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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 1 Stunde 35 Minuten

Volkshochschulen und Bibliotheken: Synergien zwischen Dorf und Globus

Juli 11, 2017 - 17:15

Christoph Köck, Direktor des Hessischen Volkshochschulverbandes, dreht in diesem Beitrag einmal den Spieß um: Er klagt nicht über die digitale Konkurrenz, die Volkshochschulen wie Bibliotheken im Netz droht. Sondern er sieht beide, Volkshochschulen wie Bibliotheken, als feste Größen im lokalen Raum und hat wenig Zweifel an der Innovationskraft beider Institutionen und dem daraus erwachsenden Vermögen, “analoge und virtuelle Modi” zueinander zu bringen. Einige Initiativen und Beispiele zählt er auf. Auch von einer “Arbeitsteilung” ist die Rede. Schließlich:

“Volkshochschulen und Bibliotheken stehen für eine Bildungstradition, die sich der Welt öffnet. Sie sind Transfer- und Vernetzungsagenturen zwischen Dorf und Globus und sollten daher nicht am Rand, sondern im Zentrum des kommunal-politischen Agierens stehen. Sollen Transfer und Vernetzung gelingen, ist es von großem Vorteil, hier systematisch zusammen zu wirken und weitere lokale und regionale Akteure in das Innovationshandeln einzubinden …”

Quintessenz: Herausforderungen ja, aber alles machbar.
Christoph Köck, Bertelsmann Stiftung/ blog.wegweiser-kommune.de, 3. Juli 2017

Volkshochschulen und Bibliotheken: Synergien zwischen Dorf und Globus

Juli 11, 2017 - 16:15

Christoph Köck, Direktor des Hessischen Volkshochschulverbandes, dreht in diesem Beitrag einmal den Spieß um: Er klagt nicht über die digitale Konkurrenz, die Volkshochschulen wie Bibliotheken im Netz droht. Sondern er sieht beide, Volkshochschulen wie Bibliotheken, als feste Größen im lokalen Raum und hat wenig Zweifel an der Innovationskraft beider Institutionen und dem daraus erwachsenden Vermögen, “analoge und virtuelle Modi” zueinander zu bringen. Einige Initiativen und Beispiele zählt er auf. Auch von einer “Arbeitsteilung” ist die Rede. Schließlich:

“Volkshochschulen und Bibliotheken stehen für eine Bildungstradition, die sich der Welt öffnet. Sie sind Transfer- und Vernetzungsagenturen zwischen Dorf und Globus und sollten daher nicht am Rand, sondern im Zentrum des kommunal-politischen Agierens stehen. Sollen Transfer und Vernetzung gelingen, ist es von großem Vorteil, hier systematisch zusammen zu wirken und weitere lokale und regionale Akteure in das Innovationshandeln einzubinden …”

Quintessenz: Herausforderungen ja, aber alles machbar.
Christoph Köck, Bertelsmann Stiftung/ blog.wegweiser-kommune.de, 3. Juli 2017

Bildquelle: Wikimedia

Beauty statt Bildung

Juli 11, 2017 - 15:38

Überall wird in Bildung investiert, entstehen Startups in “EdTech”, nur hierzulande rührt sich nichts. Ulrich Schmid vom mmb Institut schreibt: “Laut dem „Deutschen Startup Monitor” von 2016 lassen sich hierzulande nur rund 4 Prozent der Venture-Capital-Investitionen noch dem Bildungssektor zuordnen, …” Doch aus welchen Gründen investiert das Risikokapital lieber in Beauty als in Bildung? Ulrich Schmid diagnostiziert:

Im schulischen und akademischen Bereich existiert eigentlich kein Bildungsmarkt. Bildung ist öffentliches Gut, das staatlich gesteuert und reguliert wird. Bleibt die berufliche Weiterbildung. Doch hier sind, nicht zuletzt durch die Sprachgrenzen, die Märkte endlich und damit die Renditeerwartungen beschränkt. Eigentlich könnte man an dieser Stelle schulterzuckend schließen. Doch Ulrich Schmid möchte nicht nur klagen und erinnert deshalb an die 27 Milliarden, die die Weiterbildung auch in Deutschland “schwer” ist: “Also: Wo ist das digitale Bildungs-Startup aus Deutschland, das die berufliche Weiterbildung neu denkt und Uber-like „auf links dreht”?

