head.zblog
Science 2.0 – Wissenschaft auf dem Holzweg?
Ich probiere jetzt schon seit geraumer Zeit eine nicht irrelevante Anzahl an Web 2.0-Tools aus, um mich mit Wissenschaftler/innen aus aller Welt zu vernetzen, Informationen über spannenden Publikationen und Projekte zu bekommen und auch um zu sehen, was anderswo diskutiert wird.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zur Kommentarkultur kann ich nur sagen, dass meine Erfahrungen mit dem Informellen Blog schon ziemlich das treffen, was Schulmeister analysiert hat. Wenig Kommentare, wenig Diskussion, wenig neue Erkenntnisse – ausser vielleicht aus der Selbstreflexion. Im Gegensatz zum Headz-Blog ist mein Anspruch beim informellen Blog schon “wissenschaftlicher”, was immer das ist. Mehr Diskussionen von Publikationen und Vorstellung von Projekte und Konzepten, weniger Befindlichkeiten. Diese “nüchterne” Darstellung und der Fakt, dass wohl ein Grossteil dieser Wissenschafts-Community nicht so viel mit dem Netz anfangen kann, ist wohl auch der Grund für die dürftige Kommunikation. Vielleicht ist es auch einigen zu öffentlich, ich weiss es nicht. Aber dazu wollte ich an anderer Stelle noch mal weiter ausholen.
Punkt zwei wären Research Networks, von denen es mittlerweile auch eine ganze Reihe gibt. Ob Academia, Research Gate, Mendeley, ResearchID, Scholarz und andere. Ich habe mich brav eingetragen, mein Profil gefüllt und Kontakte gesucht. Den einen oder anderen findet man dann auch – aber mit denen ist man auch über mindestens 10 weitere Networks verbunden. Im Verhältnis zum Aufwand bringt es also nichts. Zumindest bisher, wenn man die Hoffnung hegt, das es nur eine Frage der Zeit ist, bis a) genügend Wissenschaftler dort vertreten sind und b) es damit auch notwendig wird, dort vertreten zu sein. Ich will damit nicht sagen, dass die ganze Web 2.0-Sache in der Wissenschaft nichts bringt. Es gibt schon interessante Anwendungen, wie zum Beispiel wikigenes und auch Mendeley und Scholarz und all die anderen Netzwerke könnten sicherlich einen Mehrwert bringen – allein sie tun es nicht.
Und nun kommt also noch ScienceFeed und ich frage mich: Was bringts? Auch wenn ich wirklich an die Potentiale glauben will (siehe Herwig et al. 2009), sagt mir meine Erfahrung, dass wissenschaftlicher Austausch für mich immer noch grösstenteils asynchron über Artikel erfolgt. Ich finde dies auch nicht den schlechtesten Weg, auch wenn ich Schulmeister zustimmen muss, dass es viel zu wenige Rezensionen gibt.
Was lässt sich nun zwischen Kaffee und Kuchen resümieren: Meine Erfahrungen mit Web 2.o stimmen mit dem überein, was hier geschrieben steht: Es bringt wenig. Aber es macht auch Spass und Potentiale sind zu erkennen. Vor allem als Ergänzung zu bestehenden Formen des wissenschaftlichen Diskurses im ad hoc-Austausch und der Informationsdistribution. Mittlerweile habe ich kaum noch Verständnis für Sammelmails nach dem Motto “Ich möchte sie gerne auf meine aktuelle Publikation hinweisen ….” Meine Vermutung ist jedoch, dass Wissenschaftskommunikation im Web 2.0 in der Breite strukturell bedingt eher oberflächlich sein muss. Aufgrund der Tatsache, dass sich die wissenschaftliche Diskussion immer weiter verästelt und man in Spezialbereichen kaum noch eine Hand voll Diskussionspartner findet, macht es wenig Sinn, sich Online zu vernetzen. Man kennt sich ja eh schon und trifft sich alle Nase lang bei Kongressen und Sitzungen. Und ob ich diesen Kollegen nun meine aktuellsten Gedanken gleich auf die Nase binden will … nun ja, zumindest sind Argumente vorstellbar, die dagegen sprechen würden.
Die Entwicklung wird wohl dahingehen, dass sich die Tools spezialisieren um zum einen auf die fachlichen Bedürfnisse einzugehen und zum anderen es wahrscheinlicher zu machen, dass man interessante Ansprechpartner findet. Dies ist auch deutlich bei den Social Networks zu sehen. Und wer es selbst mal ausprobieren will, hier (m)eine Auswahl ….
Reasearch Social Networks
Academia – Spannend finde ich hier vor allem die visuelle Darstellung des Netzwerks. Doch wie ist es eigentlich mit Personen, die keiner Forschungseinrichtung angehören?
Academici -Das erste Netzwerk, in dem ich drin war.
Mendeley – Mehr Literaturverwaltung und -austausch als Netzwerk. Stark frequentiert von Biologen und Informatikern. Hier ein Teil meiner Bibliothek zum informellen Lernen.
Nature Network – Eines der etabliertesten Netzwerke.
ResearcherID – Der Fokus liegt auf der Erfassung von Publikationen, siehe auch hier
Research Gate – Mit ca. 250.000 Nutzern das wohl grösste Netzwerk.
Research.iversity – Spannendes Kollaborations-Tool, dass ich aber noch nicht weiter ausprobiert habe.
Scholarz – Steht ein wenig im eigenen Schatten.
SciLInk – Das habe ich mal nicht probiert.
Lalisio – Nach eigener Auskunft, das “führende Wissensnetzwerk” – sicherlich eine Frage des Blickwinkels.
BiomedExperts – Das ist für mich eine der angesprochenen Spezialisierungen, die es sicherlich in Zukunft mehr geben wird.
OpenWetWare – Ebenfalls ein fachspezifisches Netzwerk für Biologen.
'); //-->Web 2.0: Nichts für die Wissenschaft!
Durch einen Tipp von Tobi bin ich auf die Studie von Harley, Diane, Acord, Sophia Krzys, Earl-Novell, Sarah, Lawrence, Shannon, & King, C. Judson gestossen, die sehr interessante Hinweise auch für Web 2.0-Technologien in unterschiedlichen Bereichen der Wissenschafts gibt. Hier einige lose Auszüge, die mir wichtig erscheinen:
Personal websites are ubiquitous, even if used only to post a short bio or C.V. Some scholars also post course lists, working papers, and links to published papers. Blogs, RSS feeds, wikis, Twitter, etc., were not cited as common ways in which scholars broadcast and receive information. Listservs, seminars, and conferences were cited as important for finding out about new developments in a field and for seeking feedback on new ideas.
Graduate students were mentioned by some tenured scholars as essential sources of new information; others lamented that they rarely were. It’s worth noting that scholars are resourceful.
Auch Blogs kommen nicht viel besser weg:
Among most of our interviewees, blogs were simply off the radar as a source of scholarship and are generally viewed as a waste of time because they are not peer reviewed. “You have to have some standards! How in the hell are you going to judge the quality of what’s on a blog?” “…who has the time! There have to be some filters!” There was, however, limited mention of “good” blogs in economics, astrophysics, political science, archaeology, and history (that often serve simply as more sophisticated versions of the subject listserv and are used in much the same way: for finding out about new developments or events in a field and for making general announcements). But again,
the particular scholars we interviewed generally said they do not spend time following them (even those who maintain their own blogs). A number of faculty mentioned reading blogs related to a topic of their research (e.g., a historian consulting a blog about a particular branch of science or a political scientist consulting a well-known economics blog in preparation for an interview with a media outlet). (S. 13)
Als Rat für Nachwuchswissenschaftler geben sie dann auch folgenden, den ich hier auch mal besonders hervorhebe:
The advice given to pre-tenure scholars was quite consistent across all fields: focus on publishing in the right venues and avoid spending too much time on public engagement, committee work, writing op-ed pieces, developing websites, blogging, and other non-traditional forms of electronic dissemination (including courseware). (S. 8.)
Eigentlich sehr deprimierend …. wann schaffen wir eine Veränderung in der Organisation Wissenschaft?
Quelle: Harley, Diane, Acord, Sophia Krzys, Earl-Novell, Sarah, Lawrence, Shannon, & King, C. Judson. (2010). Assessing the Future Landscape of Scholarly Communication: An Exploration of Faculty Values and Needs in Seven Disciplines. UC Berkeley: Center for Studies in Higher Education.
Rezensionen, Reviews und Rekurse
Seit 2007 schreibe ich regelmässig Rezensionen und daneben schon länger auch Reviews zu Kongress- und Buchbeiträgen. Im Gegensatz zu Reviews, die meistens “blind” sind, stehe ich bei Rezensionen mit meinem Namen. Das hat keine Auswirkungen auf die Mühe, die ich mir gebe und auch nicht auf die Qualität, aber den Effekt, dass die Autoren der Beiträge mit mir in Kontakt treten können. Vor einiger Zeit gab es eine Diskussion zu offenen Reviewverfahren. Ich finde diese Idee prinzipiell gut, möchte aber aus aktuellem Anlass auch auf mögliche Folgen hinweisen, die ich im Zusammenhang mit Rezensionen gesammelt habe.
Ähnlich wie bei Reviews ist es so, dass man Rezensionen nur für Publikationen bzw. Themenbereiche schreiben sollte, in denen man sich auskennt. In meinem Fall sind dies ausschliesslich Publikationen im Kontext informellen Lernens.
Problematisch finde ich sowohl Publikationen, die ich besonders gut finde, als auch diejenigen, die ich (besonders) schlecht finde. Erstere erwecken den Eindruck, dass ich nicht richtig gelesen habe, Letzere ebenfalls. Bei beiden fühle ich mich nicht besonders wohl. Allgemein gilt es natürlich, Positives wie Kritisches zu beleuchten.
Problematisch sind zum anderen Publikationen, bei denen man den/die AutorInnen kennt, mit ihnen zusammengearbeitet hat oder sonstwie verbunden ist. Dies kommt bei speziellen Themenbereichen durchaus häufiger vor – und ist vielleicht auch schwer zu vermeiden. Hier schwebt der Vorwurf der Befangenheit im Raum und positive wie kritische Anmerkungen legt man als Rezensierender mehrmals auf die Goldwaage. Meine Erfahrung ist aber, dass von diesen Personen Kritik sehr positiv bzw. gut aufgenommen wird.
Allgemein habe ich jedoch auf Rezensionen wenig Rückmeldungen, bis ich letzte Woche eine Mail mit der Aufforderung erhalten habe, die Rezension einer Publikatione des Absenders aus dem Netz zu nehmen. Unbegründet, wie ich finde.
Genau hier fängt das Problem mit den Rezensionen bzw. offenen Reviews an. Was ist, wenn Frau oder Herr Prof. schreibt, dass er oder sie mit dieser Rezension so nicht einverstanden ist? Kann man es sich als (junger) Wissenenschaftler leisten, es sich mit der Community zu verscherzen? Ich weiss nicht, wie ich vor 5 oder 10 Jahren darauf reagiert hätte. Heute kann ich damit souverän umgehen, weil ich auch nicht von einer Karriere in der Wissenschaft abhängig bin und die Kritik auch fachlich gut einschätzen kann. Aber diese Beispiel zeigt zumindest mir sehr deutlich die Grenzen offener Reviews und Rezensionen auf.
