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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 1 Stunde 19 Minuten

It’s official – higher education students want staff to be better with digital, not to use more of it

September 14, 2017 - 09:16

Diese Studie („Student digital experience tracker 2017“, 40 S., pdf), an der 22.000 Studierende in UK teilgenommen haben, enthält viele Informationen über die Nutzung und die Erwartungen, was den Einsatz digitaler Systeme und Tools im Studium betrifft. Der Titel der Meldung bildet dabei nur einen Teilaspekt. Kapitelüberschriften lauten u.a.: „Access to basic services and digital devices“, „Course-related digital activities“ und „Institutional-level digital provision and support“. Was nach einer ersten Durchsicht, so Stephen Downes, auffällt: Viele Fragen kreisen um die Einbindung digitaler Systeme und Endgeräte und den Online-Zugriff auf Informationen. Themen wie „‚learn‘, ‚experience new things‘, or ‚go beyond the curriculum'“ mit Hilfe neuer Netztechnologien rücken da schnell in den Hintergrund.
Joint Information Systems Committee (Jisc), News, 11. September 2017

‘Learning and development must treat change like wearing new shoes – uncomfortable but worth it’

September 13, 2017 - 07:05

In einem Special Feature des Raconteur, „Future of Learning“, der in der britischen Times veröffentlicht wurde, macht sich auch Andy Lancaster (CIPD) über den Wandel von Learning & Development Gedanken. Seine Punkte:

„First, we have to ensure that L&D is driven by business need, …“
„This also means changing the style of learning. … we need to deliver learning in smaller chunks of content …“
„Options for self-directed learning are crucial to meet learning needs.“
„L&D now has a role that is far more that of a curator than a creator.“
„Finally, we have to focus on learning effectiveness, what we measure and how we measure it. … L&D professionals must focus on the outputs and impact of their work, not how many training sessions they provide.“

Leider werden – bis auf die Rolle des „Curators“ – vor allem Klassiker aufgezählt. Dass L&D zum Treiber und Mitgestalter neuer, offener, partizipativer und vernetzter Arbeits- und Lernprozesse wird, passte wohl nicht in den Kontext der Beilage, die vor allem noch einmal die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens unterstreichen soll.
Andy Lancaster, Raconteur, 12. September 2017

Are We Recreating Segregated Education Online?

September 12, 2017 - 13:23

MOOC-Anbieter sind angetreten, um neuen Zielgruppen den Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten zu ermöglichen. Doch die Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen und zahlungswilligen Kunden kam dazwischen. Vor diesem Hintergrund sieht Amy Ahearn heute zwei Kursmodelle, die er „content-driven“ und „connection-driven“ nennt:

– Content-Driven experiences emphasize what you’ll learn. These are the resources that are typically still free like MOOCs, Khan Academy videos, TED videos, and some adaptive learning platforms.
– Connection-Driven experiences emphasize who you’ll learn with and from. These tend to be small seminar-style workshop classes hosted online — or customized certificate options built into larger online courses. Because there is consumer demand for more human elements in an online learning experience, this is where the business models are moving.“

Kurz: Formen der Interaktion und des Austauschs sind wichtig für erfolgreiche Lernprozesse, aber sie kosten Ressourcen. Also wiederholt sich hier, was auch im klassischen Bildungssystem zu beobachten ist. Wer kleine Klassen, Gruppenarbeit und den direkten Austausch mit Lehrenden und Mitlernern will, muss dafür zahlen. Ob die Appelle helfen, die der Autor an die Beteiligten – Lehrende, Kursanbieter, Philanthropen, Staat – richtet?
Amy Ahearn, EdSurge, 7. September 2017

Rückblick auf den Corporate Learning 2025 MOOCathon als Lernevent

September 11, 2017 - 14:41

Am Donnerstag und Freitag haben wir uns in Frankfurt getroffen, um den Corporate Learning 2025 MOOC mit einem Hackathon abzuschließen: An zwei Tagen wollten wir die Ergebnisse der acht Wochen in einem Wikibook zusammenfassen. Das Wichtigste vorneweg: Der Plan ist aufgegangen und das Ziel wurde erreicht! Karlheinz Pape hat sich am Wochenende bereits hingesetzt und das Gesamtprojekt in einer ersten, ausführlichen Rückblende gewürdigt. Dabei lässt er zuerst die einzelnen Etappen des MOOCathons noch einmal Revue passieren: die Kurswochen, die Abschlussarbeiten, die Wochenzusammenfassungen sowie den Hackathon selbst.