Abschließend: In den USA gibt es nicht nur Silicon Valley & EdTech, sondern auch eine Experten-Community, die sich aktiv mit den Geldströmen in der Bildung auseinandersetzt. Vielleicht bildet der Artikel von Ulrich Schmid ja auch einen ersten Aufschlag in Sachen Bildungsökonomie.
Ulrich Schmid, Gastbeitrag auf www.jmwiarda.de, 11. Juli 2017

In the knowledge economy, we need a Netflix of education

Juli 10, 2017 - 17:59

Wie finden wir die Informationen, die wir suchen? Die Autoren schlagen einen Blick rüber zur Unterhaltungsindustrie und, ganz speziell, zu Netflix vor. Denn dort werden Inhalte zusammengeführt, attraktiv verpackt und nach individuellen Interessen aufbereitet. AI und Machine Learning machen es möglich. Was also sind die Säulen der neuen Lösung aus L&D?

“Aggregation: Optimal solutions will gather relevant content in one place, from a company’s Learning Management System (LMS) and intranet to external providers and other preferred resources.

Curation: Using AI and machine learning will be key to curate relevant and contextual content to your team at the right time and at the point of need.

Personalization: Ideal solutions will make increasingly personalized recommendations for learning content to suit your needs, based on the analysis of many factors.

Creation: Your small and medium-sized businesses have tacit knowledge that must be unlocked. The best approach will allow your organization to release and build your own content libraries quickly and conveniently.”

Alles vor allem eine Frage des Designs: “a truly interactive and impactful learning experience”. Netflix (für die Weiterbildung) soll zusammenbringen, was in der Informationsflut verloren gegangen ist. Und zugleich motivieren, eigene Inhalte beizusteuern. Dafür muss aber Netflix im Zentrum stehen. Was fehlt, sind “Communication”, “Collaboration” und “Sharing”, Elemente, die anzeigen, dass sich die Rolle des Mitarbeiters bzw. Lerners wirklich verändert.
Karl Mehta und Rob Harles, TechCrunch, 4. Juli 2017

In the knowledge economy, we need a Netflix of education

Juli 10, 2017 - 13:04

Wie finden wir die Informationen, die wir suchen? Die Autoren schlagen einen Blick rüber zur Unterhaltungsindustrie und, ganz speziell, zu Netflix vor. Denn dort werden Inhalte zusammengeführt, attraktiv verpackt und nach individuellen Interessen aufbereitet. AI und Machine Learning machen es möglich. Was also sind die Säulen der neuen Lösung aus L&D?

  • “Aggregation: Optimal solutions will gather relevant content in one place, from a company’s Learning Management System (LMS) and intranet to external providers and other preferred resources.
  • Curation: Using AI and machine learning will be key to curate relevant and contextual content to your team at the right time and at the point of need.
  • Personalization: Ideal solutions will make increasingly personalized recommendations for learning content to suit your needs, based on the analysis of many factors.
  • Creation: Your small and medium-sized businesses have tacit knowledge that must be unlocked. The best approach will allow your organization to release and build your own content libraries quickly and conveniently.”

Alles vor allem eine Frage des Designs: “a truly interactive and impactful learning experience”. Netflix (für die Weiterbildung) soll zusammenbringen, was in der Informationsflut verloren gegangen ist. Und zugleich motivieren, eigene Inhalte beizusteuern. Dafür muss aber Netflix im Zentrum stehen. Was fehlt, sind “Communication”, “Collaboration” und “Sharing”, Elemente, die anzeigen, dass sich die Rolle des Mitarbeiters bzw. Lerners wirklich verändert.
Karl Mehta und Rob Harles, TechCrunch, 4. Juli 2017

Am Puls der Zeit: bildet Netzwerke!

Juli 7, 2017 - 19:19

Wohl kaum ein Unternehmen hat seine Erfahrungen mit Enterprise Social Networks (ESN), also den unternehmensinternen Kollaborationsplattformen, so ausführlich dokumentiert und transparent gemacht wie Bosch. Auch in dieser Live-Session, die eine Etappe der Bosch-Woche im Rahmen des Corporate Learning 2025 MOOCathon bildet, berichtet Katharina Krentz offen, was hinter “Bosch Connect” steckt und was seit 2012 unternommen wurde, um Mitarbeiter und Teams bei der Vernetzung und beim Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Das kann man an Zahlen festmachen, wie zum Beispiel den 30.000 Communities, die es heute bei Bosch gibt. Oder an Themen wie Community Management oder Working Out Loud, wie es Katharina Krentz im Gespräch tut. Eine lohnenswerte Stunde, die auch
Simon Dückert, Gespräch mit Katharina Krentz, Corporate Learning Community, 5. Juli 2017