Ich werde so weiter machen wie bisher, auch wenn mir noch mal deutlich wurde, dass es nicht immer möglich ist, in der Community in einen konstruktiven Diskurs zu führen. Ich habe grosses Verständnis, insbesondere bei Dissertationen, an denen viel Herzblut hängt, wenn man sich falsch behandelt fühlt. Letztendlich geht es mir jedoch darum, nicht nur eine Einschätzung oder Empfehlung für eine Buch zu geben, sondern auch eine Rückmeldung an den Autor oder die Autorin. Die oft einzige Rückmeldung die man auf Publikationen bekommt, sind in der Regel nur Zitationen. Für die Arbeit, die man in Veröffentlichungen steckt, finde ich das zu wenig.
Letztendlich gilt, und das wäre mir noch wichtig anzufügen, dass alle Rückmeldungen, ob Reviews oder Rezensionen, Meinungen sind, subjektive Einschätzungen. Menschen können sich irren oder unterschiedlicher Meinung sein. Aber gerade die daraus entstehenden Spannungen können Lernprozesse anregen. Das ist eine tolle Chance, wie ich finde.
'); //-->EduCamp & Wissenschaftszirkus
Nun ist er also vorbei, der erste EduCamp Tag in Hamburg und es geht nun daran, diesen Tag zu verarbeiten. Und ich muss sagen, das fällt mir gar nicht so leicht. Zuerst einmal einen grossen Dank ans Orga-Team: Tolle Arbeit (und für das Glatteis und die dadurch entstandenen blauen Flecke könnt ihr ja nichts )
Nun aber zum Inhalt. Ich war heute doppelt in Aktion: zum einen auf dem Bildungssofa, zum anderen habe ich mit Tamara, Silvia, Tobias und Alex eine Session zum Thema Bildungsforschung 2.0 angeboten.
Auf dem Bildungssofa unter dem Motto “Medien – Wissenschaft – Generationen” (Ausschreibung hier) hatte ich die Ehre, mit Joachim Wedekind zu sitzen. Es war mein erstes Bildungssofa, so dass ich gespannt war, wohin die Diskussion so laufen würde. Klar war uns beiden nämlich, dass wir den Generationentopf gar nicht erst aufmachen wollen. Leider war der Einstieg nicht so diskursiv, wie ich es mir gewünscht hatte, es hatte eher Podiumsdiskussionscharakter und war in den Antworten von uns auch sehr allgemein bzw. anekdotisch – eine Teilnehmerin nannte es NDR-Talkshow 2.0. Erst gegen Ende kamen dann die Diskussionen auf, interessanterweise rund um den Begriff der Generation – nicht im klassischen Sinne festgemacht am Alter oder einer anderen Variable wie Technikaffinität. Ich denke, es gibt Gegensätze, die gerade am Gegensatzpaar Klassische Konferenz vs. EduCamp sichtbar werden. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass man auf offenen, partizipativen und interdisziplinären Treffen ein Kommunikationsproblem hat: man braucht (scheinbar) die gleichen Begriffe, meint aber (aus seinem Erfahrungs- und Wissenschaftshintergrund) etwas anderes. Somit laufen viele Diskussionen zwar zum gleichen Thema, aber dennoch aneinander vorbei. Und gerade die Medien, die wie Joachim zu Recht meinte, ja durchaus das Potenzial haben, dieses Manko zu lösen (indem man z.B. auf die Begriffsbedeutung verlinkt) machen uns einen Strich durch die Rechnung, da sie vermeintliche Gleichheit vorgaukeln und Unterschiede (vielleicht auch bedingt durch die Schnelligkeit und die damit evtl. Verbundene “Flapsigkeit”) nivellieren. Und ich muss sagen: diesen Gedanken wurde ich auch während des gesamten EduCamps nicht los: sprechen wir eigentlich von dem Gleichen, wenn wir miteinander reden? Muss eigentlich alles neu, trendy und hype sein? Sind wir alle jetzt cool, nur weil wir auf ein EduCamp gehen? Ich dachte, der Inhalt, nämlich die Bildung steht im Vordergrund. Und: wo bleibt die kritische Reflexion von Thesen und Aussagen – ein Punkt, der mich sehr irritierte, wie auch die Art und Weise, wie im Vorfeld Diskussionen geführt werden: mit Experten-Bashing und Hypes und Personenkult kommen wir nicht weiter, es braucht beides: Innovation und Reflexion – in gesundem Masse. Und die Reflexion kam m.E. nach an einigen Stellen heute zu kurz.
Mein zweites Einsatzgebiet war die Session Bildungsforschung 2.0 – Anspruch und Wirklichkeit , die ich zusammen mit Tamara, Silvia, Tobias und Alex vorbereitet habe. Hier ging es uns darum,
… am Entwurf einer , innovativen (Bildungs-)Forschung arbeiten, die beiden Ansprüchen − dem einer methodisch etablierten Forschung und dem der Integration innovativer Medien und Methoden in die Bildungspraxis − gerecht werden kann. Dies erfordert aber auch, die gängige Praxis der klassischen Bildungsforschung aufzubrechen und (vorhandene) Alternativen zu diskutieren bzw. als Zukunftsszenarien zu entwickeln.
Ziel war es, eine Art Forschungslandkarte zu generieren, auf der beide Lager zusammenkommen. Dieses Ziel haben wir eigentlich verfehlt, aber es gab einige spannende Diskussionspunkte, die ich gerne aufgreifen und zur weiteren Diskussion zur Verfügung stellen möchte. Ein wichtiger Punkt, weswegen es vielleicht gar nicht möglich ist, eine solche Landkarte zu erstellen, ist die Forschungsfrage. Je nach Frage habe ich andere Designs und demnach andere Methoden. Somit würde es also auch darum gehen, innovative Fragen zu stellen, die dann mit traditionellen und/oder innovativen Designs und Methoden beantwortet werden können. Und hier ist die Frage, wie man zu innovativen Fragen kommt (denn ich habe schon hier davon berichtet, wie schnell man in einer vergleichenden Fragestellung ist). Wie offen ist man bei Forschungsfragen, oder gibt es irgendwo eine innere Zensur? Und: wo lernt man eigentlich gutes Fragen und die Ableitung von Untersuchungsdesigns? Methodenbücher sind meist nicht die beste Alternative zum Erwerb von “Fragekompetenz und Designauswahl”. Und Studiengänge bieten in den Methodenveranstaltung ein ähnlich reduziertes Repertoire. Wo lernt man die Breite der möglichen Fragestellungen, Designs und Methoden in der Bildungswissenschaft?
Ein weiterer Punkt betrifft das “2.0″, das wir gewählt hatten – denn es wurde schnell klar, dass dies anderes aufgefasst wurde, als wir dachten: Während wir das “2.0″ als Versionsbeschreibung eines ‘anderen’ Bildungswissenschaftsverständnis als Arbeitsbegriff brauchen wollten, fingen die Teilnehmer an, Elemente des 2.0 aus dem Web auch auf die Wissenschaft zu übertragen: Kollaboration, Partizipation, gemeinsam an etwas arbeiten. Hier begaben wir uns in ein spannendes Feld (auch wenn das von uns nicht unbedingt geplant war): Warum arbeiten Wissenschaftler denn nicht auch schon bei der Ideengenerierung und Datenerhebung zusammen? Dieses Zusammenarbeiten müsste dann nicht zwangsläufig ganz öffentlich sein, man kann ja durchaus ein Kontinuum an Öffentlichkeit anstreben (nur Freunde, nur die Peers, nur … ). Warum nicht viel mehr Personen beteiligen, z.B. in der Schulbegleitforschung auch Lehrpersonen und Schüler als Forschende zu integrieren? Dennoch werden solche Möglichkeiten bisher wenig genutzt. Schnell kamen wir auch zur Frage, was denn eigentlich “gute” Forschung auszeichnet bzw. wann man wirklich ein Forscher ist. Wann hat man eigentlich “genügend” Kompetenz.
Spannenderweise haben wir uns wenig den Fragen genähert bzw. an manchen Stellen nur an der Oberfläche berührt (z.B. die Frage nach der Norm und damit im Zusammenhang deskriptiver und präskriptiver Forschung), die z.B. hier diskutiert wurden und die wir eigentlich für uns ins Zentrum gerückt hätten. Diese Fragen sind durchaus weiterhin offen, jedoch hat aus meiner Sicht die Diskussion in der Heterogenität durchaus auch andere Sichtweisen und Blickwinkel eröffnet.
Was ist zusammenfassend mein Fazit vom EduCamp: Es war toll, alle Leute (wieder) offline zu treffen, die man sonst eher online sieht, und es hat Spass gemacht, miteinander gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten. Für die nächsten EduCamps wünsche ich mir, dass man sich nicht mehr in Lagern bewegt (siehe meine Einschätzung zur Diskussionskultur oben), sondern gemeinsam die Bildung unter dem Blickwinkel der Innovation und Reflexion in den Vordergrund stellt, denn das ist das Thema, was uns alle verbindet.
PS: Mein Motto für das EduCamp: Offline ist das neue Online : zum ersten Mal ohne Laptop da, und ich habe doch tatsächlich auf dem EduCamp Visitenkarten getauscht. Der Poken hat sich nicht wirklich durchgesetzt.
'); //-->Einsatz und Evaluation von Podcasts und Vorlesungsaufzeichnungen an Hochschulen
Vorlesungsaufzeichnungen und Podcasts erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in der Hochschule. Vorlesungsaufzeichnungen und Podcast hier zusammenzufassen ist sicherlich nicht korrekt, stellen Vorlesungsaufzeichnungen doch (lediglich) ein Mitschnitt dar, dessen Mehrwert vor allem organisatorisch zu sehen ist. Podcast hingegen bedeuten einen oft nicht unerheblichen Mehraufwand für die Lehrenden in der Produktion, aber auch in der Entwicklung geeigneter didaktischer Einsatzszenarien. Ein schönes Beispiel dafür ist die Podcast-Vorlesung von Gabi Reinmann. Vorlesungsaufzeichnungen damit aus der mediendidaktischen Diskussion auszuschliessen, halte ich jedoch für wenig sinnvoll. Angesichts der Beliebtheit dieses Angebots gilt es vielmehr, sich didaktisch sinnvolle Einsatzszenarien zu überlegen und Dozierende zu beraten und zu unterstützen.
Grundlage für eine gute Beratung und Entwicklung von Einsatzszenarien sind Erfahrungen, oder noch besser Evaluationsergebnisse. Diese liegen für Podasts und Vorlesungsaufzeichnungen zahlreich vor. Dies war auch Auslöser der Idee, über eine Metaanalyse die Ergebnisse zu verdichten. Gemeinsam mit Roland Streule haben wir dazu ein Paper bei der DeLFI 2009 eingereicht und präsentiert. (Noch) nicht publiziert ist eine Liste der von uns betrachteten Evaluationen, die aber vielleicht auch für andere interessant sein könnte. Diese Auswahl ist sicherlich nicht vollständig, deckt aber einen Grossteil der publizierten! quantitativen Studien zum Einsatz von Podcasts/Vorlesungsaufzeichnungen an Hochschulen ab, die didaktisch relevante Fragestellungen behandeln. Unberücksichtigt blieben theoretische Beiträge sowie Untersuchungen, die sich auf technische Aspekte fokussierten oder rein qualitativ ausgerichtet waren. Auch wenn darauf geschaut wurde Studien auszuwählen, die ein Mindestmass an Dokumentation des Vorgehens und Anwendung wissenschaftlicher Methoden aufweisen, ist die Qualität doch sehr unterschiedlich. Dies rührt auch teilweise daher, dass solche Studien auch von Supporteinrichtungen durchgeführt worden sind, bei denen der wissenschaftliche Anspruch nicht leitend war. Aktuell zu ergänzen sind vielleicht noch diese beiden Studien, auf die ich gerade aufmerksam gemacht wurde (Fietze sowie Fietze und Matiaske). Ansonsten würde wir uns über Ergänzungen als Kommentar sehr freuen.
