reader/i, bevorzugt aber über die wunderbare App Reeder (siehe unten).
InstaPaper
Bei InstaPaper lege ich (vor allem sehr lange) Artikel ab, die ich später über die iPhone-/iPad-App lesen möchte. InstaPaper ist in Reeder (siehe unten) integriert und befindet sich zudem als Bookmarklet in meiner Browser-Lesezeichenleiste.
Linguee
Die Übersetzungsmaschine Linguee ist mein bevorzugtes Online-Worterbuch, sowohl über die Website als auch in Form der iPhone-App.
ManageFlitter
ManageFlitter (ehemals ManageTwitter) ist ein hervorragendes Tool, um seine Gefolgschaft bei Twitter zu verwalten, zu sehen, wer einem nicht mehr folgt, und um mehreren inaktiven oder zu gesprächigen Nutzern auf einmal zu entfolgen.
Memonic
Während ich bisher trotz mehrerer Versuche keine wirklichen Sympathien für Evernote entwickeln konnte, setze ich das Schweizer Pendant Memonic seit einiger Zeit dafür ein, prägnante Zitate und gute Infografiken zu archivieren.
MyWi
Die iPhone-App MyWi (nur nach Jailbreak verfügbar) verwandelt mein Apple-Smartphone in einen mobilen WLAN-Hotspot und hat mir sowie Freunden schon in vielen Situationen sehr geholfen. Allein für diese App lohnt sich der Jailbreak.
Office2
Mit der App Office2 bearbeite ich meine Google Docs-Dokumente vom iPhone und iPad – Google selbst bietet leider bisher keine Möglichkeit an, Docs mobil zu editieren.
Producteev
Producteev ist seit zwei Wochen meine bevorzugte Task-Management-App und hat sich bisher als sehr praktisch und zuverlässig erwiesen.
Reeder
Reeder ist die ultimative Google Reader-Applikation für iPhone und iPad. Richtig empfehlenswert!
Skype
Skype nutze ich täglich, nicht nur für Textkommunikation und sporadische ausgehende Gespräche sondern auch für eingehende Anrufe (ich habe via SkypeIn eine Berliner Nummer an Skype angeschlossen, über die ich weltweit erreichbar bin). Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Konkurrenz auf Skype auswirken wird.
Snap Bird
Mehrmals wöchentlich steuere ich die alternative Twitter-Suchmaschine Snap Bird an (Review), die im Gegensatz zu Twitters eigenem Suchtool auch Tweets wiederfindet, die Monate oder gar Jahre alt sind. Für alle aktiven Twitter-Nutzer hochgradig empfehlenswert.
Thunderbird
Mit der Desktop-App Mozilla Thunderbird verwalte ich meine E-Mails. Die Add-Ons Lightning und Provider für Google Calender bringen den Google Kalender direkt in den E-Mail-Client.
TweetDeck “User Streams Preview”
Die Beta-Version von TweetDecks User Streams Preview war der Grund, warum ich Digsby als Twitter-Client endlich den Laufpass gab. Seit kurzem ist die App für alle verfügbar. Eine Alternative ist Seesmic, das ebenfalls Twitters neuen Echtzeit-Stream unterstützt. TweetDeck nutze ich auch auf dem iPhone.
Wikiamo/Wikipanion
Sobald ich auf einen Begriff oder einen Sachverhalt stoße, über den ich wenig weiß, schlage ich ihn bei Wikipedia nach. Mobil kommen bei mir Wikiamo (auf dem iPhone) und Wikipanion (auf dem iPad) zum Einsatz.
WordPress für iPhone/Android
Die mobilen Apps von WordPress helfen mir vor allem dabei, Kommentare zu verwalten, Spam zu löschen und nachträglich minimale Änderungen an Artikeln vorzunehmen. Ein Muss für jeden WordPress-Blogger.
(Illustration: stock.xchng)
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Linkwertig: YouTube, Privacy, Ruby on Rails, Digg
YouTube
YouTube wird laut der Financial Times noch in diesem Jahr kostenpflichtige Filme On-Demand anbieten. Die Verhandlungen mit den wichtigsten Studios Hollywoods laufen schon mehrere Monate.
» YouTube to launch pay-per-view movies in deal with movie studios
Privacy
Michael Seemann treibt die Angst vor der Google Street View mit dem Schrecken aus:
Das Widerspruchsformular suggeriert uns, dass wir wieder unsere Ruhe haben, sobald das Street-View-Auto um die Ecke gefahren ist. Doch unsere Ruhe ist dahin, das ist alles erst der Anfang.
» Das Ende des freiwilligen Internets
Ruby on Rails
Die dritte Generation des beliebten Frameworks Ruby on Rails wurde nach zweijähriger Entwicklungsarbeit vorgestellt.
Chatroulette
Und auch der Überraschungserfolg Chatroulette hat gestern eine neue Version vorgestellt, die aber enttäuscht.
» Chatroulette Gets It Up: V.2 Is Now Live
Digg
Noch schlechter scheint sich allerdings der Relaunch von Digg zu entwickeln: Neben vielen technischen Fehlern kam es gestern zu einem Aufstand der User – auf der Startseite waren fast nur noch Artikel von der Alternative Reddit zu finden.
» Digg freezes manual story submissions as user anger mounts
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Eric Schmidt will ein DNS für Menschen, Google kauft Drohnen, Manipulationen bei Digg, Vevo und MTV im Gefecht und mehr. (9. August 2010)
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Internetkritiker: Die Unfähigkeit, Etabliertes in Frage zu stellen
Jede Entwicklung braucht ihre Kritiker. Auch die digitale Revolution. Internet-Skeptiker wie Frank Schirrmacher, Jaron Lanier, Andrew Keen oder Gisela Schmalz bilden den notwendigen Gegenpol zu den teilweise euphorischen Befürwortern und Antreibern des technologischen Wandels (zu denen wir sicher auch gehören), selbst wenn man manchmal die Arme über den Kopf zusammenschlagen möchte, wenn man mit ihren Aussagen konfrontiert wird.
Das wirkliche Problem ist meist ohnehin nicht die Kritik sondern die Art der Argumentation, auf welche sich diese stützt. Mein Eindruck ist, dass viele Internetpessimisten die Fähigkeit vermissen lassen, Etabliertes in Frage zu stellen. Genau das aber erfordert der tiefgreifende Wandel, dessen Zeuge wir gerade werden. Wer nicht in der Lage ist, über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte praktizierte Verhaltensweisen sowie eingefahrene Routinen in Frage zu stellen, muss zwangsläufig Probleme im Umgang mit dem die Strukturen unseres Zusammenlebens verändernden Wechsel von der analogen zur digitalen Gesellschaft bekommen.
Sehr deutlich wird dies in einem aktuellen Essay eines weiteren Webkritikers, nämlich dem Medien- und Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz. Auf sueddeutsche.de veröffentlichte er gestern eine Art Rundumschlag gegen verschiedenste Phänomene und Eigenschaften der digitalen Welt (via) und wirft dabei ziemlich viele Dinge in einen Topf.
Aber darum soll es hier nicht gehen. Denn während Bolz sicherlich in dem ein oder anderen Aspekt berechtigte Kritik an den Dynamiken des Netzes äußert (z.B. das Entstehen von Echokammern oder die grundsätzlichen Risiken, die von einem übermächtigen Unternehmen im Netz ausgehen), offenbart er in dem Beitrag sein Unvermögen, eine bisherige Konvention vorbehaltslos in Frage zu stellen: Wie so viele vor ihm sieht er die Privatheit als das Optimum und Transparenz (was Bolz natürlich lieber als “Überwachung” bezeichnet) als etwas Negatives.