Weitere Informationen: Katharina Krentz, “How we organize Working Out Loud @ Bosch”, LinkedIn/ Pulse, 5. Juni 2017
Simon Dückert, “Am Puls der Zeit: bildet Netzwerke!”, SlideShare, 29. Juni 2017

MOOCs Find Their Audience: Professional Learners and Universities

Juli 7, 2017 - 15:28
In seinem jüngsten Protokoll zeichnet Dhawal Shah noch einmal nach, wie die MOOC-Anbieter seit 2012 langsam, aber bestimmt die Zielgruppe wechseln: von “lifelong learnern” zu “lifelong career learnern”. Dementsprechend wurden Kurse, Features und Preismodelle angepasst. Wer heute nicht bereit ist, in sich und diese Angebote zu investieren, sieht deshalb oft nur noch “a YouTube playlist with a cumbersome user interface”. Die zweite Zielgruppe der MOOC-Anbieter sind die Hochschulen, die man bei der Entwicklung und Verbreitung von Online-Kursen und -Abschlüssen unterstützen möchte.
Dhawal Shah, EdSurge, 6. Juli 2017

MOOCs Find Their Audience: Professional Learners and Universities

Juli 7, 2017 - 15:16

In seinem jüngsten Protokoll zeichnet Dhawal Shah noch einmal nach, wie die MOOC-Anbieter seit 2012 langsam, aber bestimmt die Zielgruppe wechseln: von “lifelong learnern” zu “lifelong career learnern”. Dementsprechend wurden Kurse, Features und Preismodelle angepasst. Wer heute nicht bereit ist, in sich und diese Angebote zu investieren, sieht deshalb oft nur noch “a YouTube playlist with a cumbersome user interface”. Die zweite Zielgruppe der MOOC-Anbieter sind die Hochschulen, die man bei der Entwicklung und Verbreitung von Online-Kursen und -Abschlüssen unterstützen möchte.
Dhawal Shah, EdSurge, 6. Juli 2017

Am Puls der Zeit: bildet Netzwerke!

Juli 7, 2017 - 07:19

Wohl kaum ein Unternehmen hat seine Erfahrungen mit Enterprise Social Networks (ESN), also den unternehmensinternen Kollaborationsplattformen, so ausführlich dokumentiert und transparent gemacht wie Bosch. Auch in dieser Live-Session, die eine Etappe der Bosch-Woche im Rahmen des Corporate Learning 2025 MOOCathon bildet, berichtet Katharina Krentz offen, was hinter “Bosch Connect” steckt und was seit 2012 unternommen wurde, um Mitarbeiter und Teams bei der Vernetzung und beim Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Das kann man an Zahlen festmachen, wie zum Beispiel den 30.000 Communities, die es heute bei Bosch gibt. Oder an Themen wie Community Management oder Working Out Loud, wie es Katharina Krentz im Gespräch tut. Eine lohnenswerte Stunde.
Simon Dückert, Gespräch mit Katharina Krentz, Corporate Learning Community, 5. Juli 2017

Weitere Informationen: Katharina Krentz, “How we organize Working Out Loud @ Bosch”, LinkedIn/ Pulse, 5. Juni 2017
Simon Dückert, “Am Puls der Zeit: bildet Netzwerke!”, SlideShare, 29. Juni 2017

A New World of Corporate Learning Arrives: And It Looks Like TV

Juli 6, 2017 - 20:41

Sind Learning Management Systeme überflüssig? Gehen sie im Strudel der offenen Angebote, Plattformen und Formate endgültig unter? Josh Bersin sagt “nein” und legt ausführlich dar, wie sich die LMS-Anbieter gerade neu erfinden. Aus “Learning Management Systemen” werden “Learning Experience Plattformen”. Aus Programmen und Kursen wird “TV-Style Learning”. Der Nutzer wählt “Channel” und stellt sich “Playlists” zusammen. Diese Channel, so deutet Josh Bersin die Zeichen der Zeit, werden auch durch  Drittanbieter, durch “user-generated content” und durch Kollegen gefüllt, denen man folgt. Er schreibt:

“In the new paradigm, these playlists can be curated (i.e. you can recommend them), rated (five stars), and they have comments sections and other tools to let people socialize them. In most big companies these playlists are expected to become dynamic, user-generated programs, available alongside formally developed programs built by L&D or other professionals.”