Evaluationsstudien zum Einsatz von Podcasts und Vorlesungsaufzeichnungen an Hochschulen
C. Acharya: NUSCast Survey: Instructor PerspectiveCDTL, Monograph Series, Issue No. 4.
Centre for Development of Teaching and Learning National University of Singapore. Online:
http://www.google.ch/url?q=https://team.nus.edu.sg/cdtl/staff/Research/CDTLMS
No_4.pdf (15.06.2009)
J. Brotherton und G.D. Abowd: Lessons learned from eClass: Assessing automated capture and
access in the classroom. ACM Transactions on Computer-Human Interaction (TOCHI). (11) 2,
121 – 155.
F. Breuer & M.H. Breitner: „Aufzeichnung und Podcasting akademischer Veranstaltungen in
der Region D-A-CH“: Ausgewählte Ergebnisse und Benchmark einer Expertenbefragung. IWI
Discussion Paper Series 26, Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Hannover.
S. Brittain, P. Glowacki, J. Van Ittersum and L. Johnson: Podcasting lectures: Formative
evaluation strategies helped identify a solution to a learning dilemma. Educause Quarterly 2006;
29: 24-31. Online: http://www.educause.edu/EDUCAUSE+Quarterly/EDUCAUSE
QuarterlyMagazineVolum/PodcastingLectures/157413 (10.06.2009)
D. Boehringer, A. Mangler und B. Burr: Vorlesungsaufzeichnungen an der Universität
Stuttgart, In Holger Horz, Wolfgang Hürst, Thomas Ottmann, Christoph Rensing und Stephan
Trahasch (Hrsg.), eLectures – Einsatzmöglichkeiten, Herausforderungen und
Forschungsperspektiven (S. 13-18). Workshop im Rahmen der GMW und DeLFI Jahrestagung,
13. September 2005 in Rostock. Online: http://delfi2005.electures.info/eLectures2005.pdf
(10.06.2009)
Computer Lab Management UC Davis: Digital Lecture Recording and Distribution at UC
Davis. Online: http://podcasting.ucdavis.edu/2005-06_DLRP_report.pdf (11.06.2009)
K. M. Cramer, K. R. Collins, D. Snider und G. Fawcett: The virtual lecture hall: utilisation,
effectiveness and student perceptions, British Journal of Educational Technology, Vol 38 No 1,
106–115.
Chee Yam San: NUSCast Survey: Instructor Perspective CDTL, Monograph Series, Issue No.
1. Centre for Development of Teaching and Learning National University of Singapore. Online:
https://team.nus.edu.sg/cdtl/staff/Research/CDTLMSNo_1.pdf (15.06.2009)
J. Day und J. Foley: Evaluating web lectures: a case study from HCI. Conference on Human
Factors in Computing Systems. 195 – 200. Online:
http://portal.acm.org/ft_gateway.cfm?id=1125493&type=pdf&coll=GUIDE&dl=GUIDE&CFI
D=39959099&CFTOKEN=82299715 (10.06.2009)
S. Demetriadis und A. Pombortsis:. e-Lectures for Fle1ible Learning: a Study on their Learning
Efficiency. Educational Technology & Society, 10 (2), 147-157.
H. Witt, K. Nilsson und H. Will: Nutzung und Akzeptanz von „eLectures“ in hoch frequentierten Vorlesungen der Universität Hamburg. Online: http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/einrichtungen/elearning/lecture2go_Evaluation_2008sose.pdf (11.02.2010)
eTeaching Service Center, Technische Universität Kaiserslautern: Evaluation der Nutzung und
Akzeptanz von Vorlesungsaufzeichnungen bei Studierenden am FB Biologie. Online:
http://www.uni-kl.de/wcms/fileadmin/etsc/Evaluation.pdf (15.06.2009)
eTeaching Service Center Universität Karlsruhe: Evaluation der Nutzung und Akzeptanz von
Vorlesungsaufzeichnungen bei Studierenden am FB Biologie. Online: www.aifb.uni-
karlsruhe.de/Lehre/Winter2004-05/Info2/download/NetEval-Informatik-II-WiSe0405-virtuelle-
hoerer.pdf (10.06.2009)
P. J. Giabbanelli: Why having in-person lectures when e-learning and podcasts are available?
Proceedings of the 14th Western Canadian Conference on Computing Education, Technical
Symposium on Computer Science Education, Simon Fraser University, Burnaby B.C., 42-44.
D. Harley, J. Henke, S. Lawrence, F. McMartin, M. Maher, M. Gawlik, und P. Muller: Costs,
Culture, and Comple1ity: An Analysis of Technology Enhancements in a Large Lecture Course
at UC Berkeley, Center for Studies in Higher Education. Online:
http://repositories.cdlib.org/cgi/viewcontent.cgi?article=1003&conte1t=cshe (10.06.2009)
M. Hallermayer, S. Hartinger und S. Schipfel (2009). Gute Einschaltquoten für
Vorlesungsmitschnitt. Evaluation der AV-Mediendienste. w.e.b.Square. 03/2009. URL:
http://websquare.imb-uni-augsburg.de/2009-03/7 (16.06.2009)
C. Hermann, T. Lauer und S. Trahasch: Eine lernerzentrierte Evaluation des Einsatzes von
Vorlesungsaufzeichnungen zur Unterstützung der Präsenzlehre. Tagungsband der 4. e-Learning
Fachtagung Informatik (DeLFI 2006), Darmstadt. Online: http://ad.informatik.uni-
freiburg.de/centrep/data/files/delfi06-eval.pdf (10.06.2009)
W. Hürst, M. Welte und S. Jung: An evaluation of the mobile usage of e-lecture podcasts.
Proceedings of the 4th international conference on mobile technology, applications, and systems
and the 1st international symposium on Computer human interaction in mobile technology. 16-
23.
Insitut für Medizinische Lehre, Universität Bern. Bericht zum Pilotversuch Podcasting im
dritten Studienjahr Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät Bern. Online:
http://www.id.unibe.ch/unibe/verwaltungsdirektion/informatikdienste/content/e5911/e11464/e1
1465/e11528/linkliste11530/Podcast_Bericht.pdf (10.06.2009)
Institut für Wissensmedien/Universität Koblenz-Landau: Evaluationsbericht zu den
Vorlesungsaufzeichungen der Veranstaltung „Fallorientierte Einführung in die BWL“ von PD
Dr. von Kortzfleisch im WS05/06 an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz.
Online: http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/iwm/service/eval/vorlaufzeich
_kortzfleisch_05-06 (10.06.2009)
J. Japes: Einführung in die Erstellung von multimedialen Vorlesungsaufzeichnungen mit dem
Tool Lecturnity an der TU-Darmstadt. Online: www.e-learning.tu-
darmstadt.de/media/elc/lehren/beratung/download/lecturnity_einfuehrung.pdf (10.06.2009)
C. Lane: UW Podcasting: Evaluation of Year One. Online: http://catalyst.washington.edu/
research_development/papers/2006/podcasting_year1.pdf (10.06.2009)
Malcolm Andrew. Student Evaluation of Video Podcats to Augument Live Lectures in
Pharmaceutical Microbiology. Third International Blended Learning Conference “Enhancing
the Student Experience”. University of Hertfordshire. Online: http://www.herts.ac.uk/fms/
documents/teaching-and-learning/blu/conference2008/Malcolm-Andrew-2008.pdf (15.06.2009)
W. A. McKenzie: Where are audio recordings of lectures in the new educational technology
landscape? In Hello! Where are you in the landscape of educational technology? Proceedings
ascilite Melbourne 2008. Online: http://www.ascilite.org.au/conferences/melbourne08/procs/
mckenzie-w.pdf (09.06.2009)
D. McKinney, J. L. Dyck und E. S. Luber: iTunes University and the classroom: Can podcasts
replace Professors? Computers & Education, 52 (3), 617-623
J. E. Stephenson, C. Brown und D. K. Griffin: Electronic delivery of lectures in the university
environment: An empirical comparison of three delivery styles. In Computers & Education,
Vol. 50, No. 3. (April 2008), S. 640-651.
C. Süße und U. Glowalla: Evaluation der E-Lecture “E1perimentalphysik für Human-,
Veterinär- und Zahnmediziner”. Online: www.physik.uni-
giessen.de/dueren/EvaluationElectureDueren.pdf (10.06.2009)
L. Schulze, M. Ketterl, C. Gruber und K.-C. Hamborg: Gibt es mobiles Lernen mit Podcasts? –
Wie Vorlesungsaufzeichnungen genutzt werden. Proceedings DeLFI 2007:5. e-Learning
FachtagungInformatik der Gesellschaft für Informatik e.V. Online:
http://subs.emis.de/LNI/Proceedings/Proceedings111/gi-proc-111-020.pdf (10.06.2009)
T. Traphagan: Class Lecture Webcasting, Fall 2004 and Spring 2005: A Case Study. Program
Evaluation Report. Online: http://www.ute1as.edu/academic/diia/research/reports/
webcasteval_report_fl04-spr05.pdf (10.06.2009)
M. Toro-Troconis et al.: Clinical e-lecture programmes at Imperial College London. The
Academy Subject Centre for Medicine, Dentistry and Veterinary Medicine Newsletter 01, Nr.
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http://www.medev.ac.uk/e1ternal_files/pdfs/01_newsletter/0116_lo_res.pdf (15.06.2009)
J. Williams, J. und F. Michael: Perpetual Connectivity: Lecture Recordings and Portable Media
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Educational Multimedia, Hypermedia and Telecommunications 2007 (S. 3083-3091).
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E. Whitney und M.A. Pessina: Does Availability of Audio Podcasts Enhance the Classroom
E1perience for First Year Dental Students? International Journal of Instructional Technology &
Distance Learning. (8) 5, Online: http://itdl.org/Journal/Aug_08/article03.htm (11.06.2009)
B. Zupancic und H. Horz: Lecture Recording and Its Use in a Traditional University Course.
Proceedings of the 7th annual conference on Innovation and technology in computer science
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Quelle
Rohs, M. & Streule, R. (2009). Untersuchungen zum Einsatz von eLectures an Hochschulen – Sichtung eines Forschungsfeldes. In A. Schwill & N. Apostolopoulos (Hrsg.), Lernen im Digitalen Zeitalter – Workshop-Band DeLFI2009 (S. 189-196). Berlin: Logos Verlag.
'); //-->Banking 2.0 – Lernen mit Social Software
Unter dem Titel “Banking_2.0 -Lernen mit Social Software” haben ich gestern mit Urs Gröhbiel (Hochschule für Wirtschaft, FHNW) und Peter Lautenschlager (Institut für Schweizerisches Bankenwesen, UZH) einen Workshop in Zürich durchgeführt. Dieser Workshop war gleichzeitig das Ende eines Projekt, das ich mit Urs gemeinsam mit einer Schweizer Grossbank begleitet haben.
Im Laufe des Projekt haben wir immer wieder nach anderen Beispielen für den Einsatz von Web 2.0 zum Lernen im Bankenbereich gesucht. Da wir kaum fündig wurden, war es Ziel mit diesem Workshop direkt mit Experten über dieses Thema zu diskutieren (u.a. Antje Stobbe, Deutsche Bank Research; Daniel Stoller-Schai, UBS; Martina Göhring, CentreStage; Jochen Robes, HQ).