Anschließend hebt Karlheinz hervor,

  • warum der CL2025 ein Lernevent war, obwohl ihm alle klassischen Merkmale einer Bildungsmaßnahme fehlten,
  • wie wichtig die Prinzipien der Selbstorganisation und des hierarchiefreien Arbeitens im Netzwerk für motivierende Lernerfahrungen sind und
  • warum diese Prinzipien auch in Organisation und Unternehmen funktionieren können.

„Jetzt werden viele Einwände kommen, so könne man das aber nicht den Mitarbeitern überlassen, was sie lernen wollen und was nicht. Warum eigentlich nicht? Mitarbeiter haben Ziele in ihrer Organisation zu erreichen. Wer diese eigenen Ziele kennt, der weiß auch wo er noch nicht fit ist, und wird sich genau dort interessieren. Wenn es für ihn hilfreich ist, wird er sich dort engagieren. Da bin ich ganz sicher. Der MOOCathon mit dem Hackathon bestätigt mich erneut in der Annahme, das Lernen so frei und selbstgesteuert ablaufen darf – bei vermutlich sogar besseren Ergebnissen.“

Obwohl der MOOCathon offiziell vorbei ist, kann die Diskussion weitergehen: auf dem Corporate Learning Camp in Frankfurt und auf Wikibooks, denn am Dokument kann jeder weiterschreiben. By the way, auf die beiden Kapitel des Wikibooks, „Vision Corporate Learning 2025“ sowie „Roadmap Corporate Learning 2017-2025“, werde ich in Kürze noch einmal eingehen.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 10. September 2017

Wissensarbeit im Wandel

September 11, 2017 - 13:34

1.200 Rückmeldungen aus dem deutschsprachigen Raum haben die Personaldienstleister von Hays (in Zusammenarbeit mit Pierre Audoin Consultants und der Gesellschaft für Wissensmanagement) eingeholt, um mehr über die aktuellen Themen und Problemfelder in der Wissensarbeit zu erfahren. Wobei sie das Konzept des „Wissensarbeiters“ nicht weiter problematisieren, womit sie sich zwar schwierige Eingrenzungs- und Abgrenzungsversuche ersparen, aber den Leser auch mit Fragezeichen zurücklassen.

Die Kernergebnisse der Studie werden wie folgt zusammengefasst:

  1. Wissensarbeit wird durch Routinetätigkeiten blockiert
  2. Spezialisierung verhindert den Blick über den Tellerrand
  3. Wissensarbeiter entwickeln ihre Kompetenzen in Eigenregie

Der letzte Punkt, das merken die Autoren an, geschieht nicht so ganz freiwillig. Vielmehr weichen Wissensarbeiter hier oft den schwierigen Rahmenbedingungen vor Ort aus.
Hays, September 2017

Kompetenzen für die Arbeitswelt von heute und morgen: 21st Century Skills and beyond

September 7, 2017 - 05:53

Vielleicht muten sich die Autoren doch auf knappem Raum etwas zu viel zu: Zuerst die Kompetenzen beschreiben, die in der Arbeitswelt von morgen gefordert werden; und dann noch die Wege skizzieren, auf denen diese Kompetenzen erworben werden können. Was den ersten Punkt betrifft, so wählen sie das (?) „21st Century Skills Modell“, um einige der Kompetenzen aufzuzeigen, mit denen wir uns zukünftig wappnen müssen. Was den zweiten Punkt betrifft, so ist es vielleicht doch etwas zu einfach, kurz auf problem- und erfahrungsbasiertes Lernen und einige aktuelle Ansätze wie den Inverted Classroom hinzuweisen. Aber sie sind hier natürlich nicht die Einzigen, die an dieser Stelle noch mehr Fragezeichen als Antworten haben. Einigkeit herrscht aber dahingehend, dass die bestehenden Lernkonzepte und -wege nicht zum Ziel führen.
Deborah Schnabel und Andre Hartmann, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 6. September 2017

Bildquelle: Charles Fadel, CC BY 3.0

What do professors think of Coursera’s new subscription model?