Internet und YouTube, TV und Netflix und jetzt Kurse und Lernvideos: Alles wächst zusammen. Doch wenn wir einmal vom Wandel in “design” und “user experience” absehen: Ob mit diesen Veränderungen auch Lernende zu Lehrenden werden (user-generated content), wie sich Inhalte mit Konversationen der Lernenden verbinden lassen (Wissen teilen, Erfahrungsaustausch) und wie offen die neuen “learning experience platforms” wirklich sind, bleibt abzuwarten. Josh Bersin weist selbst darauf hin, dass vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Aber die Screenshots, die er zusammengetragen hat, zeigen, dass sich etwas verändert.
Josh Bersin, 10. Juni 2017

Bildquelle: Wikimedia

A New World of Corporate Learning Arrives: And It Looks Like TV

Juli 6, 2017 - 20:26

Sind Learning Management Systeme überflüssig? Gehen sie im Strudel der offenen Angebote, Plattformen und Formate endgültig unter? Josh Bersin sagt “nein” und legt ausführlich dar, wie sich die LMS-Anbieter gerade neu erfinden. Aus “Learning Management Systemen” werden “Learning Experience Plattformen”. Aus Programmen und Kursen wird “TV-Style Learning”. Der Nutzer wählt “Channel” und stellt sich “Playlists” zusammen. Diese Channel, so deutet Josh Bersin die Zeichen der Zeit, werden auch durch  Drittanbieter, durch “user-generated content” und durch Kollegen gefüllt, denen man folgt. Er schreibt:

“In the new paradigm, these playlists can be curated (i.e. you can recommend them), rated (five stars), and they have comments sections and other tools to let people socialize them. In most big companies these playlists are expected to become dynamic, user-generated programs, available alongside formally developed programs built by L&D or other professionals.”

Internet und YouTube, TV und Netflix und jetzt Kurse und Lernvideos: Alles wächst zusammen. Doch wenn wir einmal vom Wandel in “design” und “user experience” absehen: Ob mit diesen Veränderungen auch Lernende zu Lehrenden werden (user-generated content), wie sich Inhalte mit Konversationen der Lernenden verbinden lassen (Wissen teilen, Erfahrungsaustausch) und wie offen die neuen “learning experience platforms” wirklich sind, bleibt abzuwarten. Josh Bersin weist selbst darauf hin, dass vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Aber die Screenshots, die er zusammengetragen hat, zeigen, dass sich etwas verändert.
Josh Bersin, 10. Juni 2017

Lernt was Ordentliches! Aber was?

Juli 5, 2017 - 22:13

Dass eine gute Ausbildung (”etwas Ordentliches lernen”) zu wirtschaftlichem Wohlstand führt, gilt schon lange nicht mehr (wenn es denn jemals gegolten hat). Sascha Lobo führt zwei Gründe an. Der eine ist empirischer Natur und betrifft die faktische Einkommensentwicklung. Der andere, aktuellere betrifft die Digitalisierung, Automatisierung und weitere Fragezeichen, die hinter der unsicheren Zukunft von Arbeit und Jobs stehen. Auch das ist jetzt keine brandaktuelle Beobachtung. Andererseits wird zu oft “Bildung” gerufen, wenn andere Lösungen zu kompliziert oder wenig opportun erscheinen.

“Denn das Versprechen Bildung gleich guter Job gleich Wohlstand ist defekt. Schon eine ganze Weile. Die unausweichliche Digitalisierung ist daran nicht schuld, aber sie verstärkt den Effekt. Und dafür brauchen wir eine gesellschaftliche Lösung. Schnell.”
Sascha Lobo, Spiegel Online, 5. Juli 2017

“Universitäten sind nicht besonders flexibel - das ist ihre Stärke und Schwäche”

Juli 5, 2017 - 21:46

Politisch-korrekt sind die Antworten von Armin Rubner, Ludwig-Maximilians-Universität München, wenn er auf Veränderungen im Hochschulbereich angesprochen wird. Ansonsten versucht er, Künstliche Intelligenz im Bildungssystem zu verorten, wirbt für “Ambiguitätstoleranz” als Zukunftskompetenz und meint, dass an Peer-Review-Verfahren weiter gearbeitet werden sollte. Aber bitte evolutionär, nicht revolutionär.
Michael Intelmann, Interview mit Armin Rubner, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 5. Juli 2017