Spannend macht das Thema die Situation, dass es einen hohen Druck auf Finanzdienstleister gibt, sich mit dem Web 2.0 auseinanderzusetzen. Auf der einen Seite scheinen Web 2.0-Anwendungen sehr gut geeignet zu sein, die Kommunikation mit den Kunden zu intensivieren und so durch die Bankenkrise verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Auf der anderen Seite gibt es eine Fülle von Web 2.0-Anwendungen im Finance Bereich (siehe hier), die für Kunden interessante Alternativen zu Bankdienstleistungen darstellen. Allgemein scheinen Banken aber nicht das Umfeld zu sein, das für offene Kommunikation a la Web 2.0 geeignet ist. Damit ist ein gewisses Spannungsverhältnis gegeben, in dem sich Befürworter und Gegner gegenüberstehen.
Interessanter Weise beginnt der (legendäre) Artikel “Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration (2006)” von Andrew McAffee mit einem Beispiel aus einer Bank. Banken scheinen also nicht Innovationsscheu gegenüber Web 2.0 zu sein. Es gibt heute ca. 2oo Banken die Twittern und viel Beispiele für Banken die Wikis oder Blogs einsetzen oder in Second Life aktiv sind (siehe hier, hier und hier). Aber kann dies verallgemeinert werden? Leider gibt es nur wenig empirische Studien, die den Einsatz von Web 2.0 bei Banken bzw. im Finanzsektor untersucht haben (Fraunhofer IAO, ibiResearch u.a.). Diese haben dann oft nur einen geringen Stichprobenumfang. Tendenziell ist diesen Studien jedoch zu entnehmen, dass zwar die Potentiale von Web 2.0 im Banken- und Versicherungsbereich sehr hoch eingeschätzt werden, in der Realität aber nur ca. 20-40% der Banken Web 2.0 einsetzen. Insgesamt muss die Branche also als eher zurückhaltend gegenüber Social Software eingestuft werden.
Dokumentiert ist vor allem der Einsatz von Web 2.0 für die interne und externe Kommunikation. Findet man dazu – nach einiger Recherche – noch eine Reihe von Fallbeispiele, sucht man für das Lernen mit Social Software in dieser Branche nahezu vergebens. Zumindest mit einem engen Verständnis von (organisiertem) Lernen. Betrachtet man Kommunikation auch als Bestandteil informellen Lernens, sieht es etwas anders aus. Aber dies ist schon ein der grundlegenden Fragen. Kann man Banking 2.0 als Beschreibung für den Einsatz von Web 2.0 in der Kundenkommunikation mit internem Lernen unter Einsatz von Web 2.0 verbinden oder gar gleichsetzen? Streng genommen handelt es sich dabei sicherlich um zwei unterschiedliche Einsatzszenarien und aus Erfahrung kann selbst innerhalb eines Unternehmens der Einsatz im Marketing sehr gut klappen, während es in der Bildung überhaupt nicht funktioniert. Dabei spielt sicherlich auch die Unternehmens- und Lernkultur eine Rolle, d.h. ob Lernen und Weiterbildung vornehmlich in Kursen und Seminaren stattfindet und die Mitarbeiter das auch so gewohnt sind, oder ob Lernen im oben formulierten Sinne breiter verstanden wird und auch von den Führungskräften unterstützt wird. Dann kann Web 2.0 auch eine Brückenfunktion zwischen Kommunikation- und Bildungsbereich, zwischem formellem und informellem Lernen haben.
Allgemein zeigte sich für mich, dass es eher grundlgende Probleme, wie z.B. die zur Verfügung stehende Zeit ist, die sich hinderlich auf den Einsatz von Web 2.0 im Bankenbereich (aber sicherlich auch darüber hinaus) auswirkt. Breit wurden auch Reputationsrisiken durch die Nutzung von Web 2.0 und die besondere Bedeutung korrekter Informationen genannt. Wie aber von einem Teilnehmer bemerkt wurde, ist es was anderes ob ich Social Software privat oder in einem Unternehmen einsetze. Grundlegende Prinzipien – die Philosophie von Web 2.0 – die im Netz durchaus von Bedeutung ist, kann im Unternehmen nicht gelten. Hier muss sich Web 2.0 an das Unternehmen anpassen. Und das heisst unter Umständen zum Beispiel auch “Organisation”, “Verpflichtende Teilnahme oder Beiträge” und/oder “Redaktionelle Bearbeitung der Beiträge”.
Als Ergebnis des Workshops kann festgehalten werden, dass auch das Gespräch mit den anwesenden ExpertInnen gezeigt hat, dass die Banken noch im “Experimentierstadium” bei der Nutzung von Web 2.0 sind. Das gilt sowohl für den Bereich der Kommunikation und Information, als auch besonders für das Lernen. Aufgrund veränderter Nutzergewohnheiten als auch einer rasanten Entwicklung von Web 2.0-Anwendungen im Finanzbereich ausserhalb von Banken (z.B. P2P-Kreditpalttformen) könnte der Druck zur Veränderung schnell steigen und vielleicht wird in diesem Zusammenhang auch der Einsatz von Social Software zum Lernen breiter diskutiert werden.
Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Sie sollen nach Möglichkeit in eine Publiation unserer Projektergebnisse einfliessen, die dieses Jahr erscheinen soll.
Ergänzung:
'); //-->Video | Verknüpfung von Lehre und Forschung
Endlich ist es nun fertig, unser Video. Schon im Herbst letzten Jahres entstand die Idee dazu, und dann ging es an die Herstellung – für mich ein spannender Prozess, das Entstehen dieser Videos, die man mittlerweile ja aus dem Internet kennt, auch mal selbst zu produzieren. Und ich finde, für einen ersten Aufschlag gar nicht schlecht. Aber um was geht es eigentlich?
Die Verknüpfung von Lehre und Forschung ist für die Universität orientierende Leitidee und umfassende Strategie. Diese realisiert sich durch verschiedene Massnahmen in einzelnen Lehrveranstaltungen, bei der Konzeption von Studienprogrammen oder bei der Lehrstrategie und Lehrentwicklung der Universität insgesamt.
Die Etappen des Forschungsprozesses und die dabei entstehenden Produkte sind zentrale Orientierungspunkte von Lehre und Studium. In der Orientierung der Lehre an der Forschung finden auch universitäre Formen von Leistungsnachweisen oder Formate von Lehrveranstaltungen ihre Begründung. (Quelle)
Hier nun also das Video:
Wir haben dabei auch versucht, in der visuellen Darstellung Lehre und Forschung miteinander zu verbinden, und den Vortrag als verbindendes Element gewählt. Dieser ist sowohl in Lehr- als auch in Forschungssituationen relevant. Viel Spass also beim “Entwickeln” unserer Folien
'); //-->EduCamp HH 2010 | Bildungsforschung 2.0 – Anspruch und Wirklichkeit
Das EduCamp 2010 in Hamburg rückt immer näher. Und wir sind auch dabei – nicht nur passiv, nein auch aktiv. Mit Silvia, Tamara, Tobias und Alex werde ich eine Session anbieten zum Thema Bildungsforschung 2.0 – Anspruch und Wirklichkeit (Tamara hat hier schon davon berichtet). Um was geht es uns eigentlich mit dem Thema, das nur bedingt sexy ist? Wir haben folgende Ausschreibung formuliert:
In diesem Workshop wollen wir Zukunftsszenarien einer innovativen, forschungsorientierten Bildungswissenschaft entwickeln. Dabei fragen wir kritisch: Wodurch zeichnet sich eine Bildungswissenschaft 2.0 aus? Wie können wir praxisrelevante und gleichzeitig wissenschaftlich hochwertige Forschung betreiben? Und: Welche Kompetenzen müssen junge Nachwuchsforscher mitbringen bzw. entwickeln, um eine solche Forschung zu betreiben?
Dabei geht es aber nicht nur um Zukunftsszenarien, sondern auch darum, die jetzige Bildungsforschung zu reflektieren, verschiedene Methoden zu betrachten, zu systematisieren und zu sammeln. Ausgangspunkt für unsere Überlegungen ist dabei folgende Betrachtung:
Unserer Meinung nach lässt sich die Bildungsforschung derzeit grob in zwei “Lager” unterteilen: Auf der einen Seite die empirische Bildungsforschung, die häufig in quasiexperimentellen Designs umgesetzt wird und eher auf Grundlagenforschung ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite eine eher praxologische Bildungsforschung. Hier lassen sich Arbeiten ausmachen, die an der konkreten Gestaltung von Bildungskontexten ansetzen (aktuell häufig zum Einsatz von Web 2.0 in der Bildung). Forschung in diesem Bereich basiert oftmals auf nicht-repräsentativen Umfragen oder Einzelfallberichten und hat meist eher deskriptiven Charakter (z.B. Berichte über Implementationen von Technologien).
Der „Bildungswissenschaftler 2.0“, wie wir ihn derzeit sehen, ist tendenziell bestrebt, innovative Trends aufzunehmen und möglichst schnell in der Bildungspraxis zu erproben. Dies kann dazu führen, dass (technologische) Entwicklungen nur oberflächlich reflektiert und auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Bildungsforschung bezogen werden.
Somit möchten wir am Entwurf einer , innovativen (Bildungs-)Forschung arbeiten, die beiden Ansprüchen − dem einer methodisch etablierten Forschung und dem der Integration innovativer Medien und Methoden in die Bildungspraxis − gerecht werden kann.
Mehr Informationen mit einem ersten Vorschlag für Arbeitsgruppen findet sich hier. Ich bin gespannt, wer sich in Hamburg zu uns gesellt, um weiter an diesem Thema zu denken.
'); //-->Katerstimmung im Web 2.0?
Liegt es an den Neujahrsvorsätzen, am Zeitgeist, oder an meiner Perspektive: ich habe das Gefühl, es ist ganz schöne Katerstimmung im Web 2.0. Die ersten kündigen ihren Web 2.0 Selbstmord mit der Web 2.0 Suicide Maschine an, die Websiten und Berichte von Aussteigern vermehren sich, ich bekomme Mail von Personen, die mir wieder ihre “richtige” Mailadresse ankündigen, da sie demnächst nicht mehr im Web 2.0 verfügbar sind, Videos wie dieses entstehen ebenso wie das Slow-Media Manifest , die ZEIT ruft die Muße wieder ins Bewusstsein- und selbst ich habe meinen Twitter Account und Netnewswire entrümpelt. Was ist los? Haben alle wie ich den Schirrmacher über die Feiertage gelesen? Oder ist der Peak erreicht, und es kann nur noch nach unten gehen?Kommt nach dem Hype nun die Depression? Nachdem einige Studien bescheinigt haben, dass die aktive Beteiligung im Web 2.0 doch eher die Minderheit ist – löschen jetzt alle passiven ihren Account? Mitnichten, denn was ich bisher mitkriege, sind es durchaus Leute, die vorher sehr aktiv waren. Ist Web 2.0 nun als gescheiterter Versuch anzusehen, partizipativ Dinge zu gestalten?
Fakt ist: Web 2.0 bedeutet Vernetzung, Beschleunigung und Informationsvielfalt. Eigentlich ist es doch ganz klar: viele Personen können nun schnell und ohne Aufwand Websiten, Blogs, YouTube Videos oder Podcasts erstellen, also steigt auch die Anzahl der Produkte – die Informationsvielfalt oder auch die Informationsflut sind eigentlich normale Randerscheinungen des Phänomens. Und damit wächst auch das Problem der Beurteilung der Information, was unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Doch das Phänomen ist nicht neu (auch für mich nicht). Ich habe mal kurz recherchiert, wann ich hier schon einmal, wenn auch mit unterschiedlichen Konnotationen das Thema behandelt habe:
- am 18.01.2007 war ich im Weblog-Stress
- am 14.06.2007 schrieb ich unter dem Titel digitale Demenz über das Auslagern von Denkleistungen an den Computer
- am 23.8.2007 beschäftigte mit das Thema Ununterbrochen unterbrochen
Nun also wieder: alle stöhnen unter der Informationsflut und die Zeit, die das Web 2.0 ihnen klaut (wenn man mal so nachliest, was als Begründung für den Ausstieg angegeben wird). Gibt es nun also wirklich ein neuer Stress, was vorher der Stress durch Weblogs war, ist nun Stress, ausgelöst durch Facebook und Twitter? Oder betrifft es doch ein grundlegendes Problem?