Für Bolz ist Privatheit etwas Bürgerliches, für das man kämpfen sollte. In seinen Worten: “Privatheit ist die Standardeinstellung, die der Bürger im Umgang mit den Medien bewusst wählen muss.”
Was Bolz jedoch überhaupt nicht antastet, ist die Erklärung, warum dies so ist. Warum ist Privatheit die Standardeinstellung, die man wählen muss? Warum ist es “bürgerlich”? Und ist “bürglich” gut? Ist es überhaupt noch zeitgemäß, mit Begriffen zu argumentieren, die vor mehreren hundert Jahren entstanden sind, um die Privilegien einer bestimmten Schicht zu definieren?
Die Antwort auf all diese Fragen kann “nein” lauten. Oder “ja”. Es gibt durchaus Gründe, sich für die Privatheit einzusetzen. Es gibt Gründe, warum man die Transformation von Bürgern in “Mini-Celebritys” kritisieren sollte. Und es gibt Gründe, warum es nicht nur Vorteile hat, dass Paparazzi zu einem massendemokratischen Phänomen werden.
Aber ich möchte wissen, warum er das denkt. Ich möchte sehen, dass Bolz (oder jeder andere Kritiker auch) nicht nur einfach ein Produkt der Gesellschaft ist, in der er aufgewachsen ist, und deren Werte und Ideale er nun bis zum Ende seiner Tage predigt. Ich möchte wissen, warum Bolz findet, dass Privatheit besser ist als Transparenz, und warum er der Überzeugung ist, dass “erst filtern, dann publizieren” der bessere Ansatz sei als umgedreht.
Solange mir Internetkritiker ihre Sicht der Dinge vermitteln wollen, ohne dabei nur den Hauch einer Bereitschaft zu zeigen, etablierte Prozesse und Haltungen zu hinterfragen, fällt es mir sehr schwer, ihre Bedenken ernst zu nehmen und ihre Argumente zur eigenen Reflexion zu verwenden.
Ein schlagfertiger, überzeugender Kritiker ist einer, der mir nicht nur erzählt, warum das Neue zu Problemen führen kann, sondern der mir erfolgreich erklärt, warum das Festhalten an klassischen Konventionen besser ist als eine Anpassung selbiger an neue Rahmenbedingungen. Warum also die Welt, so wie wir sie bisher kannten, die beste Welt war, die wir jemals bekommen konnten.
Bolz erwähnt mit keinem Wort, welche eventuellen Vorteile es hat, dass vor der Publikation weniger herausgefiltert wird, dass Bürger heute aus eigener Kraft zu Mini-Prominenten werden können oder das Individuen, Organisationen und Unternehmen transparenter sind als bisher. Entweder, weil ihm nichts dazu eingefallen ist. Oder weil er nicht einmal darüber nachgedacht hat; weil er so programmiert ist, nur Neues, Fremdes in Frage zu stellen, jedoch nichts, dass über 50 Jahre seine Lebensweise gesteuert hat.
Neue Entwicklungen und Technologien in Frage zu stellen, beherrschen viele. Etabliertes in Frage zu stellen, scheint dagegen sehr viel schwieriger zu sein. Dabei ist es mindestens genauso wichtig.
(Foto: stock.xchng)
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Der öffentliche Diskurs zum digitalen Wandel ist geprägt von Ablehnung und Skepsis. Wie sähe das Internet aus, wenn es in Deutschland konzipiert worden wäre? (25. August 2010)Zunahme der Textkommunikation: Der Tod des Telefonats
Mit der Zunahme der digitalen Textkommunikation verlieren Telefonate an Bedeutung. Sie haben ohnehin nur wenige Vorteile. (23. August 2010)Digitalisierung: Die deutsche Angst
Das Diskussion um Street View gibt einen Vorgeschmack auf das, was demnächst auf uns zukommt, wenn wir uns in Deutschland nicht unsere chronische Angst abgewöhnen. (20. August 2010)
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Linkwertig: Ångströ, Facebook, SmartPad, Google Buzz
Ångströ
Google rüstet sich weiter für den geplanten Facebook-Killer GoogleMe und übernimmt das schwedische Startup Ångströ, das dem Social Graph intelligente Informationen entlocken will.
» Google Buys Innovative Startup Angstro to Help Build GoogleMe
Facebook
Aber auch Facebook rastet nicht und geht eine Partnerschaft mit dem Inkubator Y Combinator ein. Die Startups bekommen bevorzugte Behandlung als Anreiz, um interessantere Facebook-basierte Anwendungen zu entwickeln.
» Facebook Looks to Develop More Social Startups
1&1
1&1 beendet das Experiment mit dem (für Neukunden) kostenlosen SmartPad:
Im August und September werde man Kunden noch mit dem Android-Gerät ausstatten, dann will der Internetdienstleister andere Tablets anbieten.
» 1&1 lässt SmartPad auslaufen
Mobile Ad Networks
Nicht nur die mobilen Plattformen sind fragmentiert, auch der mobile Werbemarkt. TechCrunch wirft einen Blick in die Zukunft.
» The Fragmented Future Of Mobile Ad Networks
Google Buzz
Google Buzz bekommt das vom frühen Twitter bekannte ‘Track’ – Suchergebnisse für Begriffe können dabei in Echtzeit konsumiert – etwa im Google Reader abonniert – werden.
» Google Buzz API adds Track and some improvements
Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen Entwicklungen. Hinweise auf Texte gern an tipps.netzwertig at blogwerk.com
Dieser Text ist mir was wert:Verwandte ArtikelFacebook ist das neue Google: Über Abhängigkeiten und Nebenwirkungen
Der Aufstieg von Facebook zeigt viele Parallelen zur Wachstumsgeschichte von Google. Beide Dienste schaffen Abhängigkeiten für Netzteilnehmer. (29. Juli 2010)Linkwertig: Wolfram Alpha, Yelp, Google, Facebook
Wolfram Alpha lanciert Widgets, Yelp testet Deals, Google erweitert Places, Amazon integriert Facebook und mehr. (28. Juli 2010)Semantisches Web: Google kauft Freebase-Macher Metaweb
Google kauft das US-Unternehmen Metaweb, Betreiber des semantischen Datenbankdienstes Freebase. Auch Facebook experimentiert mit dem Semantischen Web. (17. Juli 2010)
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Like-Button: Wie Facebook die reale und virtuelle Welt zusammenbringt
Ein-Klick-Gesten sind en vogue. Ob beim Facebook Like-, beim Tweet- oder beim Flattr-Button – überall im Netz drücken User ihr Gefallen für Inhalte in Form eines Klicks aus. Ein-Klick-Gesten sind, wie Marcel Weiss es bei neunetz kürzlich beschrieb, die “kleinste Einheit online bewusst ausgeführter Tätigkeiten” und werden nicht nur bei Betreibern von Webangeboten als Erfolgsmesser immer populärer, sondern auch bei Nutzern, die sich mit möglichst wenig Aufwand für Content oder Services bedanken möchten.