“Universitäten sind nicht besonders flexibel – das ist ihre Stärke und Schwäche”

Juli 5, 2017 - 21:09

Politisch korrekt sind die Antworten von Armin Rubner, Ludwig-Maximilians-Universität München, wenn er auf Veränderungen im Hochschulbereich angesprochen wird. Ansonsten versucht er, Künstliche Intelligenz im Bildungssystem zu verorten, wirbt für “Ambiguitätstoleranz” als Zukunftskompetenz und meint, dass an Peer-Review-Verfahren weiter gearbeitet werden sollte. Aber bitte evolutionär, nicht revolutionär.
Michael Intelmann, Interview mit Armin Rubner, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 5. Juli 2017

Lernt was Ordentliches! Aber was?

Juli 5, 2017 - 21:06

Dass eine gute Ausbildung, also “etwas Ordentliches lernen”, direkt zu wirtschaftlichem Wohlstand führt, gilt schon lange nicht mehr (wenn es denn jemals gegolten hat). Sascha Lobo führt zwei Gründe an. Der eine ist empirischer Natur und betrifft die faktische Einkommensentwicklung. Der andere, aktuellere betrifft die Digitalisierung, Automatisierung und weitere Fragezeichen, die hinter der unsicheren Zukunft von Arbeit und Jobs stehen. Auch das ist jetzt keine brandaktuelle Beobachtung. Andererseits wird zu oft “Bildung” gerufen, wenn andere Lösungen zu kompliziert oder wenig opportun erscheinen.

“Denn das Versprechen Bildung gleich guter Job gleich Wohlstand ist defekt. Schon eine ganze Weile. Die unausweichliche Digitalisierung ist daran nicht schuld, aber sie verstärkt den Effekt. Und dafür brauchen wir eine gesellschaftliche Lösung. Schnell.”

Sascha Lobo, Spiegel Online, 5. Juli 2017

„Mensch und Roboter müssen sich kennenlernen“

Juli 4, 2017 - 19:48

Jürgen Handke und seine Roboter. Das wird sicher eines der Bilder sein, an die wir uns sofort erinnern, wenn wir in einigen Monaten durch die Bildungsbrille auf das Jahr zurückblicken. Natürlich waren sie auch auf der Fachtagung “Hochschulen im digitalen Zeitalter” präsent, die heute in Berlin zu Ende ging. In diesem Kontext ist auch das Interview entstanden, in dem Jürgen Handke uns auf die neuen Begleiter einzustimmen versucht. Dabei wurde er auch gefragt, welche konkreten Rollen humanoide Roboter in der digitalen Hochschullehre einnehmen können:

“Zunächst einmal: Meine eigene Hochschullehre in Marburg ist bereits digitalisiert. Das Lehr- und Lernkonzept besteht aus einer digitalen Inhaltsvermittlungsphase und einer anschließenden Präsenzphase. Die Lehrenden werden dabei zu Lernbegleitern, die den Studierenden bei der Inhaltsvertiefung und dem Erwerb von Kompetenzen helfen. Und genau hier sehe ich den wichtigsten Ansatzpunkt für humanoide Roboter: Als zusätzliche Assistenten. Durch die Entlastung der Lernbegleiter in den Präsenzphasen ergibt sich mehr Zeit für die individuelle Beratung der Studierenden.”
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Interview mit Jürgen Handke, 3. Juli 2017

Digitalisierung und Berufsbildung: Trends, Erfolgsgeschichten und Herausforderungen

Juli 4, 2017 - 19:05

Die Förderstiftung polaris hatte mich eingeladen, im Rahmen ihres Ausbildneranlasses zu sprechen. “Digitale Transformation in der Berufsbildung” war der Titel, und ich habe einige Stichworte zusammengetragen, um aufzuzeigen, in welchem Kontext sich die Berufsbildung heute bewegt (digitale Kompetenzen, Lernkultur) und welche Möglichkeiten ihr zur Verfügung stehen. Nach mir berichteten noch Gerald Ziegler (AMAG Academy) und Danilo Pasquinelli (Berufsbildung Swissavant). Und alles im schönen Luzern …
Jochen Robes, SlideShare, 28. Juni 2017

Digitalisierung und Berufsbildung: Trends, Erfolgsgeschichten und Herausforderungen von Jochen Robes