Nun glaube ich nicht, dass alle plötzlich den Schirrmacher gelesen haben, aber ich denke, das Web 2.0 entwächst seinen Kinderschuhen. War es gestern und heute noch hype und modern, einen Account auf Facebook, Twitter oder sonst wo zu haben, möglichst viel zu bloggen oder möglichst viele RSS Abonements zu haben, fangen nun viele Menschen an, ihren Alltag mit Web 2.0 Medien zu reflektieren, vielleicht weil sie auch merken, dass sie weniger Zeit haben, Dinge nicht fertig tun können und eigentlich immer auf der Suche nach neuer Information sind. Ich muss Schirrmacher zustimmen, es ist ein Leben auf Abruf nach der neuesten, wichtigsten Information, sei es aus dem privaten Netzwerk, sei es aus dem beruflichen Umfeld – besonders an Universitäten, wo die erste Idee eigentlich immer noch zählt. Auch wenn es bei Schirrmacher an manchen Dingen auch mir zuviel wurde, was ich schätze, sind drei Sachen:
Zum einen sein Hinweis darauf, was wir eigentlich schon an routinierten Verhaltensweisen im Netz übernommen haben, ohne gross darüber nachzudenken und die Konsequenzen abzuschätzen. Wie viele Skripts wir eigentlich auch online entwickelt haben, die uns scheinbar unbewusst lenken. Zum Zweiten die Darstellung der engen Verknüpfung und Verkettung der Maschinen und der Realität und die Frage des freien Willens – ein Thema, das mich immer mehr fasziniert. Ich habe ja schon Latour an dieser Stelle sehr spannend gefunden (siehe Blogbeitrag), und auch bei Schirrmacher erfährt man spannende Details.
Und zum Schluss seine Einschätzung, dass wir nicht mehr zurück können. Was bringt es, Dienste im Web 2.0 zu kündigen oder Mails nicht mehr zu lesen? Die Medien sind nunmal da und verfügbar, und oft leisten sie ja auch gute Dienste. Es ist wie mit jedem Medium: der Benefit hängt von der Nutzung ab. Und genau diese Nutzung und Kompetenz gilt es, zu erlangen, oder uns wieder darauf zu besinnen. Und von daher finde ich es sehr gelungen, dass Schirrmacher sein Buch mit dem Kapitel “Die Zukunft der Bildung” abschliesst. Hier entwickelt er einige Gedanken, wie sich das Bildungssystem ändern muss, um mit der jetzigen Informationstechnologie Schritt zu halten: zuerst einmal ein anderes Lehren und Lernen, weg von Informationsvermittlung, hin zu Sinn und vor allem dem Lernen von Unsicherheiten und Heuristiken. Computer sind nicht mehr nur Maschinen wie Fernseher, sondern beherbergen eine Informationswelt, die sehr reale Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt hat. Lernen muss mit Bedeutung versehen werden, an Vorwissen angeknüpft werden, usw. – für Pädagogen und Didaktiker keine neuen Erkenntnisse.
“Schulen müssen Computer als Instrumente integrieren, die Schüler nicht nur benutzen, sondern über die sie nachdenken müssen. Sie müssen erkennen lernen, dass die verführerische Sprache der Algorithmen nur Instrmente sind, dafür da, um Menschen Denken und Kreativität zu ermöglichen” (S. 218)
Und hier komm ich nochmals auf die Eingangsbeobachtung zurück: vielleicht haben wir auch bisher die Technologien eher genutzt, als darüber nachgedacht. Und vielleicht ist die Katerstimmung nur ein Ausdruck des Nachdenkens und der Reflexion des Web 2.0 – und zu welcher Antwort man für sich selber kommt, das bleibt jedem selbst überlassen. Für mich jedenfalls gilt: Informationen ausgedünnt, den eigenen Informationsumgang nochmals reflektiert komme ich zu dem Ergebnis: ich steige nicht aus, aus dem Web 2.0, aber versuche, Tools reflektierter zu nutzen, denn Quantität bedeutet nicht automatisch Qualität .
'); //-->Timeline of Education 1657-2045
Spannende Zusammenstellung mit Blick in die Zukunft – genau das richtige für den ersten Blogpost 2010
Mehr Informationen und ein ausführliches Glossar findet man hier
'); //-->Frohes Fest und guten Rutsch
Unseren LeserInnen, FreundInnen und KollegInnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Mandy Schiefner & Matthias Rohs
'); //-->Banking 2.0 – Lernen mit Social Software
“Alle reden von Web 2.0 – aber keiner macht’s!” – Könnte man provokativ die Realität zum Einsatz von Social Software in Unternehmen beschreiben. Zwar nimmt die Anzahl der Unternehmen zu, die sich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen, doch Vorbehalte und Zurückhaltung sind weit verbreitet, wie auch eine Studie von ibi Research zum Einsatz von Web 2.0 bei Finanzdienstleistern zeigt.
Im Bankenbereich scheinen die Konfliktlinien zwischen Befürwortern und Gegnern besonders deutlich zu sein. Auf der einen Seite bieten Social Networks, Blogs und ähnliches die Möglichkeit intensiver mit dem Kunden in Verbindung zu treten und durch die Bankenkrise verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen. Auf der anderen Seite ist gerade für Banken das Risiko hoch, dass durch unbedarften Umgang mit Informationen Vertrauen und Seriösität leiden.
Social Software und Web 2.0 wird im Kontext von Banken und Versicherungen vor allem im Rahmen der Kundenkommunikation behandelt. Dies wird auch deutlich, wenn man sich den interessanten Blog von Centerstage http://www.bank-zweinull.de/ (und Boris Janek, danke für den Kommentar) anschaut. Der Einsatz in der Aus- und Weiterbildung wird hingegen wenig öffentlich thematisiert. Das Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz hat in den letzten eineinhalb Jahren den Einsatz von ePortfolios und Wikis im Weiterbildungsbereich einer Bank begleitet. Um in einen Erfahrungsaustausch zu treten, veranstaltet die Hochschule für Wirtschaft nun gemeinsam mit dem Institut für schweizerisches Bankenwesen der Universität Zürich einen Workshop zum Thema “Banking 2.0 – Lernen mit Social Software”.
Termin: 1. Februar
Ort: Weiterbildungszentrum Universität Zürich
Kosten: 350 CHF
Anmeldung: iwi.wirtschaft@fhnw.ch (Teilnehmerzahl ist begrenzt)
Weitere Informationen zum Programm im Einladungsflyer
'); //-->Werkstattbericht – Forschungswerkstatt Empirische Bildungsforschung
Gestern und vorgestern war ich zu Gast bei der Forschungswerkstatt von Peter Baumgartner in Wien. Thema der zweiten Forschungswerkstatt war “Empirische Zugänge in der Bildungsforschung” und wurde organsisiert von Peter Baumgartner und Gabi Reinmann. Leider wurde Gabi krank und konnte nicht dabei sein (an dieser Stelle nochmals gute Besserung). Getroffen hat sich wie in der Vorstellung bereits treffend gesagt wurde der “Augsburger Clan” mit der “Kremser Gang” . Und ich muss sagen, die Clans haben sich gut gemischt und es entstand eine richtige Werkstattatmosphäre – wir haben wirklich alle zusammen an einem Thema intensiv gearbeitet. Doch dazu später mehr. Erst einmal zum Inhalt: Ziel war es
Ziel der Veranstaltung ist es, dass sich die Teilnehmer/innen mit dem komplexen Thema der Bildungsforschung auf der wissenschaftstheoretischen und methodologischen Ebene auseinandersetzen und der Frage nachgehen, welche wissenschaftlichen Forschungssettings und -methoden, aber auch Ziele speziell für die interdisziplinär ausgerichtete E-Learning-Forschung sowohl adäquat als auch zukunftsweisend sind.
Dies war das Ziel, jedoch haben wir (noch) nicht auf allen Ebenen erreicht. Am Freitag haben wir uns sehr intensiv vor allem mit Forschungsmethoden und -designs auseinandergesetzt. Gerade dieser Zusammenhang bzw. korrekterweise dieser Unterschied zwischen Design und Methode wurde mir und anderen im Rahmen der Diskussion erst klar, denn es ist nicht die Frage der Methode, sondern das Forschungsdesign, das bei der Fokussierung auf quasiexperimentelle Forschung in der Bildungsforschung im Moment problematisch ist. Spannend war der Gedanke, den Klaus in die Diskussion geworfen hat, indem er auf die Entwicklung der modernen Physik nachzeichnete: von den Experimenten kam dann nach und nach die theoretische Physik durch. Gibt es hier evtl. Parallelen zur Bildungsforschung? Unserer Gruppe gelang es eine Landkarte von Forschungsmethoden zu zeichnen, auch wenn wir immer wieder feststellen, dass vieles noch nicht ganz trennscharf ist und war. Hier dennoch zur Diskussion hier unsere Karte:
Was uns auffiel: Empirische Bildungsforschung im Forschungsdesign benötigt auch als Ziel so etwas wie eine Innovations- und Entwicklungsforschung – verbunden mit der Frage, welche Methoden benutzt werden. Am zweiten Tag kamen wir an einigen Stellen darauf wieder zurück.
Somit haben wir am ersten Tag uns vor allem daran orientiert und diskutiert – und um die Frage, was eigentlich im Studium vermittelt wird: über mangelnde Vermittlung von wiss. Schreiben und der Fokussierung auf Lehren und Lernen von Anwendung von Methoden (statt Untersuchungsdesigns). Doch das waren nur Randdiskussionen.
Am zweiten Tag wurde es dann praktischer: wir haben in Gruppen verschiedene Designs für eine Netbook-Studie entwickelt. Und wie Peter Baumgartner so schön anmerkte: “Gar nicht so einfach: Untersuchungdesigns zu entwickeln, die nicht auf Vergleichsforschungen rekurrieren” – immer wieder kamen wir auch auf vergleichende Fragestellungen. Dennoch entwickelte unsere Gruppe eine spannende Methode, mit twitter Daten zum Lifestyle der Jugendlichen zu erhalten. Alle Gruppen haben spannende Designs entworfen, die nun noch dokumentiert werden. Auffallend war aber: Unsere Beispiele integrieren alle irgendwie Formen von Cultural Studies – vielleicht ein neuer Trend in der Bildungsforschung?
Ein Fazit fällt mir nun gar nicht so einfach: Zum einen haben wir es wir es leider nicht mehr geschafft, vom Beispiel zu abstrahieren und auf einer anderen Ebene auch die Fragen und Ergebnisse einzuordnen. Weiterhin gefehlt hat mir vor allem auch die wissenschaftstheoretische, methodologische Ebene – dies wurde leider nur am Rand thematisiert – und ich merkte für mich, da hätte ich gerne mit der Gruppe weiterdiskutiert. Zum anderen sind wir inhaltlich nicht so weit gekommen, wie ich es mir erhofft habe: Was sind denn nun genau Besonderheiten von Forschungsmethoden und -designs bzw. Empirie im Bereich der emp. Bildungsforschung? So heisst es nun für jeden einzelnen Teilnehmer: dranbleiben und weiter arbeiten.