September 6, 2017 - 19:13

Coursera, die weltweit größte MOOC-Plattform, verändert immer wieder mal ihr Geschäftsmodell. Jetzt ist man bei einem „subscription model“ gelandet, bei dem Lernende eine monatliche Rate für den Zugriff auf die Online-Kurse zahlen („Introducing Subscriptions for Specializations“, 31.10.2016). Der Begriff MOOC passt hier natürlich nicht mehr und wird auch von Coursera selbst nicht mehr genutzt. Wie geht es aber nun den Lehrenden und ihren Kursen, die sie für Coursera entwickeln? Zumindest die beiden Professoren, die hier zu Wort kommen, sind alles andere als glücklich. Vorneweg: Sie schätzen Coursera als Plattform und Partner. Aber sie sehen, dass ihre Inhalte immer mehr hinter einer Paywall verschwinden und dass sie auf diese Entwicklung immer weniger Einfluss haben. Einer der Professoren hat seinen Ausweg gefunden: Er stellt die gesamten Kursmaterialien als Open Educational Resources (OER) parallel auch auf seiner eigenen Webseite zur Verfügung.
Dhawal Shah, Class Central, 15. August 2017

10 Myths about Modern Workplace Learning

September 5, 2017 - 22:01

Etwas zum Überfliegen. Jane Hart geht zehn Punkte durch, die häufig mit der „Modernisierung des Lernangebots“ verbunden werden, aber am Kern von „Modern Workplace Learning“, wie sie es nennt, vorbeigehen. Zum Beispiel die Vorstellung, dass „MWL simply means modernising training“. Was heißt das? Häufig stehen Aufgaben wie die Einführung von Mobile Learning, die stärkere Nutzung des Virtual Classroom oder die Auseinandersetzung mit Gamification ganz oben auf den ToDo-Listen von Learning & Development. Doch wenn diese Projekte nicht in einen Prozess der Veränderung der Lernkultur und des Lernens eingebettet sind, bewegen sie wenig. Im besten Fall machen sie bestehende Konzepte attraktiver und effizienter.

Weitere Mythen lauten zum Beispiel: „3. MWL is all about the learner“, „4. MWL means providing personalised learning for every individual“ und „8. L&D is responsible for MW“.
Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 5. September 2017 

Massive Open Online Courses (MOOCs): Eine Standortbestimmung

September 4, 2017 - 17:36

Heute hatte ich wieder einmal eine Gelegenheit, in kleiner Runde zum Stichwort MOOCs zu präsentieren. Gastgeber war die thyssenkrupp Academy in Essen. Mark Sebastian Pütz, Head of Digital Learning, hatte dort bereits für unseren Corporate Learning 2025 MOOCathon Werbung gemacht und da es heute passte, haben wir die Gelegenheit vor Ort ergriffen, noch einmal nachzulegen. Denn das Konzept des vernetzten Lernens, soweit sind wir uns einig, ist für jedes Unternehmen und sein Learning & Development eine Bereicherung. Es braucht halt nur einen ersten Schritt, ein Pilotprojekt. Also habe ich den Bogen weit gespannt: von Begriff und Entwicklung der MOOC-Plattformen bis zu einigen Eindrücken aus unserem aktuellen MOOCathon.
Jochen Robes, SlideShare, 4. September 2017

 

Massive Open Online Courses (MOOCs): Eine Standortbestimmung von Jochen Robes

Mein Wochenausklang: Lernen wie man lernt

September 1, 2017 - 21:36

Der erfolgreichste Online-Kurs heißt „Learning How to Learn“. Erfolgreich, weil sich bis heute 1,8 Millionen Studierende für ihn eingeschrieben haben. So viele, wie für keinen anderen Kurs. Also im wahrsten Sinne des Wortes ein Massive Open Online Course. Er wurde von der University of California in San Diego entwickelt, und wird von Barbara Oakley, Oakland University in Rochester, Michigan, und Terrence Sejnowski, Salk Institute for Biological Studies, San Diego, durchgeführt. Und anmelden kann man sich für ihn auf der MOOC-Plattform von Coursera (eine neue Runde des vierwöchigen Kurses startet übrigens am 4. September!).