The NGDLE: We Are the Architects

Juli 3, 2017 - 16:12

Vor zwei Jahren beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie zukünftige Lernumgebungen aussehen werden. Dabei entstand die Idee und das Konzept einer “next generation digital learning environment”, kurz: NGDLE. Die aktuelle Ausgabe der EDUCAUSE Review ist ganz diesem Thema gewidmet. Natürlich geht es dabei auch um die Zukunft der Learning Management Systeme (wie wir sie kennen). NGDLE steht für einen komponenten-basierten Ansatz, und das LMS ist hier eine Komponente von vielen. Vielleicht noch für absehbare Zeit eine zentrale Komponente, ein Hub, in dem viele Aktivitäten einer Hochschule zusammenlaufen. Aber eigentlich steht NGDLE für einen dezentralen, lernenden-zentrierten Ansatz. Weitere Stichworte, die Malcolm Brown auf der NGDLE-Agenda sieht, lauten “Interoperability”, “Enterprise IT, the CIO, and the IT Organization”, “Learning Data” und “We, the Architects”.

Und natürlich bewegen sich nicht nur Hochschulen von Systemen zu Umgebungen und Komponenten …
Malcolm Brown, EDUCAUSE Review 52, No. 4 (Juli/August 2017)

Die neuen Lerner*innen? – 1 (MOOCs 4)

Juli 3, 2017 - 15:09

Alexander Klier folgt mit einer Gruppe von Studierenden dem Corporate Learning 2025 MOOCathon. “#AufgeMOOCt” nennt sich die Lerngruppe, die an der Uni München zu Hause ist. Jetzt haben sie sich dem Thema der Viessmann-Woche (”Wie entstehen aus heutigen Kursteilnehmern die selbstorganisiert Lernenden von morgen?”) angenommen, und Alexander Klier hat die internen Gruppenbeiträge zu einem ausführlichen Artikel weiterentwickelt.

Auf der ersten Ebene seines Beitrags geht es um den Mythos des selbstorganisierten Lernenden und um die personalen und strukturellen Voraussetzungen von Lernprozessen in Organisationen. Dabei kommt er zum Beispiel zu dem Schluss: “Seinen Ursprung hat der Mythos der neuen Lerner*innen in meinen Augen in den technikdeterministisch angelegte Auseinandersetzungen um die sogenannten „Digital Natives”.

Aber es gibt auch eine zweite Diskussionsebene, die der Beitrag dankenswerter Weise offenlegt, nämlich die Auseinandersetzung der Lerngruppe mit dem MOOC als Lernform, als Setting, das Lernende anspricht (oder nicht), dessen Impulse nachvollziehbar sind (oder nicht) und das selbstorganisiertes Lernen unterstützt (oder nicht).
Alexander Klier, Blog, 3. Juli 2017

IT für Normalos

Juni 30, 2017 - 08:05

Der Artikel beschreibt, wie Akademien und Unternehmen Mitarbeiter für den digitalen Wandel fit machen wollen. “IT für Normales” halt. Das können Einführungen in das “Internet der Dinge” oder “Cybersicherheit” sein, aber auch die Vermittlung einfacher Programmierkenntnissse stehen offensichtlich schon auf der einen oder anderen Agenda. Natürlich stehen viele dieser Kurse online zur Verfügung, und natürlich wird mit Anbietern wie Udacity oder Lynda.com (LinkedIn) kooperiert. Namen wie Cisco oder Bertelsmann fallen. Weitere Fragen, die mir sofort durch den Kopf gehen, werden allerdings nicht aufgenommen: Wie systematisch werden hier - über aktuelle Schlagworte und Themen hinaus -  digitale Kompetenzen entwickelt? Wie findet sich die konkrete Praxis der Teilnehmer in den allgemeinen Kursen wieder? Und wer ist hier initiativ, die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in diese Kurse schicken, oder die Mitarbeiter selbst, die aktiv ihre Kompetenzen weiterentwickeln wollen?

Nur am Rande: Ein längerer Absatz spricht auch die IT-Kompetenzen von Personalern an. Denn ohne netzgestützte Plattformen und Prozesse geht hier immer weniger. “IT-Kompetenzen” waren deshalb auch ein Stichwort im Rahmen der aktuellen Woche unseres Corporate Learning 2025 MOOCathons, die sich mit Big Data, KI und Bots befasste.
André Schmidt-Carré, Human Resources Manager, 26. Juni 2017

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