Aber es war auf jeden Fall sehr spannend, mit so viel unterschiedlichen Personen an einem Thema wieder einmal vertiefend zu diskutieren und somit unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema zu erhalten. Ich war auf jeden Fall sehr froh, nach Wien gereist zu sein. Herzlichen Dank auch nochmals an alle Organisatoren und Teilnehmenden.
'); //-->E-Portfolios: Stärkung des Prozesses
Letzte Woche hat in Hamburg die Campus Innovation stattgefunden, diesmal mit dem Schwerpunkt E-Portfolios. An zahlreichen Stellen ist schon berichtet worden. Ich konnte leider nicht anwesend sein und habe die Diskussion nur über twitter und die Blogberichterstattung verfolgt. Dabei möchte ich zwei Artikel rausgreifen, die mich zum Denken angeregt haben und gut mit unseren Erfahrungen an der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik zu verknüpft sind: zum einen der Artikel von Gabi und Silvia zum anderen den von Frank. Er schreibt in seinem Weblog:
Was IST also ein Portfolio? Sicherlich nicht das Erscheinungsbild (Gesicht) z.B. Präsentations-, Showcase etc. Portfolio, sicherlich nicht die Technologie wordpress, Mahara oder drupalEd. Sondern? Ehe man hier wieder in eine allgemeine Beschreibung der Methode (sammeln, reflektieren, selektieren, präsentieren) oder auch Taxonomie abdriftet, fände ich es zur Erdung und Klärung der Diskussion gut, wenn wir in Zukunft von „dicht beschrieben Beispielen“ hören können (von der Perspektive wie bei Joachim Robes), die in der Praxis einen darstellbaren Mehrwert erzeugen. Das hätte den Vorteil, dass wir weniger über theoretische “Rahmungen”, Kooperationspartner und Didaktik-Wünschen hören würden (Redundanzen), sondern mehr in die konkreten Erfahrungen und Interaktionen „vor Ort“ eintauchen könnten, die … einen UNTERSCHIED machen! Also Beispiele und diese dann mit der Lupe und in „slow motion“ betrachten. Ich bin der festen Überzeugung, dass genau diese Hinwendung zu Beispielen (Empirie) und damit zu k o n k r e t e n didaktischen Anforderungen in der Domäne x,y,z die theoretische Diskussion stimulieren und die verwendeten Begriffe mit Inhalt füllen würde. Am Ende darf es jedenfalls nicht passieren, dass jemand berechtigter Weise fragt: Was ist ein Portfolio? … und alle im Raum zwar hundert Rahmungen, aber kein Bild im Kopf haben. (Frank Vohle, E-Portfolio … der wunde Punkt)
Nun es sicherlich fraglich, ob die Praxis diese Aufgabe überhaupt leisten kann oder ob man hier nicht ein nebeneinander von Theorie und Praxis benötigt. Für mich ist jedoch die Grundfrage, die Frage nach dem Wesen des Portfolios eine zentrale. Dies ist aber aus unserer bisherigen Erfahrung nicht so einfach. Aber zuerst eine kurze Erklärung unseres Hintergrunds:
Eines unserer hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogramme wird mit der Erstellung eines Lehrportfolio abgeschlossen. Haben die Dozierenden dies bisher immer als dicken Ordner angelegt, haben wir nun dieses Jahr die ersten Erfahrungen mit E-Portfolios gemacht … und es hat uns an vielen Stellen zum Denken gegeben, unter anderem auch die Frage, was das Portfolio denn nun genau ist (bis hin zur Frage, wie sich eine «Bewertung» mit der elektronischen Variante verändert).
Wir haben gemerkt, dass der Begriff des Portfolios, vor allem für die elektronische Variante, nicht sehr passend ist, suggeriert er doch eine irgendwie geartete Mappe. Doch um die Mappe geht es aus unserer Erfahrung nur sehr sekundär, vor allem, wenn man am Schluss im virtuellen Raum gar keine Mappe mehr hat. Das eigentlich wichtige ist der Prozess des Sammelns und Reflektierens – und es ist eigentlich egal, ob am Schluss ein Showcase-, Bewertungs- oder was auch immer für ein Portfolio generiert wird. Hier finde ich die Software-Überlegung im Hintergrund noch eine einsichtige Parallele: Man kann (z.B. mit Mahara) aus seinen bisher gesammelten Artefakten dann unterschiedliche Ansichten generieren … und genau darauf kommt es meiner Meinung nach an. Wir sollten den Blick ein Stück weit weg vom Produkt hin auf den Prozess lenken. Dies ist natürlich schwierig, da der Prozess a) etwas kontinuierliches ist, der nicht auf ein Seminar oder eine Lehrveranstaltung begrenzt ist und b) wenig sichtbar ist. Aber genau hier liegen aus unseren Erfahrungen die Potenziale – zumindest für unseren Bereich der Teaching-ePortfolios.
Betrachtet man Portfolios als Prozess (sicherlich keine neue Forderung), dann stellt sich die Anforderungen, diesen Prozess sozusagen zum Alltag werden zu lassen und in unserem Fall Dozierende schon von Anfang an mit dem Prozess vertraut zu machen, so dass es zu einem Sammeln und Reflektieren über die gesamte Zeit kommt (und nicht auf ein Seminar oder ähnliches beschränkt bleibt). Und hier kommen die Probleme ins Spiel, die Gabi in ihrem Artikel angerissen hat: over-scripting, over-action and over-reflection. Hier erscheint uns die einzige Möglichkeit, die Autonomie der Dozierenden zu stärken: es ist (zumindest uns) egal, wann sie was wie mit welcher Absicht sammeln. Wir schreiben Ihnen ja auch nicht vor, welche Gedanken uns Textstellen sie wie für ihre Forschung dokumentieren und reflektieren. Diese Analogie zur Forschung, allerdings unter einer anderen Konnotation wie Gabi sie verwendet, war in unserer bisherigen Arbeit hilfreich.
Wie und wo Forschende ihre Gedanken ordnen, ob sie einen Zettelkasten oder citavi oder sonst ein Produkt nutzen. Jedoch ist beim Forschen diese Denkleistung und die Hintergrundarbeit (zumindest für die Geistes- und Sozialwissenschaften) eine Hauptaufgabe, in die man früh schon sozialisiert wird. Ob dieses Gedankenkonstrukt dann als Artikel oder Präsentation veröffentlicht wird, ist erst einmal (zumindest auf den Prozess gesehen) nebensächlich. Ich bin mir im Klaren, dass dieser Vergleich an einigen Stellen hinkt, aber für uns macht er nochmals deutlich, an welchen Stellen gerade im Lehrbereich bisher Unterschiede gemacht werden.
Dieses Bild ist natürlich nur in unserem sehr eingeschränkter Blick auf E-Portfolios brauchbar: bei uns geht es nicht im klassischen Sinne um Assessment von Leistungen (wie im Artikel von Gabi), sondern um die Unterstützung der Dozierenden in Lehr-Lernfragen und die Reflexion über Lehre. Insofern sind auch andere “Ziele” mit dem Prozess verbunden. Dennoch ist für mich auch die Frage, ob man das Assessment nicht ein wenig mehr in die Eigenverantwortung der Studierenden legen könnte (analog zu den eigentlich 1970 formulierten und heute immer noch revolutionär anmutenden Vorschläge der Bundesassistentenkonferenz).
Ich bin mir klar, dass ich mit diesem Beitrag eventuell auch mehr Fragen generiert als beantwortet habe, aber es ist für uns in diesem Projekt auch noch vieles offen, es bleibt also weiter spannend
'); //-->Vorschau Learntec 2010
Vor ca. einem halben Jahr wurde ich gefragt, ob ich auf der kommenden Learntec im Rahmen des Bildungsforums die Session Berufliche Bildung und Berufsausbildung moderieren möchte. Ich habe dieses Angebot gerne angenommen … und dann kamen die Fragen. Das Thema ist an sich so gross, dass es schon allein aufgrund der Fülle möglicher Projekte und Referenten schwierig ist etwas auszuwählen. Auf der anderen Seite gibt es ein paar Hypes, wie z.B. Twitter, die schon von den Kolleg/innen thematisiert werden. Was also tun? Ich habe mich entschieden, ein spezielles aber praktisch doch sehr relevantes Thema zu diskutieren: Arbeitsprozessorientiertes E-Learning in der Berufsausbildung.
Im Vergleich zur Weiterbildung scheint mir die Berufsausbildung im E-Learning doch sehr vernachlässigt, was zumindest die öffentliche Aufmerksamkeit anbelangt. Dies verwundert mich ein wenig, da doch gerade in der Ausbildung die jungen Menschen sitzen, denen grosse Affinität zur Computernutzung nachgesagt wird. Vielleicht liegt es daran, dass der Bereich der Ausbildung nicht so attraktiv ist, wie der der Weiterbildung (zumindest finanziell). Vielleicht gibt es aber auch noch andere Gründe, über die ich hier aber nicht weiter spekulieren möchte.
Aber nicht allein aus dem Grund der gering(er)en Aufmerksamkeit und der eventuell vorhandenen Potentiale für E-Learning in der Ausbildung habe ich diesen Bereich fokussiert, sondern auch weil die vielbeschworene Notwendigkeit der Verbindung von Aus- und Weiterbildung genau hier anfängt. Denn nicht nur das Arbeiten, sondern auch das Lernen wird in der Ausbildung trainiert. Wenn wir davon ausgehen, dass die Ausbildung nur der Beginn permanenter Weiterbildung ist, müssen genau hier die Grundlagen für dieses Weiterlernen gelegt werden. Und dies betrifft auch den (effizienten) Umgang mit den Möglichkeiten des E-Learning.
Weiterbildung heisst aber mehr und mehr Lernen im Arbeitsprozess. Sei es aufgrund der hohen Dynamik des berufsrelevanten Wissens oder aus lerntheoretischen Gründen. Dabei geht es nicht um einen allgemeinen Paradigmenwechsel, sondern um eine kontext- und zielspezifische Verbindung formell-organisierten und informell-erfahrungsorientierten Lernens.
Und gerade dies ist für die Ausbildung elementar: Die Verbindung theoretisch erworbenden Wissens in der Berufsschule und die Anwendung dieses Wissens in der Berufspraxis. Anhand mehrerer Beispiele zum arbeitsprozessorientieren E-Learning in der beruflichen Ausbildung soll daher die Brücke zur Weiterbildung geschlagen werden. Dafür habe ich eine – wie ich finde – interessante Mischung von Referent/innen gewinnen können. Gemeinsam möchten wir beleuchten, was in der Praxis sehr gut funktioniert, wo aber auch die Grenzen des E-Learning im Arbeitsprozess sind.
PROGRAMM (online)
Bildungsforum, 4.02.2010, 10-12 Uhr
E-Learning im Arbeitsprozess: Was geht – was geht nicht?
Dr. Daniel Stoller-Schai, UBS, Zürich
Kompetenzwerkst@tt Elektrohandwerk – Arbeitsprozessorientierte Lernsoftware für die Ausbildung zum Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik
Prof. Dr. Sönke Knutzen, Technische Universität Hamburg-Harburg / Prof. Dr. Falk Howe, Institut für Technik und Bildung, Universität Bremen
Selbstorganisiertes Lernen in der Ausbildung mit Web 2.0
Petra Krüger, Deutsche Telekom, Berlin
Theorie-Praxis-Kopplung mit neuen Medien
Markus Schäfer, Berufskolleg des Märkischen Kreises, Iserlohn
Was ich noch zu sagen hätte ….
