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Jochen Robes on learning, knowledge, and technology
Aktualisiert: vor 36 Minuten 31 Sekunden

The History of the Pedometer (and the Problems with Learning Analytics)

Juni 23, 2017 - 08:58

Audrey Watters ist gebeten worden, über Learning Analytics zu berichten, hat sich aber stattdessen für Schrittzähler entschieden. Denn “ed-tech is boring”! Am Ende ihres kurzen Ausflugs steht sie mit Fragen da, guten, berechtigten Fragen:

“Is this meaningful data? Are “steps” or “calories” meaningful units of measurement, for example? What can we truly know based on this data? Are our measurements accurate? Is our analysis, based on the data that we’ve collected, accurate? What sorts of assumptions are we making when we collect and analyze this data? Assumptions about bodies, for example. Assumptions about what to count. Assumptions and value judgments about “health”? How much is science, and how much is marketing? Whose data is this? Who owns it? Who controls it? Who gets to see it? Is this data shared or sold? …” (… die Fragen gehen noch weiter!)
Audrey Watters, Hack Education, 22. Juni 2017

Betrieblich-berufliche Bildung

Juni 22, 2017 - 14:41

Wenn wir uns - wie im laufenden Corporate Learning 2025 MOOCathon - über die Zukunft der Weiterbildung austauschen, dann bildet die digitale Transformation Ausgangspunkt und Treiber unserer Überlegungen. Wir haben Begrifflichkeiten wie E-Learning, 70:20:10 oder MOOCs, um die möglichen Veränderungen auszuloten. Doch wir sind ja nicht die Einzigen, die über zukünftige Lernprozesse nachdenken. Es gibt ja auch das BMBF, das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin, die vielen Lehrstühle der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, usw. Hier wird im großen Stil geforscht, untersucht und entschieden. Allerdings unter ganz anderen Vorzeichen, mit anderen Schwerpunkten und anderen Begrifflichkeiten und, so möchte ich behaupten, mit nur geringen Überschneidungen zur eingangs geschilderten Diskussion.

bwp@ ist ein Online-Fachjournal für alle an der Berufs- und Wirtschaftspädagogik Interessierten. Es ist seit 2001 (!) da. Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel “Betrieblich-berufliche Bildung” und umfasst 17 Beiträge. Bildung heißt hier vor allem “duales Ausbildungssystem”. Nach dieser Vorwarnung kann ich einen Blick über den Gartenzaun nur empfehlen. Vielleicht bleibt man dann wie ich bei einem interessanten Titel wie “Wirksamkeit und Einflussfaktoren auf den Lerntransfer in der formalisierten betrieblich-beruflichen Weiterbildung - Eine qualitative Studie” (Cornelia Tonhäuser, Universität Göttingen) hängen …
Karin Büchter, Martin Fischer & Tobias Schlömer (Hrsg.), bwp@ 32 - Juni 2017

Enterprise Social Networks und Lernen – Potentiale für die betriebliche Bildung?

Juni 22, 2017 - 13:19

Joachim Niemeier und Ellen Trude haben sich Zeit genommen und sich darüber ausgetauscht, ob und wie Enterprise Social Networks (ESN), also die in Unternehmen eingeführten und eingesetzten Kollaborationsplattformen, auch für das Lernen genutzt werden können. Natürlich geht es im Gespräch auch um formales und informelles Lernen, um die Grenzen von Learning Management Systemen und die Frage, ob man sich in Corporate Learning überhaupt den Luxus leisten kann, an diesen Möglichkeiten vorbeizugehen. Weitere Stichworte sind MOOCs und Working Out Loud, die Beispiele kommen von Bayer und Bosch. Hier der Gesprächsleitfaden:

“- Gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für Lernen mit einem ESN?
- Welche Features eines ESN kann man für das Lernen nutzen?
- Was kann man auf Basis eines ESN eigentlich nicht lernen?
- Und insbesondere: welche Veränderungen kommen im Bereich des informellen, aber auch des formellen Lernens, auf die betriebliche Weiterbildung beim Einsatz eines ESN zu?”

Joachim Niemeier, Gespräch mit Ellen Trude, Corporate Learning Community, 22. Juni 2017

Wir müssen die Uni neu erfinden

Juni 21, 2017 - 19:57

Viel Humboldt in der aktuellen ZEIT, denn der Gelehrte, geboren am 22. Juni 1767, wird 250. Einige Artikel finden sich im offenen Bereich, wie dieses Plädoyer von Manuel J. Hartung, dem Ressortleiter ZEIT Chancen. Er schreibt, dass es höchste Zeit ist, sich von Humboldts Bildungsideal zu verabschieden. Vor allem die Postulate von der zweckfreien Bildung, der Freiheit von Forschung und Lehre sowie der Einheit von Forschung und Lehre sind ein Hemmschuh, geschrieben vor langer Zeit und unter anderen Vorzeichen. Der Autor wünscht sich stattdessen viele neue Leitbilder, radikale Universitäten, die sich voneinander unterscheiden, aber “ihre Studenten vorbereiten auf den rapiden Wandel unserer Gesellschaft und Arbeitswelt … Ihre institutionelle Kernkompetenz lautete: Verunsicherungsfähigkeit.”
Manuel J. Hartung, ZEIT Campus, 21. Juni 2017

WeiterLernen

Juni 21, 2017 - 15:05

Der durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) initiierte Dialogprozess Arbeiten 4.0 hat ja 2016 unter anderem zum Weißbuch Arbeiten 4.0 geführt. Weiterbildung und Qualifizierung spielen darin eine zentrale Rolle. Deshalb wurde das Thema in einem aktuell erschienenen Werkheft auf 176 Seiten vertieft. Natürlich steht hier die Diskussion ordnungspolitischer Rahmenbedingungen und bildungspolitischer Instrumente im Vordergrund. Auch der Ruf nach einer “nationalen Weiterbildungskonferenz” durchzieht wie ein roter Faden die Studie. Aber es gibt auch schöne Fotoserien (”Neue Lernwelten”). Und unter den Stichworten “Praxis” und “Perspektiven” interessante Beispiele und Projektberichte. Wobei die Pfade abseits der klassischen Bildungswege und Lernangebote eindeutig zu kurz kommen. Lernende, die z.B. an einem MOOC teilgenommen oder mit anderen Formen des netzgestützten Lernens Erfahrungen gesammelt haben, sucht man hier vergeblich. Eine Ausnahme bildet das Thema “digitale Kompetenzen”, das überall auf der Agenda zu stehen scheint.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Werkheft 03, Juni 2017

EDU002 Wie wird man zum „digitalen Bildungsstandort“? Das Beispiel Hamburg

Juni 20, 2017 - 19:37

Zwei Nachrichten an dieser Stelle. Die Erste: Jöran Muuß-Merholz hat wieder eine interessante Podcast-Reihe gestartet. Sie heißt “edukativ.fm - im Sprechsaal mit Jöran” und verspricht “Gespräche rund um Bildung und Lernen im 21. Jahrhundert”. Um das Versprechen einzulösen, unterhält er sich zum Beispiel in der zweiten Folge mit Julia André (Körber Stiftung) über die Studie „Hamburgs digitale Hausaufgaben”.

Die Zweite: Er hat den Podcast gleich in eine Reihe gestellt, “edufunk.fm”. Dort versammeln sich seit Mai 11 Podcasts “mit Bildungshintergrund”, die gehört, abonniert und empfohlen werden können. Eine schöne Sache!
Jöran Muuß-Merholz, edukativ.fm, 16. Juni 2017

How Do You Define Digital Learning?

Juni 19, 2017 - 16:00

Josh Bersin, auf den ich ja regelmäßig an dieser Stelle verweise, schreibt einleitend: “Digital learning isn’t about the tools. It’s about how to integrate them into work …” Und mit Blick auf das Tempo der Veränderungen in der digitalisierten Arbeitswelt braucht es um so drängender eine “digital learning strategy”.

So weit, so gut. In seiner Glosse zitiert Josh Bersin aber noch einmal Ergebnisse und Stimmen, die auf täglich 20 Minuten oder gar nur acht Minuten hinweisen, die Mitarbeiter heute durchschnittlich für das Lernen haben. Diese Hinweise irritieren. Denn wenn es gilt, dass “work is learning and learning is the work” (Harold Jarche), dann sind solche Minutenzählereien überflüssig.
Josh Bersin, Chief Learning Officer, 11. Juni 2017

Wetten über die Zukunft von Lernmaterialien

Juni 16, 2017 - 08:53

Es gibt verschiedene Wege, um sich zukünftigen Bildungs- und Lernwelten zu nähern: Szenario-Techniken, Delphi-Methoden, Road-Mapping - und Wetten. Der Beitrag beschreibt, wie im Rahmen von L3T-Bet diese Methode umgesetzt wurde. Ich zitiere aus der Einleitung:

“Aus dem Wettverhalten, so die Erfahrung bei Sportwetten und Präsidentschaftswahlen, lassen sich relative gute Vorhersagen für den Ausgang von Sportereignissen und Wahlen ableiten. In diesem Beitrag wird das Konzept und Erfahrungen mit einer Live-Wette beschrieben, bei der Expertinnen und Experten auf kurzfristige Entwicklungen im Bereich der Lern- und Lehrmaterialien wetten. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen für Nachahmer/innen.”
Sandra Schön und Martin Ebner, in: „Trendy, hip und cool”: Auf dem Weg zu einer innovativen Hochschule?. Hrsg. von Bücker, D., u.a., Bielefeld 2017, S. 33-44 (via E-Learning Blog)

“Auf der Blockchain können wir das Lernen neu erfinden”

Juni 13, 2017 - 14:27

Ganz ehrlich, der Beitrag wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten gibt. Es scheint offensichtlich sehr schwer, das Prinzip Blockchain zu beschreiben (oder es zu verstehen …). Okay, es ist eine “neue Technologie, die uns zum ersten Mal wirkliche Peer-to-Peer-Transaktionen ohne Plattform oder Mittelsmann dazwischen ermöglicht”. Hier ahnt man, ich formuliere es mal vorsichtig, Potenzial. Will man nun wissen, wie es wirklich funktioniert, im Alltag und im Kleingedruckten, stolpert man über Sätze wie “Über das Protokoll auf dem Peer-to-Peer-Netzwerk wird per demokratischem Beschluss aller Rechner aus dem Netzwerk über die Transaktion entschieden”. Aha!?

Doch im Interview geht es natürlich auch um Hochschulen und ihre Zukunft. Auch hier kommt das Peer-to-Peer-Prinzip zur Anwendung, denn Hochschulen stellen sich ja heute als Mittler zwischen zwei und mehr Menschen, die voneinander und miteinander lernen wollen. Als zentrale Instanz, die Abschlüsse vergibt, werden sie im Web 3.0 mit Hilfe der Blockchain überflüssig. So die Theorie. Aber vieles, so die Expertin, steckt noch in den Kinderschuhen. Aus meiner Sicht auch die Sprache der Beschreibungen.
Helena Häußler, Interview mit Shermin Voshmgir, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 7. Juni 2017

#AufgeMOOCt (MOOCs 3)

Juni 12, 2017 - 06:08

Eine schöne Idee: ein Blended-Learning Seminar an der Hochschule mit der Teilnahme am Corporate Learning 2025 MOOCathon zu verbinden. Alexander Klier hat es getan, mit den Studierenden in München die Lernaktivitäten und das Kursformat diskutiert und die Erfahrungen zur Halbzeitpause des #cl2025 festgehalten. Stichworte sind unter anderem:

  • die im MOOC genutzte Sprache und die damit verbundene Herausforderung, alle Teilnehmer mitzunehmen;
  • die Infrastruktur des MOOC und die Frage, welchen Einfluss sie auf die Orientierung der Teilnehmer sowie ihre Lern- und Austauschprozesse hat;
  • die Lernzeiten und die Frage, wo Platz für die so wichtige Reflexion der Themen und Erfahrungen ist.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Ich hoffe, dass wir diese wichtigen Fragen auch in die zweite Hälfte des Kurses mitnehmen können.
Alexander Klier, Blog, 5. Juni 2017

Bildung statt Grundeinkommen

Juni 9, 2017 - 16:51

Viele interessante und wichtige Stichworte fallen in diesem längeren Video-Statement, und der Zusammenfassung des Stifterverbands ist eigentlich nichts hinzuzufügen. By the way, auch das Fragezeichen hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen ist mir sehr sympathisch!

“Krankt unsere Wissensgesellschaft nicht daran, dass jeder am liebsten unter Seinesgleichen bleibt? Für Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), ist die soziale Abschottung die Wurzel für viele Fehlentwicklungen. Und sie erklärt, wieso das bedingungslose Grundeinkommen zur Lösung dieser Probleme gar nicht tauge.”
Stifterverband, YouTube, 7. Juni 2017

The Histories of Personalized Learning

Juni 9, 2017 - 16:29

“Shaping the future of learning” war das Stichwort auf dem oeb MidSummit in Reykjavik. Trotzdem hat es sich Audrey Watters nicht nehmen lassen, über die History of EdTech zu sprechen, über die Herkunft des Konzepts von Personalized Learning und das “Silicon Valley Narrative”. Ihr abschließender Aufruf:

“So this is our challenge in the face of those calling for “personalized learning” - the Betsy DeVoses and the Mark Zuckerbergs. And it’s our challenge, not only in education technology, but in democracies more generally: can we maintain a shared responsibility for one another when institutions are dismantled and disrupted? Will we have any semblance of collective justice in a “personalized,” algorithmically-driven world?”
Audrey Watters, Hack Education, 9. Juni 2017

Nachtrag (09.06.2017): Inge/ Ignatia de Waard hat übrigens einige Vorträge auf dem oeb MidSummit mitprotokolliert (http://ignatiawebs.blogspot.de/, #oeb_midsummit).

The NextGen LMS – Not Just An eLearning Portal

Juni 9, 2017 - 08:52

Die Autorin erinnert daran, dass ein LMS heute mehr ist und mehr kann. Sie zählt auf: knowledge aggregation, social networking services, mobile learning support, performance management, internal recruitment, etc. Alle diese Punkte stehen heute auf der Agenda, für alle diese Punkte braucht es Lösungen, doch ob sie unbedingt in ein LMS gehören? Stephen Downes weist dann noch darauf hin, dass er einen Punkt in der Aufzählung vermisst hat: open …
Juliette Denny, eLearning Industry, 31. Mai 2017

E-Learning für Volkshochschulen

Juni 9, 2017 - 04:17

Der Artikel ist unspektakulär: Ein Sprachkursleiter an einer Hamburger Volkshochschule entdeckt das Online-Lernen, hospitiert eine Woche im Ausland und beginnt, eine Lernplattform in sein Kurskonzept zu integrieren. Das alles 2017. Man kann ihm fast nur wünschen, dass seine Teilnehmer noch nichts von Babbel, busuu und Co. gehört haben.
Julia Göhring, NA beim BIBB, 2. Juni 2017

Online learning startup Coursera raises $64M at an $800M valuation

Juni 8, 2017 - 08:30

Die Geschichte geht weiter: 64 Millionen Dollar hat Coursera wieder eingesammelt, und CEO Rick Levin stellt drei Bereiche vor, in die das Geld fließen soll:

“… to develop new technology in areas like artificial intelligence to improve and personalize the learning experience; to expand its range of full online degrees (versus short courses and one-off classes); and to continue building out one of its newer areas, targeting nonprofits and businesses and their own corporate development and training needs.” (Hervorhebungen von mir, J.R.)

Zum letzten Punkt passt der Hinweis, dass heute bereits 50 Unternehmen Kurse über Courseras Plattform anbieten. Der Bereich, Coursera for Business, deutet an, was dahintersteckt.
Ingrid Lunden, TechCrunch, 7. Juni 2017

NMC Horizon Report > 2017 Higher Education Edition (German)

Juni 7, 2017 - 15:56

Das Multimedia Kontor Hamburg (MMKH) stellt wieder die deutsche Übersetzung des Horizon Reports 2017 zur Verfügung. Wer also noch einmal nachlesen will, welche Trends, Herausforderungen und Entwicklungen auf die Hochschulen zukommen werden, kann das jetzt in Ruhe tun. Oder den Report nach Belieben weiterverbreiten, denn die Ergebnisse stehen unter einer Creative Commons-Lizenz. Hier also - als Appetizer - noch einmal die Technologien, auf die die Experten 2017 gesetzt haben:

- Zeithorizont ein Jahr oder weniger: Adaptive Lerntechnologien; Mobile Learning
- Zeithorizont zwei bis drei Jahre: Internet der Dinge; Next-Generation LMS
- Zeithorizont vier bis fünf Jahre: Künstliche Intelligenz; Natural User Interfaces
Multimedia Kontor Hamburg (MMKH), 7. Juni 2017

The Silicon Valley Billionaires Remaking America’s Schools

Juni 7, 2017 - 04:56

Marc Benioff (Salesforce), Reed Hastings (Netflix), Mark Zuckerberg (Facebook): Sie alle engagieren sich im amerikanischen Bildungssystem, unterstützen Schulen mit viel Geld und Software. Ihre Projekte und ihr Einfluss stehen im Mittelpunkt dieses Artikels:

“Through their philanthropy, they are influencing the subjects that schools teach, the classroom tools that teachers choose and fundamental approaches to learning.
The involvement by some of the wealthiest and most influential titans of the 21st century amounts to a singular experiment in education, with millions of students serving as de facto beta testers for their ideas.”

Nun hat Philanthropie in den USA eine lange Geschichte. Aber die aktuellen Beispiele hätten doch eine neue Qualität, so die Autorin, weil sich der Einfluss der Silicon Valley-Größen zum Teil an den Institutionen und zuständigen Organen vorbei direkt an die Direktoren, Lehrer, Eltern und Schüler richtet. “It does subvert the democratic process”, wird ein Hochschullehrer zitiert. Lesenswert!
Natasha Singer, The New York Times, 6. Juni 2017

Neuer Buchbeitrag: Geschäftsmodell für die Digitalisierung des Fernstudiums

Juni 6, 2017 - 15:44

Das Fernstudium, so Werner Sauter, muss sich neu erfinden. Zwar stimmen die Teilnehmerzahlen noch, doch die digitalisierte Arbeitswelt setzt längst Anforderungen, denen das klassische Fernstudium nicht mehr gerecht wird. Das zukünftige Geschäftsmodell muss sich deshalb an den Vorgaben der Kompetenzgesellschaft orientieren. Hin zu einer Ermöglichungs- und Singularitäts-Didaktik, die sich konsequent den Lernenden anpasst. Und: “Deshalb werden Fernstudienanbieter zunehmend Praxisprojekte oder Anwendungen im Prozess der Arbeit in ihre Lernarrangements integrieren müssen.” Es folgen noch längere Kapitel zu Fragen der Kompetenzmessung.

Abschließend: Werner Sauter liefert vor allem einen Weckruf aus didaktischer Sicht. Das ist zumindest ein Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Fernstudienangebote, wenn auch noch kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Werner Sauter, in: Harald von Korflesch, Burkhard Lehmann (Hrsg.): Online-/Distance-Education. Entwicklungslinien und Trends des Fernstudiums, Schneider Verlag Hohengehren 2017 (via BlendedSolutions’s Blog)

An Oral History of the #Hashtag

Juni 6, 2017 - 13:35

Eine Handvoll Zeitzeugen, unter ihnen Twitter-Mitbegründer Biz Stone, blickt zurück ins Jahr 2007 und erinnert sich, wie der Hashtag in die Welt kam: “Its story started on a bare-bones social-networking site called Twitter back in 2007, when early adopters began developing tools to organize their tweets.” Kurz und unterhaltsam.
Lexi Pandell, Wired, 19. Mai 2017

Humboldt überwinden! Warum “digitale Bildung” nicht aus der Vergangenheit gedacht werden kann

Juni 2, 2017 - 16:54

Es fällt wirklich auf, dass sich jeder, der etwas über Bildung sagen oder in der Bildung etwas verändern will, hierzulande auf Humboldt beruft. Heute wäre Humboldt ein Verfechter der Digitalisierung”, schrieb vor einigen Tagen zum Beispiel auch Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam. Bitte nicht so schnell, findet Markus Deimann vom Institut für Lerndienstleistungen an der FH Lübeck. Sein nachvollziehbares Plädoyer:

“Es ist höchste Zeit für eine doppelte Rückbesinnung: Wir müssen uns zum einen über Inhalt, Reichweite und Ziele von Bildung im digitalen Zeitalter verständigen, ohne uns durch die Marktschreierei technischer „Lösungen” ablenken zu lassen. Hier ist die Stimme der Bildungswissenschaft gefragt. Zum anderen sollten sich Bildungswissenschaftler und Informatiker in einer solchen Diskussion neugierig und lernbereit begegnen und nicht so tun, als gäbe es die jeweils andere Seite nicht.”
Markus Deimann, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 1. Juni 2017

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