Facebooks Like-Funktion ist der wahrscheinlich bekannteste Vertreter der Ein-Klick-Gesten und wurde, nachdem sie ursprünglich nur innerhalb des Social Networks zum Bewerten von Userpostings zum Einsatz kam, vor einigen Monaten auch als Feature für Betreiber externer Websites vorgestellt. Diese können damit Besuchern das “Favorisieren” von Elementen mit Hilfe ihrer Facebook-Identität ermöglichen.
Bis zu 350.000 Websites haben den Like-Button bisher integriert. Das schafft zwar eine durchaus kritisch zu bewertende Abhängigkeit von Facebook, aber diesen Preis scheinen viele zu zahlen bereit zu sein, erlaubt ihnen die Integration der Funktionalität doch, ihre Inhalte in den Newsfeeds der Facebook-Nutzer zu platzieren.
Der Ausdruck des Gefallens in Form eines Klicks auf den Like-Button ist eine nette Sache für Websites, welche die Popularität ihres Contents messen und die Viralität ihrer Inhalte erhöhen möchten. Doch der Like-Button für Websites ist nur der Anfang eines neuen, mächtigen Feedback-Kanals zwischen Konsumenten und Anbietern.
Ultimativ lässt sich damit die reale mit der virtuellen Welt verknüpfen. Wie man das anstellt, zeigt eine aktuelle Marketingkampagne von Coca-Cola. Das Blog facebookbiz berichtet über die Aktion im “Coca-Cola Village”, einer Art Vergnügungspark in Israel.
Besucher erhalten beim Betreten ein RFID-Armband, mit dem sie sich bei Facebook einloggen können. Durch einen Druck auf das Band lassen sich anschließend Attraktionen im Park favorisieren, was genau wie bei dem Betätigen des Like-Buttons auf einer Website einen Eintrag im Facebook-Newsfeed generiert. “Martin mag die Wasserrutsche im Coca-Cola Village” oder so ähnlich. 35.000 Newsfeed-Stories wurden so pro Tag veröffentlicht.
Das Coca-Cola-Projekt ist zweifellos eine extrem spannende und zukunftsweisende Art, Facebooks Ein-Klick-Geste mit physischen Ereignissen/Gegenständen zu verknüpfen. Es braucht nicht viel Kreativität, um sich auszumalen, was in diese Richtung sonst noch möglich ist – speziell auch in Kombination mit Facebooks neuem Location-Service Places.
Auf den Check-In an einem spezifischen Ort kann so zusätzliches Feedback zu den angebotenen Services/Leistungen gesammelt und für Marketing- und Marktforschungszwecke eingesetzt werden. Aus Nutzersicht hingegen wird es einfacher, den Kontakten Ereignisse aus dem Alltag zu empfehlen, die sonst ein manuelles Status-Update erfordert hätten.
Die Coca-Cola-Aktion verwirklicht gleichzeitig das, was auch oft als nächster Evolutionsschritt von Flattr gesehen wird – nämlich das “Mögen” und Belohnen von Gegenständen/Orten in der realen Welt (hier wurde dieser Gedanke bereits künstlerisch umgesetzt).
Während Facebooks Like-Button für den jeweiligen Anbieter primär als Marketing- und Feedbacktool dient, würde Flattr eine Maßnahme zur alternativen, auf freiwilligem Geben basierenden Monetarisierung von Events und Locations darstellen. Eine finale Lösung ist dann, beides zu vereinen, wenn auch idealerweise nicht unter Kontrolle von Facebook.
Es ist wahrscheinlich, dass das Coca-Cola-Beispiel Schule machen und Marketern, Händlern, Gastronomen und Veranstaltern eine völlig neue Welt an Möglichkeiten und Ideen eröffnen wird, Facebook mit der realen Welt zu verknüpfen. Man kann von Facebook halten, was man will, aber das hat einfach Charme!
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(5. Januar 2008)
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Samstag App Fieber: askalo, SprecherSprecher, Fidor
Dieses Mal: askalo – eine lokale Frage&Antwort-Community; SprecherSprecher – für sein Projekt den geeignetsten Sprecher finden; und Fidor Bank Twitter – via Twitter Geld senden oder empfangen.
askalo ist eine ortsbezogene Frage&Antwort-Community, die Elemente von Lifestreaming und Game Mechanics integriert. Der Name steht für ‘ask a local’ und deutet die Idee dahinter an: Wenn man etwas über eine Stadt wissen möchte, dann fragt man am besten einen Eingeborenen. Die Fragen und ggf. Antworten werden thematisch gruppiert (Ausgehen, Beauty & Wellness, Bildung & Betreuung, Dienstleistungen, Einkaufen, Neu in der Stadt, usw.), was askalo mittelfristig auch zu einer Knowledge-Community für die jeweiligen Orte macht. Das Design wirkt etwas altbacken, aber die Features und spielerischen Elemente sind schlüssig. Derzeit ist es in 150 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar, weltweit werden 1300 Städte erfasst.
SprecherSpecher ist eine Plattform, auf der man für sein Projekt den geeignetsten Sprecher finden kann. Im ersten Schritt sucht man dabei nach geeigneten Kanditaten im Bereich Sprecher-Suche. Dort werden alle verfügbaren Sprecher mit Sprachprobe vorgestellt, die Auswahl kann nach Geschlecht, Muttersprache, Stimmalter und Stimmfarbe gefiltert werden. Bis zu sechs Sprecher können in der Folge zu einem Casting hinzugefügt und dazu eingeladen werden (wer mehr Sprecher casten will, kann mehrere Castings veranstalten). Über einen geheimen Link können auch Kollegen oder Kunden beim Casting mithören. Auch bei der Produktion kann man via Skype, iChat oder Telefonkonferenz teilnehmen. Die Sprechergagen variieren, Faktoren sind Auswertungsgebiet, Medium, Branche und Bekanntheit des Sprechers.
Wer schon immer Twitter auch zum Versenden oder Empfangen von Geld verwenden wollte, der freut sich vielleicht über die Integration von Twitter der Fidor Bank. Fidor ist eine Bank, die Geldüberweisungen unter Freunden ermöglicht. Mit einer e-wallet kann man diesen weltweit in Echtzeit via SMS oder E-Mail Geld senden oder leihen. Nachdem man sein Twitter-Account mit der e-wallet von Fidor verknüpft und Fidor bei Twitter autorisiert hat, kann man das nun auch via Twitter tun. Sowohl der Sender als auch der Empfänger müssen dabei allerdings bei Fidor registriert sein und ihre Twitter-Accounts verifiziert haben.
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yourcent – flexibleres Micropayment; LiquidFeedback – den Piraten beim Beraten zusehen; und unref – getarnt verlinken. (14. August 2010)Samstag App Fieber: pluddel, Brixels, vielTee
pluddel – das eigene Geschenkpapier gestalten; Brixels – Bilder in ein Mosaik aus Legosteinen verwanden; und vielTee – individuelle Teeboxen zusammenstellen. (7. August 2010)
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diaspora: Die Lust auf was Neues
Als Anfang Mai der Plan von vier jungen New Yorker IT-Studenten bekannt wurde, eine dezentrale Facebook-Alternative zu entwickeln, hatten sie sich den bestmöglichen Zeitpunkt ausgewählt: Facebook selbst befand sich gerade im Kreuzfeuer der Kritik, nachdem es sich mit dem Launch seines Open-Graph-Protokolls wieder einmal grobe Schnitzer im Umgang mit der Privatsphäre seiner Nutzer erlaubt hatte.
Entsprechend lautstark war die Kritik speziell in der Blogosphäre, und eine Reihe von Blogger-Schwergewichten (im übertragenen Sinne!) und Vorbild-Geeks sinnierte lautstark über einen Abschied von Facebook. Doch das eigene Facebook-Konto zu schließen, ohne auf eine ernstzunehmende Alternative ausweichen zu können, ist ein radikaler Schritt, den nur wenige wagen. Und eine solche Alternative gibt es bisher nicht.
Das auf den Namen “diaspora” getaufte Vorhaben der vier New Yorker, über die Semesterferien das Grundgerüst für ein besseres Facebook aufzubauen, welches noch dazu ohne zentralen Server auskommen und als Open Source veröffentlicht werden soll, kam da mehr als gelegen.
10.000 Dollar an Spendengeldern wollten die ambitionierten Entwickler einsammeln. Am Ende wurden es bemerkenswerte 200.000 Dollar von fast 6500 Unterstützern. Ein beeindruckes Ergebnis, welches mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreicht worden wäre, hätte das diaspora-Team den Spendenaufruf zu einem anderen Zeitpunkt gestartet. Gutes Timing ist alles!
In die Begeisterung über das Vorhaben mischten sich aber auch kritische Stimmen. Immerhin gab es von diaspora nicht mehr als einen Blogeintrag, ein Video und eine Website. Zudem kommt der Bau eines dezentralen Netzwerks, das also jeder selbst hosten (lassen) muss, aus dem Gesichtspunkt der Benutzerfreundlichkeit einer Quadratur des Kreises gleich.
Ein simple, auch für weniger versierte Nutzer verständliche Oberfläche jedoch ist Voraussetzung, um überhaupt theoretisch in irgendeiner Form Facebook Paroli bieten zu können. Und selbst wenn dieses Ding der Unmöglichkeit doch klappen sollte, dann liegt die nächste Herausforderung darin, die unheimlich starken Lock-In-Effekte von Facebook zu durchbrechen. Wer will schon zu einem neuen Social Network wechseln, wenn von den 200 Facebook-Freunden nur zwei bei diaspora sind?!
Die Chancen, dass diaspora wirklich eine kritische Masse erreichen wird, sind verschwindend gering. Was aber nicht heißt, dass man es nicht versuchen soll. Und wie es scheint, sind die diaspora-Macher nach wie vor mit vollem Eifer bei der Sache. In einem Blogeintrag kündigten sie gestern die Veröffentlichung des Quellcodes für den 15. September an.
Ab dann werden Nutzer in der Lage sein, diaspora auf einem Server zu installieren und sich mit anderen Peers zu verbinden, um in einem sicheren Umfeld und ohne zwischengeschalteten Mittler kommunizieren und sich vernetzen zu können.
Wie das konkret ablaufen wird und über welche Anbieter man diaspora hosten können wird (nicht jeder besitzt ein Webhostingpaket oder einen Dedicated Server), ist bisher unklar. Ungelöste Fragen gibt es also viele. In wenigen Wochen werden wir hoffentlich die Antworten bekommen.
Persönlich freue ich mich sehr auf den Launch von diaspora. Sicher, Versuche, dezentrale Social Networks auf die Beine zu stellen, gab es schon viele. Aber allein die Existenz des Codes reicht nicht aus. Aufmerksamkeit oder noch besser ein völlig übertriebener Hype sind für einen geglückten Start im Social-Networking-Bereich heutzutage Voraussetzung, gerade wenn es gegen ein Netzwerk mit über 500 Millionen Mitgliedern geht.
Ich werde diaspora definitv ausprobieren und versuchen, eine kleine, aber feine Schar an Kontakten um mich zu versammeln. An meinem Verhältnis zu Facebook ändert das vorerst nichts. Solange keine Netzwerkeffekte entstehen, wird diaspora nicht über den Status eines Nischenangebots für einen kleinen Kreis bewusster, technisch interessierter Nutzer hinauskommen.
Aber für den Anfang ist selbst das ein erstrebenswertes Ziel. Was danach kommt, liegt dann ganz in den Händen und der Überzeugungskraft der diaspora-Nutzer. Auch hängt es natürlich davon ab, inwieweit die Idee eines dezentralen Social Networks in der Praxis überhaupt funktioniert.
Übrigens wäre ich nicht überrascht, wenn Google versuchen würde, die Entwicklung von diaspora positiv zu beeinflussen. Dort dürfte man mittlerweile zu allem bereit sein, was Facebook daran hindert, weiter rasant zu wachsen.
Ich habe Lust auf was Neues! Wer noch?
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Task-Management-Tools: Wie Remember The Milk versucht, sein Geschäftsmodell zu retten
Es ist eine komfortable Situation: Einem Webdienst ist es gelungen, sich als der populärste Anbieter in seinem Bereich zu etablieren. Konkurrenten gibt es zwar, aber diese kennt kaum jemand. Und weil das so ist, kann es sich das Startup leisten, den Funktionsumfang seines Gratisangebots stark zu beschneiden und selbst essentielle Features nur als Teil des kostenpflichtigen Premiumkontos anzubieten.
Ungefähr so verliefen die vergangenen Jahre für Remember The Milk, ein 2005 gestartetes Task-Management-Tool aus Australien, das lange Zeit eine Autorität war, was webbasierte Services zum Verwalten von To-Do-Listen betraf.
Was mir bei dem Service immer missfiel und mich von einer Nutzung abhielt: Die Free-Version beinhaltete lediglich Zugriff auf die herkömmliche Browseroberfläche. Apps für iPhone und Android standen nur Premium-Anwendern zur Verfügung, die dafür 25 Dollar pro Jahr zahlen.
Ein Tool zur Aufgabenverwaltung hilft mir jedoch nur dann, wenn ich meine Tasks auch von unterwegs aus einsehen und bearbeiten kann. Doch trotz der vielen Raffinessen, die Remember The Milk mit sich bringt, sind To-Do-Listen für mich nichts anderes als ein paar Zeichen in Listenform. Im Gegensatz zu Cloud-, Musik- oder Videoservices entstehen dem australischen Startup durch die User nur minimale Kosten für Traffic und Server – zumindest wenn man den Dienst so einsetzt, wie ich dies machen würde.
Aus diesem Grund halte ich es für unangemessen, für das Verwalten von geschätzten 2 Kilobyte schweren ToDos in Stichpunktform zu bezahlen, wenn andere, sehr viel anspruchsvollere Arten von Content und Funktionalität im Web kostenlos oder zu vergleichbaren Preisen angeboten werden.
Doch in letzter Zeit hat sich das Marktumfeld verändert. Die Zahl der Wettbewerber nimmt zu, und mittlerweile erhalten Freunde von To-Do-Listen an anderer Stelle nahezu die komplette Funktionalität von Remember The Milk, ohne dafür Geld auf den Tisch legen zu müssen. Speziell denke ich hier an Producteev, das wir vor einer Woche vorgestellt haben und das ich seitdem auch aktiv einsetze.
Wie es scheint, spürt Remember The Milk den durch die junge Konkurrenz verursachten Druck: Ab sofort stellt der Dienst seine iPhone-Applikation auch allen Usern der Gratisvariante zur Verfügung. In einem eher kläglichen Versuch, die Produktdifferenzierung zwischen Free- und Pro-Konto im Bezug auf die iPhone-App aufrecht zu erhalten, können Nutzer, die nicht zahlen, lediglich einmal täglich ihre Aufgaben zwischen iPhone und Remember The Milk-Server synchronisieren.
Es ist nachvollziehbar und legitim, dass der Service aus Down Under nicht einfach so die Basis seines Geschäftsmodelles aufgeben möchte. Dennoch wirkt der Ansatz, die iPhone-App für Gratisnutzer zwar anzubieten, aber zu verstümmeln, verzweifelt. Der Service zieht damit weiterhin den Kürzeren gegen Wettbewerber, die keinerlei Hürden in ihre iPhone-Apps eingebaut haben. Gleichzeitig zerstört er Sympathien bei Besitzern von Android-Smartphones, die weiterhin einen kostenpflichtigen Account benötigen, um Remember The Milk mobil verwenden zu können, und sich wie User zweiter Klasse fühlen müssen.
Was Remember The Milk stattdessen tun sollte: Die mobilen Apps uneingeschränkt freigeben, Umsätze durch eine Werbevermarktung erhöhen (auf Basis der Inhalte aus den To-Do-Listen gibt es doch ausgezeichnete Targeting-Möglichkeiten) und darüber nachdenken, welche zusätzlichen Features es in das kostenpflichtige Angebot integrieren könnte, die eine Zahlung rechtfertigen.
Und sofern der Dienst zu keinem Ergebnis kommt, dann bleibt eben nur die Erkenntnis, dass man Nutzer im Web nicht für jedes Feature zur Kasse bitten sollte. Speziell dann nicht, wenn die eigenen Kosten niedrig sind (oder dies zumindest sein sollten).
Dieser Text ist mir was wert:Verwandte ArtikelTask-Management-Tools: Produktiv mit Producteev
Den idealen Task-Manager zu finden, ist nicht leicht. Das für Privatpersonen kostenlose Producteev besticht durch seinen Funktionsreichtum. (17. August 2010)Geschäftsmodelle von Startups: Wie Ning ohne Freemium Millionen verdienen will
Seit dem Wochenende gibt es Ning, ein Dienst zum Erstellen eigener sozialer Netzwerke, nur noch gegen Bezahlung. (24. August 2010)Monetarisierung von Webdiensten: put.io wird kostenpflichtig
Der Cloud-Download-Anbieter put.io verlässt die Beta-Phase und wird vollständig kostenpflichtig. Ein Schritt nicht ohne Risiko. (4. April 2010)
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Linkwertig: Google Realtime, Kooaba, H.264, Game Mechanics
Google Realtime
Google spendiert der bis dato gut versteckten Echtzeit-Suche ein neues Zuhause und einige neue Features. Die Suchergebnisse etwa lassen sich geographisch begrenzen, Konversationen werden im Thread angezeigt.
» Google Realtime
» Google Realtime (falls die erste Version nicht gefunden wird)
» Google Realtime Search: a new home with new tools
Kooaba
Kooaba – ein in den Bereichen Augmented Reality und Smart Visuals tätiges Spin-Off der ETH Zürich – hat eine Finanzspritze in Höhe von drei Millionen Schweizer Franken erhalten.
» Kooaba’s Reality Augmented With $3 Million Funding
Codec Wars
Der von der MPEG LA verwertete Video-Codec H.264 kann von Videodiensten kostenlos und unbefristet als Videoformat für HTML5-basiertes Streaming verwendet werden, zumindest solange deren Angebot kostenlos ist.
» MPEG LA says its H.264 video codec will be free for HTML5 streaming forever
Game Mechanics
Das Startup SCVNGR lässt sich bei TechCrunch (wörtlich) in die Karten schauen: Beim Entwickeln der Anwendung verwenden sie ein Bündel von Begriffen rund um Game Machanics, die auf Karten abgebildet und prägnant definiert sind.
» SCVNGR’s Secret Game Mechanics Playdeck
Historische Unfälle
Marcel Weiß begibt sich auf die Spuren von Clay Shirky und analysiert einige historische Unfälle des analogen Zeitalters.
Für Geschäftsmodelle im Netz muss man sich lösen von Wertvorstellungen und Vorgehensweisen, die aus der analogen Welt stammen und ebenso vieles, was man als gegeben annimmt, gründlich hinterfragen.
» Filesharing, Flattr und Bezahlschranken: Die Auflösung historischer Unfälle
Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen Entwicklungen. Hinweise auf Texte gern an tipps.netzwertig at blogwerk.com
Dieser Text ist mir was wert:Verwandte ArtikelChrome Web Store: Warten auf die nächste Google-Innovation
Bereits im Oktober will Google seinen Chrome Web Store starten, der das von Smartphones bekannte App-Prinzip auf den Browser überträgt. (18. August 2010)Sicherheit im Netz: Googles Malware-Schutz und der Dominoeffekt
Enthält eine Website Schadsoftware, blockiert Google deren Inhalte, was auch von einigen Browser übernommen wird. Das führt schnell zu einem Dominoeffekt. (12. August 2010)Street View in Deutschland: Google, lass es einfach sein!
Seit Google gestern den Start von Street View in Deutschland angekündigt hat, stehen Medien und Politik Kopf. Will Google wirklich Perlen vor die Säue werfen? (11. August 2010)
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Plötzlicher Abgang: Die Gründer von wer-kennt-wen.de hören auf
Aktualisierung am Ende
Irgendwann haben alle Gründer eines Startups Lust, etwas Neues zu machen. Oder sie werden zum Aufhören gedrängt. Häufig geschieht dies nach einem “Exit”, also dem Verkauf an ein anderes Unternehmen oder nach einem Börsengang. Ab diesem Augenblick sind die zukünftigen Aufstiegs- und Wachstumschancen für die einstigen Gründer begrenzt, sofern man nicht gerade wie Facebook die Weltherrschaft als nächstes Ziel ausrufen kann.
Egal ob studiVZ, Xing oder Qype – bei vielen bekannten deutschen Webservices, die innerhalb des vergangenen Jahrzehnts als Startups begonnen haben, sind die Gründer nicht mehr in der Rolle der Geschäftsführer an Bord. Jetzt kommt ein weiteres Beispiel zu dieser Aufzählung hinzu: wer-kennt-wen.de (WKW).
In einer Pressemitteilung gab das seit Anfang 2009 komplett zu RTL interactive gehörende Social Network bekannt, dass die zwei Gründer Patrick Ohler und Fabian Jager ihre Tätigkeit als Geschäftsführer zum 1. September aufgeben werden.
WKW gehörte in den vergangenen Jahren zu den Shooting-Stars unter den Social Networks in Deutschland und erreichte dies vor allem durch den Ansatz, sich als “Volksnetzwerk” für alle Altersgruppen zu positionieren. Mittlerweile hat der Dienst, der aus Innovationsgesichtspunkten blass blieb, 8,5 Millionen registrierte Mitglieder und ist laut eigenen Angaben profitabel. Gleichzeitig verschlechtern sich die Zukunftsaussichten für WKW wie für alle anderen hiesigen Netzwerkdienste aufgrund des rasanten Facebook-Wachstums in Deutschland, das Nutzer vor die schwierige Entscheidung eines Wechsel stellt.
Sönke Strahmann, der bisherige Leiter für Marketing & Finanzen, übernimmt “kommissarisch die Position des Geschäftsführers, bis über eine Nachfolge entschieden ist. Ohler und Jager bleiben dem Unternehmen auch weiterhin in beratender Funktion verbunden”, heißt es.
Das klingt nach einer plötzlichen Entscheidung. Entweder ziehen sich die zwei Jungunternehmer, die WKW parallel zum und im Anschluss an ihr Studium der Computervisualistik aufbauten, freiwillig zurück oder sie tun dies, weil ein interner Konflikt kurzfristig zu einem solchen Schritt geführt hat.
Wir haben WKW Kontakt aufgenommen und aktualisieren den Beitrag, sofern es neue Erkenntnisse gibt.
Update: Hier die Antwort der zwei Gründer:
Die Entscheidung, die Geschäftsführung von wer-kennt-wen.de abzugeben, haben wir gemeinsam mit RTL interactive getroffen. Es war keine übereilige Entscheidung, wir haben uns schon seit längerem mit der Thematik befasst. Nachdem wir einige Zeit angestellte Geschäftsführer bei wer-kennt-wen.de waren, freuen wir uns nun darauf, neue unternehmerische Herausforderungen anzugehen. Dieser Text ist mir was wert:Verwandte Artikelwer-kennt-wen.de gewinnt fast eine halbe Million Mitglieder pro Monat
(10. April 2008)Portalbetreiber und ihr Misserfolg mit Social Networks
(5. April 2008)RTL bewertet wer-kennt-wen.de mit rund zehn Millionen Euro
(29. Februar 2008)
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Mit Gmail Telefone anrufen: Wie Google den VoIP-Markt umkrempelt
Wie gerade schon in Linkwertig berichtet, ist es ab sofort möglich, direkt aus Googles E-Mail-Tool Gmail heraus VoIP-Telefonate auf Festnetz- und Handyanschlüsse zu führen. Offiziell funktioniert dies bisher nur für Gmail-Nutzer in den USA und Kanada, aber zu meiner Überraschung fand ich das neue “Call phone”-Feature heute früh auch in der Gmail-Navigation meines Testaccounts vor (ich nutze eigentlich kein Gmail).
Schnell fiel mir auch ein, warum: Vor einigen Monaten stieß ich auf eine Anleitung (Alternative), wie man Googles vollwertigen VoIP-Service Google Voice von außerhalb des nordamerikanischen Kontinents aus aktivieren kann, und folgte den Schritten, um den potenziell revolutionären Dienst einmal auszuprobieren (eine Einladung ist mittlerweile nicht mehr notwendig!).
Das klappte auch, und plötzlich hatte ich eine US-Telefonnummer, angeschlossen an ein nagelneues Google-Voice-Konto. Seitdem habe ich den Dienst nicht mehr angerührt (eine US-Nummer bringt einem in Europa wenig, zudem telefoniere ich ja kaum noch), aber allein die Freischaltung eines Google-Voice-Accounts unter einmaliger Vorgabe, eine US-IP-Adresse zu besitzen, scheint für die Aktivierung des VoIP-Features in Gmail auszureichen.
Ich habe eben auch versucht, ein neues Gmail-Konto zu eröffnen und als Standort USA angegeben, die Telefon-Funktion taucht jedoch nicht auf. Insofern scheint die Freischaltung von Google Voice momentan der sicherste Weg zu sein, das VoIP-Feature in Gmail zu aktivieren. Wer eine andere Lösung kennt, an das neue Feature zu gelangen, darf sich dazu gerne in einem Kommentar äußern.
Update: Wie aus den Kommentaren ersichtlich wird, ist unklar, nach welchen Kriterien Google die neue Funktion freischaltet. Offenbar erhielten auch einige Nutzer im deutschsprachigen Raum Zugriff, ohne Google Voice aktiviert zu haben. Ähnliche Erfahrungsberichte finden sich bei Twitter.
Warum sollte man sich also die Mühe machen und Google Voice freischalten?
Nun, zum einen funktioniert das Anrufen von Mobil- und Festnetzgeräten über Gmail direkt aus dem Browser heraus – lediglich die einmalige Installation eines Plugins ist notwendig. Und ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass viele netzwertig.com-Leser ohnehin den ganzen Tag Gmail in ihrem Browser geöffnet haben. Gerade in der Web- und Medienwelt ist Gmail der mutmaßlich populärste aller webbasierten E-Mail-Dienste.
Zudem bietet Google mindestens bis zum Jahresende, eventuell aber auch darüber hinaus, kostenlose Anrufe in die USA und nach Kanada. Wer also beruflich häufig über den Atlantik telefoniert oder Freunde in Nordamerika hat, kann diese über Gmail auf ihren Festnetz- oder Mobiltelefonen anrufen, ohne einen Cent dafür zu bezahlen.
Für Gespräche in andere Ländern gelten die Tarife von Google Voice. So kostet ein Festnetzanruf nach Deutschlad 2 US-Cent (1,57 Euro-Cent) pro Minute (beim Aufladen des Gesprächsguthabens über Google Checkout kommen noch Steuern hinzu), Handys erreicht man für 17 US-Cent (knapp 14 Euro-Cent) je Minute.
Beim VoIP-Marktführer Skype werden neben einer einmaligen Gebühr für die Bereitstellung des Gesprächs dagegen 20 Euro-Cent pro Minute auf deutsche Handys fällig. Der kürzlich hier vorgestellte deutsche Skype-Konkurrent FriendCaller liegt preislich ungefähr auf der Linie von Google, hat allerdings nicht den Vorteil, direkt in eines der beliebtesten Produktivitätstools des Webs integriert zu sein.
Mit der Implementierung der Telefonfunktion in Gmail sowie kostenlosen Anrufen in Fest- und Mobilnetze setzt Google einmal mehr auf das, was es am besten kann: Die Konkurrenz mit einem Produkt zu überrollen, das im Vergleich zu Wettbewerbern entweder besser ist, oder aber zumindest günstigere Konditionen bietet. Google nutzt hier wie üblich seine Möglichkeiten der Querfinanzierung unter Zuhilfenahme der Erlöse aus dem Werbegeschäft.
Für Konkurrenten – speziell für Skype, das bisher für die meisten Endanwender die natürliche/erste Wahl war, was VoIP betraf – ist das neue Feature eine große Bedrohung, denn es bietet eine Umsatz generierende Kernfunktion von Skype innerhalb eines existierenden, weit verbreiteten Konkurrenzproduktes an, und das noch dazu zu geringeren (bzw. gar keinen) Kosten.
In Panik muss Skype sicher noch nicht ausbrechen, die Begrenzung des neuen Gmail-Features auf Nordamerika verhindert derzeit eine globale Massenabwanderung von Skype zu Gmail. Doch spätestens wenn der internationale Launch der “Call phone”-Funktion ansteht, wird es spannend. Dann muss Skype reagieren: Entweder mit einer Browserversion des Dienstes. Oder mit deutlich geringeren Tarifen. Am besten beides. Sonst wird das einen Börsengang anstrebende Unternehmen beim anstehenden VoIP-Showdown nicht gerade gut aussehen.
Dieser Text ist mir was wert:Verwandte ArtikelFriendCaller: Das deutsche Skype
FriendCaller aus Werl bei Dortmund erlaubt kostenlose VoIP-Gespräche sowie günstige Telefonate in Fest- und Mobilfunknetze. (17. August 2010)Keine Zusatzgebühr für UMTS-Gespräche: Danke Skype!
Skype beerdigt Pläne, für mobile VoIP-Gespräche über UMTS eine Zusatzgebühr zu verlangen. Zudem beherrscht die neue iPhone-App nun Multitasking. (22. Juli 2010)Linkwertig: SkypeKit, VZmobil, Google Voice, Netzpolitik
Skype lanciert ein SDK, eigener Handy-Tarif für die VZ-Netzwerke, 14 Thesen zur Netzpolitik von Thomas de Maizière und mehr. (23. Juni 2010)
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Linkwertig: Voice over Gmail, Netzneutralität, Y Combinator, Digg
Gmail
Gmail ergänzt für amerikanische User den eingebauten Sprach- und Videochat um die Möglichkeit, ins Festnetz und zu Mobiltelefonen zu telefonieren. Gespräche innerhalb der USA und Kanada sind kostenlos, internationale Gespräche kosten zwei Cent pro Minute.
Netzneutralität
Im Petitonssystem des Deutschen Bundestages gibt es eine neue Petition, die Netzneutralität gesetzlich verankern will.
Die ist zwar leider ebenfalls etwas schwammig, wie die von Pro-Netzneutralität, weil nicht genau definiert wird, welche Netzneutralität gemeint ist, aber eine Unterzeichnung tut auch nicht weh.
» Petition: Internet – Neutrale Datenübermittlung im Internet vom 11.08.2010
» ePetition: Neutrale Datenübermittlung im Internet
Talenteschmiede
Der Inkubator Y Combinator stellt den neuen Jahrgang vor, 36 Startups konnten sich und ihre Produkte präsentieren. Interessante und sympathische Mischung, weil sich viele nicht an den offensichtlichsten Trends orientieren.
» Y Combinator’s Biggest Demo Day Yet Draws Throng Of Investors
Digg
Digg hat gestern die langerwartete neue Version lanciert. Das Design wirkt etwas frischer, ReadWriteWeb beschreibt die neuen Features:
» Digg 4 Goes Live-ish to the Public
Websites des Jahres
Das Time Magazin hat (sehr zeitig) die 50 besten Websites des Jahres gekürt. Die Auswahl ist tatsächlich nicht schlecht.
» 50 Best Websites 2010
» 50 Best Websites 2010 – Liste
Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen Entwicklungen. Hinweise auf Texte gern an tipps.netzwertig at blogwerk.com
Dieser Text ist mir was wert:Verwandte ArtikelLinkwertig: Like.com, Hulu, prettymaps, Gmail
Google übernimmt Like.com, Hulu bereitet den Börsengang vor, Gmail bekommt Suche in Google Docs und Sites und mehr. (17. August 2010)Linkwertig: Yahoo, Twitter, MySpace, Netzneutralität
Paul Graham über Yahoo, Exciting Commerce über Super Angels, Facebook der neue Hüter der Netzneutralität und mehr. (13. August 2010)Neue Initiative: Pro Netzneutralität
Eine neu gegründete Initiative setzt sich für die Neutralität der Netze ein. Jeder kann "Pro Netzneutralität" mit einer Unterschrift unterstützen. (12. August 2010)
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my6sense: Mit digitaler Intuition zu mehr Relevanz
Wege, sämtliche für einen interessante Informationsquellen im Netz zu verwalten, gibt es viele. Je mehr RSS- und Social-Web-Feeds man jedoch verfolgt, desto größer ist die Herausforderung, eine zum eigenen Leseverhalten passende Methode zu finden, um aus der Masse der eintreffenden Inhalte die für einen wirklich relevanten Elemente zu identifizieren.
Eine Möglichkeit ist, sich an einem extern durchgeführten Scoring zu orientieren, das anhand der Reaktionen im Netz die wichtigsten und beliebtesten Inhalte kenntlich macht. Kürzlich hatten wir PostRank vorgestellt, das auf diesem Prinzip aufbaut.
Ein zweiter Ansatz fußt darauf, die Beurteilung der Relevanz von Inhalten nicht am Feedback anderer User sondern am eigenen Nutzungsverhalten auszurichten. Der Google Reader beispielsweise bietet einen Filter namens “Magic”, um die Objekte aus RSS-Feeds zuerst anzuzeigen, die für den jeweiligen Nutzer von besonderem Interesse sein sollen. Als Grundlage dient die bisherige Anwendungshistorie eines Users.
Im Praxiseinsatz funktioniert dies mal gut, mal weniger gut. Auch wenn unklar ist, ob ein auf der bisherigen Nutzung basierender Empfehlungsservice überhaupt dauerhaft überzeugende Ergebnisse liefern kann, ohne dabei einen Tunnelblick zu schaffen – immerhin wandeln sich die eigenen Interessen im Zeit- und Tagesverlauf, was derartige Lösungen nicht berücksichtigen – so experimentiert nicht nur Google mit der Idee.
my6sense ist ein bereits Ende 2008 gestarteter News- und Feed-Reader für das iPhone, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Nutzern eine “digitale Intuition” zu verschaffen, damit diese besser und effizienter durch das Dickicht an Informationen und Feeds im Netz manövrieren können.
Das israelische Startup sorgte vor wenigen Tagen für Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass es US-Blogger, Early Adopter und RSS-Fanatiker Louis Gray als Vice President Marketing und ersten Mitarbeiter in den USA angestellt hat. Für mich als RSS-Freund ist das Grund genug, my6sense zukünftig sehr viel genauer im Auge zu behalten.
Die Nutzung der my6sense iPhone-App beginnt mit dem Import der bevorzugten Streams und Inhalte. Andocken lässt sich die Anwendung an Facebook, Twitter, LinkedIn und FriendFeed sowie an den Google Reader, an iGoogle und Netvibes. Zudem können individuelle RSS-Feeds abonniert werden.
Ist das erledigt, erscheinen unter dem Menüpunkt “Streams” sämtliche importierten Feeds – auch im Google Reader erstellte Verzeichnisse werden berücksichtigt. Twitter & Co landen im Ordner “Social Streams”. Nun geht es darum, my6sense eine Weile wie einen ganz normalen RSS-Reader einzusetzen – auch wenn er, was den Funktionsumfang betrifft, mit vollwertigen Readern nicht mithalten kann (so wird beispielsweise nicht angezeigt, wie viele ungelesene Artikel es gibt).
Feeds lassen sich sowohl chronologisch als nach Relevanz sortieren. Mit jedem gelesenen RSS-Eintrag, Tweet oder Status-Update lernt die Applikation mehr über die individuellen Präferenzen und Interessensgebiete des Nutzers. Parallel dazu nimmt der auch visuell dargestellte Grad der digitalen Intuition zu. Je höher er ist, desto überzeugter ist my6sense davon, Usern wirklich relevante Inhalte präsentieren zu können.
Das eigentliche Highlight von my6sense ist meines Erachtens nach aber der “Top Messages”-Stream, der ebenfalls nach Relevanz und Datum der Veröffentlichung geordnet werden kann. Hier landen die Inhalte aus allen angeschlossen Quellen, die my6sense auf Basis des erstellten Nutzerprofils für besonders lesenswert hält.
Diese Funktion kann besonders dann sinnvoll sein, wenn man sehr wenig Zeit hat und gar nicht erst anfangen möchte, sich seinen 500 ungelesenen Feed-Einträgen zu widmen. Stattdessen verhilft einem my6sense zu einem schnellen Überblick über das Wichtigste vom Tage.
Alle mit my6sense geöffneten Beiträge lassen sich direkt aus der App per Mail, Facebook, Twitter, FriendFeed oder Posterous weiterempfehlen oder zum späteren Lesen an InstaPaper schicken.
my6sense ist vermutlich keine App für Personen, die gerne alle abonnierten Quellen abarbeiten, am liebesten eine “0″ bei der Zahl der ungelesenen Artikel stehen sehen und ständig das Gefühl haben, etwas zu verpassen.
Wer jedoch eher querliest oder vor der Informationsflut schon lange kapituliert hat, findet in der iPhone-App womöglich einen sehr praktischen Helfer, um nicht mehr länger wertvolle Zeit mit dem Herauspicken der Rosinen verbringen zu müssen. Dies übernimmt dann my6sense. Sofern das mit der Relevanz am Ende wirklich funktioniert, versteht sich.
Link: my6sense
Hier ein Video, das den Dienst erklärt:
Dieser Text ist mir was wert:Verwandte ArtikelPostRank, Google Reader und Chrome: Ein überzeugendes Trio
PostRank bewertet die Relevanz von Online-Inalten. Mit einer neuen Erweiterung für den Chrome-Browser ist der Dienst auf dem Weg, sich unentbehrlich zu machen. (13. August 2010)Effizient im Web: So zähme ich die Informationsflut
Der Strom an Informationen reißt nicht ab. Gut so! Um ihn zu zähmen, benötigt man nur die richtigen Tools. Und wer Spaß daran hat, ist natürlich im Vorteil. (25. Juni 2010)Neuer Browser für's iPhone: Opera Mini von Google Reader bezwungen
Besitzer des iPhone haben mit Opera Mini endlich eine Alternative zu Safari. Theoretisch zumindest, denn Googles populärer RSS-Reader zwingt den Neuling sofort in die Knie. (13. April 2010)
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Digitalisierung: Wenn Deutschland das Internet entwickelt hätte…
Der Umgang mit Veränderungen ist seit jeher ein großes Problem für die meisten Menschen. Wandel birgt stets das Risiko, den Status Quo zu verlieren. Gerade wer zum Pessimismus neigt, sieht eher die Risiken als die Chancen. Blockadehaltungen und eine pauschale Distanz zu Neuem sind die Folge.
Ich weiß nicht, ob sich die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber dem technischen Fortschritt in den letzten Jahren verstärkt hat, oder ob dieser Eindruck auf die erhöhte Geschwindigkeit des Innovationsprozesses und die Komplexität des Wandels zurückzuführen ist. Statt sich einige Male pro Jahrzehnt mit einer Neuentwicklung auseinandersetzen zu müssen, wird dies mittlerweile mehrmals jährlich notwendig. Dass da die Abwehrhaltung vieler Menschen zunimmt oder zumindest häufiger zum Vorschein kommt, ist eigentlich wenig verwunderlich.
Die unsachliche, hysterische Debatte um Google Street View illustriert sehr deutlich, auf welche Art sich das allgemeine Unbehagen über das rasante Innovationstempo äußert. Es kann aber auch subtiler ausgedrückt werden, in Form von Umfragen, bei denen eindeutig auf dem Siegeszug befindlichen Technologien unrealistisch geringe Zukunftschancen eingeräumt werden, so wie es beispielsweise dieser mit einer unmissverständlichen Überschrift versehene Artikel aufzeigt: “Österreicher gegenüber E-Books skeptisch” (eine Umfrage von uns ergab ein ähnlich das große Potenzial von digitalen Büchern in Frage stellendes Ergebnis).
Angesichts der je nach Diskussionsgegenstand kritischen bis ablehnenden öffentlichen Meinung zu digitalen Innovationen drängte sich mir gestern ein sehr unangenehmer Gedanke auf:
Man stelle sich vor, das Internet hätte sich nicht sukzessive entwickelt und ausgebreitet, anfänglich nahezu unbemerkt von Politik und Wirtschaft, um dann eines Tages plötzlich die Agenda zu übernehmen und die Gesellschaft eines Landes vor eine neue Realität zu stellen, so wie wir es gerade erleben. Nein, stattdessen wäre im Jahr 1990 oder 1995 nach ausgiebiger Evaluierung ein offizieller politischer Entschluss gefasst worden, ein “Internet” zu starten und allen in Deutschland wohnhaften Personen einen Zugang zu gewähren (Update: Mit dem Bildschirmtext gab es auch ein Vorhaben in diese Richtung, das aber mit dem Aufkommen des offenen Internets floppte).
Die Frage, die sich für mich daraus ergab: Sähe das Internet dann so aus, wie wir es heute kennen, oder wäre es von Beginn an auf ein Art geformt worden, die 95 Prozent des Innovations- und Veränderungspotenzials entfernt und sämtliche Bedenken und Befürchtungen unterschiedlichster Interessenvertreter berücksichtigt hätte?
Ausgehend von der Tonalität der derzeitigen Debatten war meine Antwort auf diese vollständig fiktive Frage (die ja völlig außer Acht lässt, dass das Internet ein globales, kein nationales Phänomen ist) leider, dass wir in diesem Fall heute vermutlich ein ganz anderes Web nutzen würden.
Die Bedenken, die in der imaginären Expertenkommission zur Definition der Rahmenbedingungen des Internets anno 1995 als Grundlage zur Ausgestaltung des Plans gedient hätten, wären ein Sammelsurium aus all den Pauschalaussagen und Plattitüden, die man so rund ums Internet hört: Vereinsamung und Realitätsverlust der Menschen; Nährboden für Kriminelle, Terroristen und Pädophile; Beschädigung der Medienbranche durch konkurrierende, womöglich von Amateuren betriebene Onlineangebote sowie durch digitale Kopien ihrer Inhalte; Verdummung und Abstumpfung durch Onlinespiele und -videos sowie als Konsequenz aus der Beliebtheit von nicht-professionellen Nachschlagewerken und Informationsplattformen; Gefahr zu starker Einflussmöglichkeiten des Ottonormalbürgers etc.
Nimmt man den aktuellen politischen und medialen Diskurs zur Digitalisierung als Maßstab, dann wäre man damals zu dem Schluss gekommen, dass ein freies Internet Deutschland zu Grunde richten, die Menschen verblöden und die Kriminalität explodieren lassen würde. Wie dann anschließend die Spezifikationen für dieses angestrebte Internet ausgesehen hätten, kann sich jeder selbst ausmalen.
Nun könnte man sagen: Alles pure Spekulation und völlig absurd. Ja, natürlich könnte man das. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass allein der Gedanke, das Internet wäre nicht ein sich quasi verselbstständigendes Phänomen gewesen sondern ein offizielles staatliches Innovationsprojekt in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Medienunternehmen, äußerst unbehaglich ist. Und dass dies eklatante Mängel daran offenbart, wie in Deutschland heute auf den technischen Fortschritt reagiert wird. Nämlich auf eine Art, die das Internet im Keim erstickt hätte (und durch sehr fragwürdige Gesetzesentwürfe).
Das Fazit dieses Artikels hatte ich gestern bereits in einem Tweet formuliert, den ich hier gerne noch einmal wiederhole: “Hätten Menschen die Möglichkeit gehabt, hätten sie der Einführung des Internets wohl auch widersprochen. Gut, dass niemand gefragt hat.”
Ist das nicht eine traurige Erkenntnis?
(Foto: stock.xchng)
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