Heute abend lief bei uns das Video der Abschiedsvorlesung von Friedemann Schulz von Thun, das das E-Learning Büro der Universität Hamburg zur Verfügung stellt (und auf das Ralf Appelt aufmerksam machte). Wenn man also wissen möchte, wie aus einem kleinen, zweifeldnen Studenten ein Professor wird, dem sei das Video empfohlen – und ganz nebenbei ist es nochmals eine schöne Zusammenfassung seiner Kommunikationspsychologie – auf sehr unterhaltsame Weise.
So wünscht man sich Vorlesungen an Universitäten
'); //-->Videos | New Media Literacies
Nach den letzten Tagungen und den vielen on- und offline Diskussionen möchte ich hier nun vermehrt auch das Thema Medienkompetenz aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Anfangen möchte ich mit zwei Videos, die das Konzept «New Media Literacies 2008» von Henry Jenkins näher beleuchten. Unter dem Stichwort “What Should We Teach? Rethinking Literacy” definiert Jenkins 11 Kernkompetenzen, die vor allem für die Partiziation in digitalen Medienwelten zentral sind – im folgenden Video vorgetragen von Nutzerinnen und Nutzern:
We have also identified a set of core social skills and cultural competencies that young people
should acquire if they are to be full,active,creative,and ethical participants in this emerging
participatory culture:
Play— the capacity to experiment with your surroundings as a form of problem-solving
Performance— the ability to adopt alternative identities for the purpose of improvisation
and discovery
Simulation— the ability to interpret and construct dynamic models of real world
processes
Appropriation— the ability to meaningfully sample and remix media content
Multitasking— the ability to scan one’s environment and shift focus as needed to salient
details.
Distributed Cognition— the ability to interact meaningfully with tools that expand
mental capacities
Collective Intelligence— the ability to pool knowledge and compare notes with others
toward a common goal
Judgment— the ability to evaluate the reliability and credibility of different information
sources
Transmedia Navigation— the ability to follow the flow of stories and information
across multiple modalities
Networking— the ability to search for, synthesize, and disseminate information
Negotiation— the ability to travel across diverse communities,discerning and respecting
multiple perspectives,and grasping and following alternative norms. (Quelle, S. 56)
Solche Aufzählungen von medienkompetenten Verhaltensweisen gibt es auch unter dem Stichwort 21th century skills einige, sowohl im englisch- als auch im deutschsprachigen Bereich. Auch der Bereich des critical thinking wartet mit allerlei Kompetenz-Listen auf, über die kritische Denker verfügen sollen. Auffallend bei allen Auflistungen ist, dass viele dieser Kompetenzen zum einen durch technische Entwicklungen, zum anderen durch normative Vorstellungen begründet und geprägt werden.
Hier gibt es noch ein Interview mit Henry Jenkins.
Herbsttagung Medienpädaogik (DGFE): Mein Beitrag
Wie ich schon im letzten Beitrag angekündigt habe, folgt hier eine kurze Reflexion meines Beitrags “Verankerung kritischer Medienkompetenz in der Lehrerbildung” im Rahmen der Herbsttagung Medienpädagogik. Für mich war diese Tagung insofern etwas besonderes, da ich mich hier zum ersten Mal mit meinem Dissertationsprojekt zur Diskussion gestellt habe. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt, wenn auch eher auf einem zweiten Blick.
Vorgestellt habe ich die Ergebnisse meiner explorativen Studie zur Verankerung kritischer Medienkompetenz im Lehramtsstudium (Abstract). Diese Studie, bestehend aus einer Befragung von Referendarinnen und Referendare und einer Analyse von Dokumenten der Lehrerbildung, ist für mich ein erster Einstieg in das Themengebiet; die Ergebnisse helfen mir, das Feld nun zu vertiefen.
Obwohl ich behaupten kann, ein „alter Hase“ mit Vorträgen zu sein, war die Anspannung vor dieser Tagung extrem. Lag es an den Personen, die anwesend waren oder daran, dass das Thema mir so wichtig ist? Es war sicherlich ein Konglomerat aus vielem. Aber nun ist es vorbei und es ist Bilanz zu ziehen.
Kritischen Medienkompetenz und Reflexion in und über Medien ist immer noch ein wichtiges Thema, das wurde auch wieder an der Konferenz klar. Zum Teil implizit, aber auch die Gespräche mit anderen zeigten mir, dass das Thema virulent ist, aber oft “umschifft” wird. Dabei ist eine genaue Fassung des Begriffs immer noch sehr schwierig, wie ich es auch in meiner Arbeit darstelle.
Die Ergebnisse aus der Befragung und die Dokumentenanalyse wurden im Anschluss an meinen Vortrag dabei nicht so sehr inhaltlich, sondern methodisch diskutiert. Rückmeldungen waren, dass es nicht möglich sei, kritische Medienkompetenz in Studienplänen zu finden, die Ergebnisse nicht generalisierbar sind und ein Vergleich bzw. eine Einordnung der Daten noch schwierig sei. Dem stimme ich zu, wobei ich sagen muss, dass z.B. eine „Repräsentativität“ von mir im Rahmen dieser ersten explorativen Erhebung gar nicht intendiert war: Ziel war es, ein erstes „Gefühl“ für das Konzept zu erhalten (auch wenn das im ersten Moment nicht unbedingt nach harter Wissenschaft klingt). Ein Vergleich der Daten ist schwierig, vor allem zwischen den Dokumenten der einzelnen Hochschulen, da die Datenlage nicht in allen Hochschulen identisch ist: zu sehr war ich auf die Zusammenarbeit mit den einzelnen Hochschulen angewiesen, die in einigen Fällen sehr gut, in anderen eher weniger optimal war.
Die Ergebnisse dienen jetzt als Grundlage, um detaillierter in das Feld der Verankerung kritischer Medienkompetenz einzusteigen. Und dies geht nicht, ohne das Individuum auch in den Blick zu nehmen, weswegen nun Experteninterviews geplant sind, um der Verankerung näher auf die Spur zu kommen. Denn die Frage ist für mich nicht, wie kritische Medienkompetenz konkret gefördert ist (dies kan auf so unterschiedliche Arten implizit und explizit geschehen, dass dies eine eigene Arbeit wäre), sondern an welchen Stellen diese Art von Kompetenz zumindest einmal verankert ist. Wo sind Reflexionsphasen mit Medien direkt implementiert, um dann in einem zweiten Schritt vielleicht handlungsleitend zu werden? Dabei ist zeitgleich nun die Frage zu klären, ob Reflexionsfähigkeit eigentlich verankert werden kann und wie stark die Rolle der Lehrperson ist. Ich beziehe mich also vor allem auf eine strukturelle Ebene, nicht so sehr auf die individuelle Ebene der Vermittlung. Gezeigt hat sich nämlich bisher, dass kritische Medienkompetenz vor allem in übergeordneten Dokumenten mit Zielcharakter vorkommt, in den einzelnen Vorlesungsverzeichnissen aber kaum handlungsleitend umgesetzt werden.
Rückblickend kann ich sagen, dass es sich durchaus lohnt, eine Dissertation auch dann in der Community zur Diskussion zu stellen, die noch nicht zuende ist. Die abgeschlossene explorative Studie erschien mir sehr passend, eine Zäsur zu machen und Rückmeldungen einzuholen. Man macht sich zu einem gewissen Grad aufgrund der “noch nicht fertigen” Arbeit zwar angreifbar(er), aber Wissenschaft besteht für mich gerade in dem Diskurs – und die Vorstellung letzten Freitag hat für mich nochmals einige Denk- und Reflexionsfenster geöffnet, so dass es nun weiter gehen kann. Nach der Konferenz ist vor der Konferenz
'); //-->Herbsttagung Kommission Medienpädagogik (DGfE)
Diese Woche war ich in Dortmund auf der Herbsttagung der Kommission Medienpädagogik der DGfE. Thema der Tagung lautete “Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung: Bildungs- und Lernprozesse mit (digitalen) Medien in der Schule und medienpädagogische Professionalisierung”. Sehr gespannt bin ich nach Dortmund gereist, war ich doch bisher noch nie auf einer Tagung dieser Kommission, deren Arbeit ich bisher dennoch intensiv verfolgt habe.
Nach einer turbulenten Anreise habe ich es doch noch geschafft, das Doktorandenforum zu besuchen, was sich im Rahmen von Vernetzung sehr gelohnt hat. Dazu gibt es an späterer Stelle mehr Informationen. Was mir inhaltlich auffiel, war die grosse Bedeutung, die das Konzept des medialen Habitus in der Arbeit der meisten Doktoranden einnimmt. Hier wird es in nächster Zeit einige spannende Arbeiten geben, die sich näher mit dem medialen Habitus von Lehrenden auseinandersetzen.
Dann begann die Tagung mit vielen Beiträgen, so dass ich hier nur auf eine Auswahl eingehen kann:
Den Beitrag von Joke Voogt (Universität Twente, Niederlande) Are teachers ready to teach in the information society? – An international perspective (Abstract) kann man eigentlich mit drei Schlagworten zusammenfassen: skill, will and access. Wie sich aufgrund der Auswertungen der SITES Studien zeigte, liegt es genau daran: “Enhancing an educator’s will, skill and access to technolgy tools will in turn lead to higher stages of classroom technology integration”. Sie stellte weiterhin das Konzept der Teacher Leaders vor, von denen der Medieneinsatz abhängt (was nicht immer die gleiche Person wie der oder die ICT-Verantwortliche sein muss).
Mehr Informationen auch über weitere Ergebnisse finden sich im International Handbook of Information Technology in Primary and Secondary Education.
Danach hielt Margaret Cox vom King’s College London, UK unter dem Titel Researching IT in education (Abstract) einen spannenden Vortrag, in dem sie vor allem auf die Entwicklung der ICT-Forschung einging (wie schon an der GMW auch hier ein Beitrag, der auch ein wenig die Historie aufgezeigt hat). Spannend war vor allem ihr Statement, dass man in England weg kommt von der individuellen Nutzung des Computers im Klassenraum, hin zu einer gemeinsamen Nutzung (z.B. mit SmartBoards). Gefallen hat mir, dass sie aber auch die Finger auf die Wunden gelegt hat und einige Studien kritisch reflektierte, so z.B. die Untersuchung über “Web 2.0 Technologies for learning at key stages 3 and 4 in and out schools” http://www.lsri.nottingham.ac.uk/web2.0/ in der die zeitliche Einordnung der Aktivitäten vergessen wurde.
In einem Video wies sie nochmals auf die Medienwelten Jugendlicher hin, die sich mit Medien ändern (1. Beitrag):
Renate Schulz-Zander, IFS, TU Dortmund sprach über Bildungs- und Lernprozesse mit digitalen Medien in der Schule und berichtete über einige spannende Ergebnisse aus ihren Projekten, z.B. Lehrerkooperation mit Medien. Auch hier zeigen sich bisher eher traditionelle Konzepte: häufig gibt es einen Austausch von Materialien und Information, selten gibt es kollaboratives Arbeiten, Ko-Konstruktion von pädagogischem und didaktischem Wissen oder professionelle Lerngemeinschaften. Zusammenfassend kann man sagen, dass es durch Medien keine grundlegende Veränderung der Kooperation gibt, aber digitale Medien bestehende Kooperationen vertiefen und die Kommunikation erleichtern.
Sehr spannend (auch für meinen Vortrag) war der Beitrag von Heinz Moser, PH Zürich zum Thema Bildungsstandards. Er ordnete kurz das Thema Bildungsstandards ein und bezog es dann auf Standards in der Medienbildung.