Nun ist ja allgemein bekannt, dass wir Lernen eigentlich nicht lernen müssen. Wir können gar nicht anders als zu lernen. Nicht zu lernen, geht so wenig, wie nicht zu kommunizieren. Auf was zielen dann Kurse wie „Learning How to Learn“ ab? Auf der einen Seite arbeiten sie gegen die Vorstellung vieler Menschen, dass sie eigentlich mit dem Lernen abgeschlossen haben, wenn sie Schule, Hochschule und einige Trainings am Arbeitsplatz hinter sich gebracht haben. Jetzt erzählt alle Welt vom lebenslangen Lernen. Von daher muss man sie daran erinnern, dass sie ja Lernen können. Auf der anderen Seite geht es um Lernwiderstände und Lerntechniken, also die Optimierung der eigenen Lernaktivitäten. In einem Artikel der NYT über „Learning How To Learn“ hieß es kürzlich: „The course provides practical advice on tackling daunting subjects and on beating procrastination, and the lessons engagingly blend neuroscience and common sense.“

Mich würde ja interessieren, ob und, wenn ja, wie Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen heute dieses Thema adressieren, wenn sie ihre Mitarbeiter zum selbstorganisierten und kontinuierlichen Lernen ermuntern? Empfehlen sie schon den Kurs auf Coursera?

Bildquelle: Joseph Rosales (Unsplash)

Offen, vernetzt, innovativ: Von Industrie 4.0 zu Bildung 4.0

September 1, 2017 - 17:43

Auf den Titel hatte ich mich bereits letztes Jahr mit dem Veranstalter der Fachtagung Wissensmanagement, der Region Hannover, verständigt, wie immer in der Hoffnung, dass er die Monate bis zum Termin auch trägt. Im Vortrag habe ich dann versucht drei Dinge unter einen Hut zu bringen: einmal eine vorsichtige Ableitung von Bildung 4.0 aus Industrie 4.0 und Arbeiten 4.0; dann einen kurzen Überblick zur Digitalisierung & Bildung mit der Botschaft, dass wir heute „digitale Bildung“ nicht mehr erfinden oder einführen müssen, weil sie längst da ist; und abschließend eine kurze Erwähnung der einzelnen Gestaltungsfelder, wenn man sich systematischer mit dem Bildungsportfolio der eigenen Organisation auseinandersetzen will.

Unmittelbar im Anschluss überraschte uns Tanja Föhr (tanjafoehr.com) gleich mit tollen Sketchnotes zum Vortrag. Es war überhaupt eine sehr kurzweilige Veranstaltung in Hannover. Es gab drei Workshops von Tanja Föhr, Christian Keller (ck2 Wissensmanagement) und Maik H. Wagner (MW Wissenskommunikation) und über 100 interessierte Teilnehmer, einige aus der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM), die immer wieder mit weiteren Ideen das Themenspektrum erweiterten.

Was nicht unerwähnt bleiben darf: Mein Zug von Frankfurt nach Hannover kam 20 Minuten zu früh (!) in Hannover an. Die Szenen, die sich nach Ankündigung der frohen Botschaft im Abteil abspielten, sind nicht in Worte zu fassen.
Jochen Robes, SlideShare, 1. September 2017

 

Offen, vernetzt, innovativ: Von Industrie 4.0 zu Bildung 4.0 von Jochen Robes

Hochschulen brauchen Strategien für das digitale Zeitalter

September 1, 2017 - 11:32

„Digitalisierung verändert unsere Hochschulen. Diese Veränderung muss gestaltet werden“, heißt es einleitend. Und zwar auf strategischer Ebene. Dabei sehen die Autor*innen zwei Strategien, die sie vorstellen und mit verschiedenen Beispielen unterlegen: a) eine Modernisierungsstrategie, „beispielsweise um existierende Herausforderungen wie die einer zunehmend heterogenen Studierendenschaftzu bewältigen“; b) eine Profilierungsstrategie, wenn Hochschulen die Möglichkeiten der Digitalisierung „mit einer spezifischen institutionellen Identität verknüpfen“. Modernisierung ist die Pflicht, Profilierung die Kür, heißt es. Und: Digitalisierung ist nicht das Problem, sondern das Werkzeug, um mit neuen gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen.

Der Artikel beschreibt wesentliche Themen, die auch im Mittelpunkt der Arbeit des Hochschulforums Digitalisierung stehen. Ich hätte es begrüsst, wenn die Autoren auch die zwei unterschiedlichen, zum Teil widerstreitenden Ziele der Modernisierung, nämlich Effizienz und Innovation, etwas herausgearbeitet hätten. Aber das findet sich vielleicht an anderer Stelle des Sammelbandes.
Jörg Dräger, Julius-David Friedrich, Lisa Mordhorst, Ulrich Müller und Ronny Röwert, in: Rat für Forschung und Technologieentwicklung (austrian council) (Hrsg.): Zukunft und Aufgaben der Hochschulen. Digitalisierung – Internationalisierung – Differenzierung, Wien 2017, S. 263-278

4 charts on how people around the world see education

August 31, 2017 - 11:53

Eine interessante kleine Frage des amerikanischen Pew Research Center: „… which is more important to emphasize in school: creative thinking or basic academic skills and discipline“? Auf Kreativität und unabhängiges Denken setzen mehr Menschen in den entwickelten Staaten und dort mehr Linke als Rechte, wobei die Unterschiede in den USA und Großbritannien am größten, in Deutschland und Spanien am kleinsten sind. Und schließlich: „Younger people in most advanced economies are the most supportive of education that emphasizes creative and independent thinking.“ Fürs Protokoll.
Laura Silver, Pew Research Center, 28. August 2017

Bildquelle: Ricardo Viana (Unsplash)

Learning By Virtual Reality: It’s Here And It Works

August 30, 2017 - 05:49

Josh Bersin hat eine VR-Company besucht und ruft Corporate Training zur nächsten „killer app“ aus. Er hat sehen dürfen, dass Unternehmen wie Walmart und KFC bereits heftig in Hardware und Software investieren. Und nicht zu vergessen Google Glass und Augmented Reality, die still und leise Corporate Training erobern. Sagt der technikbegeisterte Berater mit Blick auf den amerikanischen Markt.

„Applications for this technology are vast: safety training in hazardous conditions (you can go to an oil well or a construction site virtually), simulations of job interviews to identify bias and discrimination, and applications in retail, hospitality, and other customer-facing situations where employees need to see and feel the “real world” to really know what to do. (UPS uses VR to simulate and train drivers, for example.)“

Josh Bersin, LinkedIn/ Pulse, 23. August 2017

George Siemens and David Wiley Join Forces for a MOOC About Open Education

August 29, 2017 - 16:18

George Siemens hat 2008 den ersten MOOC durchgeführt, zusammen mit Stephen Downes. Parallel experimentierte David Wiley mit verschiedenen Open Content-Projekten. Jetzt bieten beide gemeinsam einen sechs-wöchigen Kurs an, der “Introduction to Open Education” heißt und am 1. Oktober 2017 auf edX, einer der drei großen MOOC-Plattformen, startet. Man darf sicher gespannt sein zu sehen, wie die Pioniere ihre cMOOC-Ideen auf einer Lernplattform wie edX umsetzen. Immerhin haben sie sichergestellt, dass alle Inhalte unter einer offenen Lizenz zur Verfügung stehen. Und auch sonst wissen sie um den Spagat, den sie mit ihrem Thema und dem Format eingehen. Im Interview gehen sie auch auf die Entwicklung des Themas „Open Education“, ihre Ziele und Zielgruppen und ihre Erwartungen ein. Mein Lieblingssatz:

„We don’t need millions of dollars of research on why people don’t complete MOOCs. It’s because they’re MOOCs.“ (David Wiley)

Manuela Ekowo, Interview mit George Siemens und David Wiley, EdSurge, 23. August 2017

An analysis of the future of Artificial Intelligence in Education

August 29, 2017 - 15:14

Die Bedeutung von Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence/ AI) werden derzeit an vielen Stellen vermessen. Auch McKinsey hat jetzt eine Studie zum Thema vorgelegt und den Einfluss von KI für verschiedene gesellschaftliche Bereiche untersucht. Eine der fünf Case Studies der Studie betrifft Education. Auf der Seite des Observatory of Educational Innovation finden sich einige „Merksätze“ aus diesem Kapitel der Studie:

„- AI will play a key role in better connecting education systems and labor markets.
– AI may help detect promising candidates with less conventional credentials and free recruiters from using school reputation as a proxy to assess candidates’ potential.
– A huge risk is that AI could be used to optimize labor markets without regard to nuanced social preferences, make education decisions on citizens’ behalf, and sell valuable data on people’s skills to private companies or political parties. Protecting individuals’ data privacy is therefore critical.
– Alongside governments, educators themselves will be able to use personal, academic, and professional data to ensure that students benefit from the courses they choose.
– AI could improve adaptive learning and personalized teaching by identifying factors or indicators of successful learning for each student that were previously not possible to capture.
– AI could empower students by providing them with control over how fast they learn, awareness of how they learn best, and the lifelong feedback of one’s own cognitive and behavioral preference
– The role of teachers could be stripped of time-consuming administrative tasks, such as supervising and answering routine questions. Teachers would have more time to mentor and coach students.
– Advances in natural language could expand AI’s usefulness in automatically grading more creative work, such as essays and presentations.
– The use of AI in education raises legitimate concerns about how educational data, like other intimate personal data, are gathered and used.“

Observatory of Educational Innovation, 28. August 2017

Warum gibt es in Deutschland kaum EdTech?

August 28, 2017 - 19:44

Ja, es geht Andreas Wittke, Chief Digital Officer beim Institut für Lerndienstleistungen an der FH Lübeck/ oncampus, auch um die EdTech-Szene hierzulande. Aber vor allem um die Technikignoranz der Erziehungswissenschaftler. Ihr Mantra lautet „Die Technik muss der Didaktik folgen“. Auf diesem Boden, so der Autor, kann kein EdTech entstehen.

Aber dann zählt er doch einige zarte Anfänge und Hoffnungsträger auf. Eine Fachgruppe EdTech im Bundesverband Deutscher Startups. Natürlich Bertelsmann, auch wenn deren Herz eher für die amerikanische Szene zu schlagen scheint. Und Bemühungen um den Bildungsinformatiker als neuen Ausbildungsschwerpunkt. Nachvollziehbar, unterhaltsam und lesenswert!

„Das Problem ist jedoch, dass die Gesellschaft zunehmend technologisiert wird, aber die Bildung weiterhin das Analoge als Leitmedium sieht. Hier spaltet sich Bildung und Alltag. Jeder von uns kennt inzwischen die Alltagsprobleme, wie WLAN-Router anschliessen, Apps installieren, Online-Banking, Netflix bedienen, Navi einstellen oder Bluetooth Boxen anschliessen. Das sind alles Themen, die uns täglich Zeit und Nerven kosten, aber nicht vermittelt werden. Dabei kann es gar nicht fachlich vermittelt werden, denn ob es Netflix, Amazon und Co noch in fünf Jahren gibt, weiss kein Mensch. Wir müssen alle lernen, wie man diese Probleme adhoc lösen kann. Wer keine IT Kentnisse hat, wird von den Digitalisten früher oder später entweder nicht ernst genommen oder schlimmer, er wird übern Tisch gezogen. Wir steuern hier auf eine Zweiklassengesellschaft hin und unsere Ausbilder, Lehrer und Profs sitzen fast ausnahmslos in der zweiten analogen Klasse.“

Andreas Wittke, Online by Nature, 28. August 2017

Bildquelle: Die apokalyptischen Reiter (Gemälde von Wiktor Wasnezow, Wikipedia)

Forschendes Lernen – Vorbereitung für die zukünftigen Herausforderungen im Arbeitsprozess

August 28, 2017 - 08:46

Wenn Kompetenzen vor allem in der Praxis und im Handeln erworben werden, was bedeutet das für das Studium? Nimmt man die Frage ernst, so Werner Sauter, „rückt die didaktische Verknüpfung von Forschen, Lehren und Lernen in Form des forschenden bzw. forschungsnahen Lernens in den Fokus“. Denn im Prozess des forschendes Lernens durchlaufen Studierende alle Phasen einer Forschung, von der Formulierung der Fragestellung bis zur Präsentation, Diskussion und Reflexion ihrer Erkenntnisse. Die Konsequenzen selbstorganisierter Lernarrangements liegen auf der Hand:

„Die Studierenden
– bauen nachhaltig Kompetenzen zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt auf,
– entwickeln ihre Medienkompetenz, um digitale Systeme zum selbstorganisierten Aufbau von Wissen, Qualifikation und Kompetenzen zu nutzen,
– sichern nachhaltig Wissen und Qaulifikation über die Interirorisierung ihrer Erfahrungen,
– bauen ihr persönliches Netzwerk und ihre Netzwerk-Kompetenz weiter aus,
– erarbeiten kollaborativ unter professioneller Begleitung Problemlösungen in Forschungsprojekten.“

Werner Sauter, Blended Solutions Blog, 27. August 2017

Mein Wochenausklang: Von der Tagesschau zum Morning Brief

August 25, 2017 - 21:40

Vorneweg: Ich sehe, lese, höre gerne Nachrichten. Lange Zeit war das eine feste Routine, eine Kombination aus Tageszeitung, SPIEGEL Online und Tagesschau. Doch hinter meinem Rücken haben sich die Anteile unmerklich verschoben. Immer mehr Informationen über Aktuelles und Hintergründiges hole ich mir inzwischen aus dem Netz. Also habe ich mich Anfang des Jahres einmal hingesetzt, um diesen Prozess etwas aktiver zu steuern. Herauskam: Ein Verlierer in meinem Portfolio ist die abendliche Tagesschau. Sie kommt einfach zu spät und punktet nur noch bei Katastrophen. Aus der morgendlichen Tageszeitung wurde, nach einigen familiären Debatten („… und der Lokalteil?“), ein Digital-Abo einer Überregionalen. Hinzu kommt ein bunter Mix aus Newslettern und -diensten. Meine aktuellen Favoriten: SPIEGEL Online mit ihrem morgendlichen Briefing („Die Lage“, 6:00 Uhr), in dem sie in drei oder vier thematischen Blöcken halb zurück, halb nach vorn blicken; die Süddeutsche Zeitung mit „SZ Espresso am Morgen“ (7:45 Uhr), etwas kleinteiliger und zweimal täglich („… am Abend“); dann mein Favorit, das tägliche „Morning Briefing“ der New York Times mit der Europa-Ausgabe (7:20 Uhr), ein wunderbarer „ausgeschriebener“ Überblick, gegliedert in Rubriken und verlinkt mit den entsprechenden Online-Artikeln, aber die brauche ich für den schnellen Überblick eigentlich selten. Aus dem riesigen Angebot an (kostenlosen) Diensten der NYT gönne ich mir auch noch „What we are reading“ (mit Leseempfehlungen der Times-Redakteure), „Bits“ (über Nachrichten aus der IT) und den täglichen Podcast „The Daily“, in dem der wunderbare Michael Barbaro in Interviews über den amerikanischen Wahnsinn informiert.

Ich vermute ja, dass ich mit diesen Veränderungen nicht allein bin. Und wenn wir genau überlegen, werden wir solche Verschiebungen auch in anderen Lebensbereichen entdecken. Auch über Weiterbildung halten wir uns ja nicht mehr mit zwei Konferenzbesuchen, zwei Fachmagazinen und einem Sachbuch auf dem Laufenden. Online-Magazine, Newsletter, Blogs, RSS, Twitter bestimmen längst das Bild. Oder?

Bildquelle: Danielle MacInnes (Unsplash)

Campus Technology 2017: Virtual Reality Is More Than a New Medium

August 25, 2017 - 20:12

Neben der Botschaft des Titels, dass Virtual Reality (VR) „the start of a new era“ ist, nehme ich nach Lektüre des Artikels mit: Inhalte, auch für Bildungszwecke, sind der Engpass. Zwar hat auch die Hardware noch viel Luft nach oben. Denn benutzerfreundlich sind die Headsets und Kabel noch nicht. Aber das bereitet derzeit weniger Sorgen. Hier heißt es:

„The next evolution, Craig said, will be glasses capable of supporting VR and augmented reality. He predicts they’ll become commonplace, eliminating the need for VR apps on a smartphone.“

Kurz: Die Experten empfehlen, noch mehr Menschen für die neue Technologie zu begeistern und gemeinsam über Einsatzmöglichkeiten nachzudenken. Denn das Spielfeld, gerade für die Weiterbildung, ist noch ziemlich leer.
Amy Burroughs, EdTech, 20. Juli 2017

Bildquelle: Maurizio Pesce (Flickr, CC BY 2.0)

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