Er nannte folgende Gründe für Standards
- fächerübergreifender Ansatz (statt der Abhängigkeit von individuellen Interessen der Lehrpersonen erfolgt systematischer kompetenzorientierter Aufbau von Fähigkeiten, Grundwissen als Voraussetzung für Medienanwendung)
- Kompetenzorientierung Kompetenzen sind zentral
- Bildungspolitische Trend (Entwicklung von Standards in Kernfächern, Medienkompetenz als Schlüsselkompetenz), Harmonisierung des Bildungswesens -> Anspruch für besser Verankerung im Bildungswesen, Anerkennung als zentraler Bildungsgegenstand, …)
Dennoch thematisierte er auch Probleme bei Bildungsstandards, so z.B. das Deduktionsproblem hinter dem Konzept der Bildungsstandards, die Normativität oder Gefahr von Standards als primäre Lernziele (Bildungsstandards – Lehrpläne) mit dem Hinweis auf Amerika, wo ein Trend zum Teaching to the Test und zur Verschulung schon nachweisbar ist.
Er sprach von zwei Modellen von Bildungsstandards und nannte es zum einen das Klieme-Modell: Kompetenzen als disziplinäres Wissen, domänenspezifisch und als zweites das dispositionsorientierte Modell aus der Erwachsenenpädagogik (Erpenbeck), wobei er sich im Bereich der Medienbildung für das zweite Modell aussprach. Kompetenzen wären demnach Medienreflexion und Einbezug in die eigene Identitätskonzept, Handlungsfähigkeit, Selbstorganisiertes Handeln aufgrund von Medienwissen sowie Kommunikationsfähigkeit vermittels Medien.
Der erste Tag wurde von Heidi Schelhowe, Universität Bremen mit dem Vortrag Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur – Zum Bericht der Expertenkommission des BMBF zur Medienbildung beendet. Hier berichtetet sie über die Erstellung der BMBF-Expertise.
Am nächsten Tag stand im ersten Vortrag die Perspektive Norwegens im Vordergrund: Rune Krumsvik, Universität Bergen, Norwegen referierte in seinem Vortrag The digital challenges to school and teacher education in Norway: some urgent questions and the search for some answers (Abstract) über Medienpädagogik in Norwegen.
In einer Session berichtete Dominik Petko, PH Zentralschweiz-Schwyz, über Faktoren der Entwicklung des ICT-Einsatzes in Schulen: Quantitative Befunde aus zwei Schweizer Bestandsaufnahmen (Abstract) und hielt spannende Zahlen parat. Zum einen nutzen Lehrpersonen den Computer vor allem zur Vorbereitung des Unterrichts (wie auch andere deutsche Studien schon zeigten), zum anderen liegt der mangelnde ICT Einsatz im Unterricht nach Auskunft der ICT-Verantwortlichen vor allem an der mangelnden ICT-didaktischen Kompetenz. Nicht so sehr die technische Kompetenz, sondern vor allem Fragen der Integration in den Unterricht sind zentral für den Einsatz. Für mich spannend war die Aussage, dass der ICT-Lehrplan signifikante Unterschiede im Einsatz hervorruft, Lehrpläne sind also nicht nur “Papiertiger”, sondern haben durchaus einen Effekt.
FazitIch war zum ersten Mal auf der Kommissionstagung und muss sagen, ich fand es eine sehr spannende Tagung: ich habe das Gefühl, dass sich die Gräben zwischen Medienpädagogik und E-Learning (wie ich hier noch geschrieben habe) so langsam aufweichen und man zumindest von Seiten der Medienpädagogik auf andere Bereiche zugeht und man wirklich an einer Zusammenarbeit und einem Austausch interessiert ist.
Weiterhin machte es das “familiäre” Format der Tagung sehr einfach, neue Kontakte zu schliessen, auch wenn man den ein oder die andere schon von früher oder aus dem Netz kannte (nicht zu unterschätzen die Twitterer, die unter #KMP09 die Tagung begleiteten und die ich z.T. auch zum ersten Mal sah).
Noch eines ist mir aufgefallen: der grosse Diskurs und die Diskussionskultur: die Moderatoren achteten strikt auf die Zeit, und zu jedem! Beitrag, in dem ich sass, gab es am Schluss ca. 5-10 Minuten Diskussion und Rückfragen. Dies kenne ich von anderen Tagungen z.T. sehr anders
Alles in allem eine Tagung, die sich für mich sehr gelohnt hat, nicht nur aufgrund der wertvollen Rückmeldungen zu meiner Arbeit (doch dazu in einem zweiten Posting mehr). Generell hatte ich das Gefühl, dass die Kommission auch sehr an Arbeiten des Nachwuchses interessiert ist und diese sehr konstruktiv diskutiert und involviert.
'); //-->Silver Surfer – Senioren im Internet
Irgendwann im Frühjahr diesen Jahres habe ich mich dazu entschlossen bei der Seniorenuniversität der Universität Zürich einen Kurs zum Thema “Silver Surfer – Senioren im Internet” anzubieten. Mein Ziel war es, “das Internet aus dem Blickwinkel älterer Menschen” zu betrachten. Soweit das Vorhaben. Die Motivation lag für mich zum einen darin, mit einer Zielgruppe zu arbeiten, mit denen ich es bisher noch nicht zu tun hatte. Zum anderen bereite ich ein Projekt vor, in dem es um den Einsatz von Web 2.0 in dem es um die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer geht. Der Kurs sollte daher auch der Einarbeitung in das Thema dienen.
In der Vorbereitung kamen dann einige Fragen, wie z.B. was macht eigentlich eine Seniorenuniversität aus? Was ist Ihr Anspruch? Was unterscheidet die Angebote von z.B. Computerkursen? Wenn man sich ein wenig im Netz umschaut, findet man eine ganze Reihe von Seniorenuniversitäten (in der Schweiz neben Zürich z.B. auch in Bern und Luzern). Das diese nicht immer auch was mit einer Universität zu tun haben muss, zeigt z.B. die Seniorenuniversität Schaffhausen. Die Seniorenuniversität Luzern formuliert dabei den Anspruch einer Seniorenuniversität als eine “Senioren- und Seniorinnenbildung auf Hochschulniveau”. Das war auch ungefähr das, was ich mir vorgenommen habe.
Für das Thema “Senioren im Internet” bedeutet dies nicht weniger als den Anspruch der Reflexion des eigenen Internetverhaltens der TeilnehmerInnen. Dafür habe ich mich z.B. ein wenig in den Nutzerstatistiken umgesehen. Interessant war in diesem Zusammenhang z.B. der aktuelle (N)Onliner Atlas. Daraus ein paar Ergebnisse:
14-29jährge: 91.3% (2008) – 94.5% (2009)
30-49jährige: 81.5% (2008) – 85% (2009)
50Plus: 40.3% (2008) – 44.9% (2009)
Wie wir auch in der Diskussion mit den Studierenden (ich meine hier jetzt die Senioren) festgestellt haben, sind Kategorisierungen wie die gerne und oft verwendeten 50Plus wenig hilfreich. Dies heisst z.B., dass Berufstätige und Rentner hier nicht unterschieden werden. Dabei führt gerade die Arbeit wohl noch am ehesten dazu, sich auch im Alter mit dem Computer oder dem Internet auseinanderzusetzen bzw. auseinander setzen zu müssen. So zeigt sich, dass mit zunehmendem Alter die Unterschiede in der Nutzung exponentiell zunehmen.
Von Marketingseite wird die Zielgruppe der Senioren gerne in den Fokus genommen. Zwar ist der Anteil der Onliner in der Altergruppe 50+ am geringsten, dennoch wir ihnen hohe Kaufkraft zugeschrieben:
„An den 10 Mio. Euro, die 2006 durch den Onlineversandhandel umgesetzt wurden, haben Senioren einen bedeutenden Anteil, denn Silversurfer bestellen deutlich mehr als der Bevölkerungsdurchschnitt im Internet.“ (Quelle)
Das man dies auch deutlich differenzierter sehen kann, beweist Gerhard Naegele vom Forschungsgesellschaft für Gerontologie:
„Es gibt immer mehr reiche, gutsituierte Alte, aber es wird in Zukunft auch mehr ökonomisch schlechter gestellte Alte geben.“ (Quelle).
Da Senioren unter Umständen nicht so mobil sind wie jüngere Menschen, bietet das Internet viele Vorteile. Neben dem Online-Shopping sind es auch andere Dienste, wie E-Banking oder der Austausch mit anderen Menschen, der durch das Internet erleichtert wird. (Die Frage der Bedeutung realer sozialer Kontakte möchte ich hier mal ausklammern, mit dem Hinweis darauf aber auch deren Bedeutung betonen.) Die Frage der “Vorteile” der Nutzung wird aber zunehmend überlagert durch die “Nachteile” der Nicht-Nutzung, von denen gerade auch Senioren betroffen sind, da sie die Bevölkerungsgruppe sind, die am wenigsten im Netz sind. Diese Nachteile fangen bei preisgünstigen Online-Shopping an und hören beim Nicht-Zugang zu Informationen auf.
Was sind aber Gründe, warum Senioren so wenig im Internet sind? Wie eine Schweizer Untersuchung des Bundesamtes für Kommunikation zeigt, können es z.B. Ängste sein, Unsicherheiten. Dies sind auch Punkte gewesen, die im Kurs oft von den Senioren angesprochen wurden. Was die Usability betrifft, habe ich zwei Aussagen gefunden: Die einen sagen, dass die Anforderungen an eine gute Gestaltung eher allgemein sind und Senioren hier Anforderungen haben, die anderen Anfänger auch haben – und worüber sich auch fortgeschrittene Nutzer freuen (z.B. übersichtliche Gestaltung, klare Benennung von Eingagebmöglichkeiten, Rückmeldungen bei Aktionen). Im Gegensatz zu anderen Altersgruppen wird aber behauptet, dass sich Senioren Probleme mit der Nutzung oft selbst zuschreiben. Und nicht zuletzt ist wohl auch eine Vorliebe für persönliche Kommunikation auszumachen. Aber empirisch gute Studien habe ich nicht dazu gefunden.
So habe ich also die Teilnehmer am ersten Tag mit einer Reihe von Studien zur Internetnutzung von Senioren konfrontiert. Dabei habe ich dann auch öfter auch Abfragen unter den Teilnehmern gemacht, wobei sich zum einen gezeigt hat, dass diese auf der einen Seite viel weiter fortgeschritten waren, als ich dachte (z.B. Nutzungsdauer des Internet und genutzte Anwendungen). Zum anderen waren aber auch die Unterschiede in den Voraussetzungen besonders gross und die Erwartungen daher auch sehr unterschiedlich. So habe ich mich dann entschlossen im zweiten Teil eher konkrete Angebote für Senioren zu zeigen, wobei das was für Senioren interessant ist für anderen nicht uninteressant sein muss und umgekehrt.
Es war eine wirklich spannende Erfahrung und ein sehr angenehmes Arbeiten (Pünktlichkeit, Ruhe und hohe Motivation!). Momentan wird zwar viel über die Digital Natives diskutiert, aber vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, auch intensiver über die Internetrandgruppen zu sprechen und sich dort für mehr Kompetenz und Zugang zum Internet einzusetzen.
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Mein Name ist Frank Vohle (Impressum s.u.). In meinem Blog halte ich einige Gedanken fest, die sich um die Themen Didaktik, Lernen, Bildung & digitale Medien drehen. Derzeit bin ich in folgenden Organisationen aktiv: